09.03.2026 | 04:30
Absturz bei Plug Power?! SFC Energy und KI-Profiteuer American Atomics sehen gut aus!
Was ist bei Plug Power los? Auf die kräftige Erholung folgte jedenfalls schnell der Abverkauf. Die Zahlen des Wasserstoffspezialisten wurden gefeiert. Doch gibt es dazu wirklich Gründe? Der Cashflow ist weiterhin tiefrot. Falls der avisierte Break-even tatsächlich erreicht werden sollte, braucht es bis dahin noch mindestens eine große Kapitalerhöhung. Dagegen gibt es bei American Atomics gute Gründe für steigende Kurse. Der KI-Boom treibt den Bedarf an Uran, das Unternehmen erkundet derzeit ein spannendes Areal im US-Bundesstaat Utah, die US-Regierung pusht den Sektor kräftig und die Aktie erscheint nicht teuer. Der Gründer hinterließ zuletzt auf einer Investorenkonferenz einen überzeugenden Eindruck. Überzeugt hat der Ausblick von SFC Energy die Analysten von First Berlin. Das Kursziel und der Aktienkurs steigen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
SFC ENERGY AG | DE0007568578 , AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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American Atomics: Kräftiger Rückenwind durch US-Regierung
Die Renaissance der Kernenergie gewinnt weltweit an Dynamik – nicht zuletzt wegen des enormen Strombedarfs durch künstliche Intelligenz und Rechenzentren. Genau hier setzt American Atomics an. Gründer Conor Lynch erklärte auf der Investorenkonferenz IIF, dass das Unternehmen eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau eines unabhängigen amerikanischen Nuklear-Brennstoffkreislaufs spielen will. Hintergrund ist ein strukturelles Problem: Während die Nachfrage nach Kernenergie steigt, bestehen weltweit Engpässe entlang der gesamten Lieferkette – vom Uranabbau über die Umwandlung bis hin zur Anreicherung. Besonders kritisch ist die Abhängigkeit der USA von Importen, etwa bei hochangereichertem Uran für neue Small Modular Reactors (SMR). American Atomics positioniert sich deshalb als strategischer Player in einem Markt, der durch geopolitische Spannungen und steigenden Energiebedarf immer wichtiger wird.
Die Strategie des Unternehmens ruht auf zwei Säulen: Rohstoffexploration und Technologieentwicklung. Im Fokus steht das Lisbon-Valley-Projekt in Utah, historisch eines der bedeutendsten Uranreviere der USA. Dort erschließt American Atomics ein Areal auf der östlichen Seite des Beckens. Hinweise liefern alte Bohrdaten aus der Öl- und Gasexploration, die ungewöhnlich starke Strahlungswerte zeigen – ein mögliches Indiz für große Uranvorkommen. Sollte sich diese Vermutung bestätigen, könnte ein neues Förderzentrum entstehen, das mit einer zentralen Aufbereitungsanlage mehrere kleinere Lagerstätten in der Region wirtschaftlich erschließt. Parallel arbeitet das Unternehmen an Partnerschaften, um die Verarbeitungstechnologie und Logistik effizient aufzubauen.
Darüber hinaus will American Atomics neue Technologien entlang des Brennstoffkreislaufs entwickeln und skalieren. Ziel ist es, frühe Forschung – etwa aus Universitäten oder nationalen Laboren – bis zur Pilotanlage zu bringen und anschließend mit großen Industriepartnern zu kommerzialisieren. Für seine Strategie erhält American Atomics kräftigen politischen Rückenwind. Die US-Regierung fördert den Aufbau einer nationalen Brennstoffversorgung und nutzt dafür Instrumente wie den Defense Production Act. American Atomics ist Teil eines Industriekonsortiums und arbeitet direkt mit Behörden zusammen. Für Anleger ergibt sich daraus eine spannende Einstiegschance. Denn American Atomics bringt derzeit weniger als 20 Mio. CAD auf die Börsenwaage.
https://youtu.be/Dl7GrZt7ZSE?si=F1TvqlGe_MzeaD2O
SFC Energy: Ausblick überrascht positiv
Nach einem schwierigen zweiten Halbjahr 2025 scheint die Aktie von SFC Energy in 2026 wieder auf die Beine zu kommen. Nachdem sich das Wertpapier des Brennstoffzellenspezialisten im vergangenen Jahr zwischenzeitlich halbiert hatte, ist sie im laufenden Jahr bereits um rund 22 % gestiegen. Zuletzt sind die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 an der Börse gut angekommen.
Aus Sicht der Analysten von First Berlin war 2025 für SFC Energy ein Übergangsjahr. Der Umsatz lag mit 143,3 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahr, während externe Belastungen wie Einmalkosten für ERP- und IT-Sicherheit sowie verschobene indische Verteidigungsaufträge auf die Profitabilität drückten. Entsprechend sank das bereinigte EBITDA auf 16,7 Mio. EUR nach 22,0 Mio. EUR im Vorjahr. Doch das Schlussquartal werten die Analysten als wichtiges positives Signal. Q4 war das stärkste Quartal des Jahres, SFC kehrte auf Wachstumskurs zurück und das operative Ergebnis übertraf die Erwartungen. Vor diesem Hintergrund haben die Analysten ihre Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel leicht von 21 EUR auf 22 EUR erhöht.
Positiv werten die Analysten den Ausblick von SFC auf das Jahr 2026. Beim Umsatz stellt SFC für 2026 150 Mio. bis 160 Mio. EUR in Aussicht, was im Wesentlichen den bisherigen Erwartungen von First Berlin entspricht. Beim bereinigten EBITDA prognostiziert SFC 20 Mio. EUR bis 24 Mio. EUR. Das lag spürbar über der bisherigen First-Berlin-Schätzung und führte zu einer Anhebung der Gewinnerwartungen. Die Analysten rechnen nun für 2026 mit 154,3 Mio. EUR Umsatz und einem Nettogewinn von 7,7 Mio. EUR. Ein wesentlicher Ergebnistreiber dürfte 2026 das Verteidigungsgeschäft werden. Für 2027 erwarten die Analysten bei SFC einen Umsatzanstieg auf 175,9 Mio. EUR und einen Nettogewinn von 10,9 Mio. EUR. Dies entspricht einem Gewinn je Aktie von 0,61 EUR. Am Freitag notierte die SFC-Aktie bei 15,44 EUR.
Plug Power: Erholung schon wieder vorbei?
Ist die Erholung bei der Aktie von Plug Power schon wieder vorbei? Nachdem das Wertpapier des Wasserstoff-Spezialisten in den ersten Handelstagen der vergangenen Woche von 1,80 USD auf 2,48 USD klettern konnte, konnte sie dieses Niveau nicht halten, verlor allein am Freitag fast 7 % und beendete die Woche bei 2,13 USD.
Der Grund für den Kursanstieg waren die Zahlen von Plug Power für Q4 und das Gesamtjahr 2025. Anleger hatten wohl Schlimmeres befürchtet. Plug Power hat im Gesamtjahr 2025 den Umsatz um 12,9 % auf rund 710 Mio. USD gesteigert. In Q4 ging es sogar um 17,6 % nach oben. Aus Sicht von Plug Power ist die Verbesserung der Profitabilität bemerkenswert. So erzielte Plug Power im vierten Quartal 2025 eine positive Bruttomarge von 2,4 %, nachdem im Vorjahresquartal noch eine massive negative Marge von -122,5 % angefallen war. Auch bei Liquidität und Cash-Management sieht sich Plug Power besser aufgestellt. Das Unternehmen verfügte zum Jahresende 2025 über 368,5 Mio. USD an frei verfügbaren liquiden Mitteln.
Diese Mittel sind jedoch auch dringend nötig, denn der operative Cashflow lag bei -535,8 Mio. USD. Im Jahr 2024 waren es -728,6 Mio. USD. Zusätzlich soll eine angekündigte Transaktion zur Monetarisierung von Vermögenswerten mehr als 275 Mio. USD einbringen und damit den Ausbau von US-Rechenzentren unterstützen sowie die kurzfristige Liquidität stärken.
Die Prognose hat Plug Power bestätigt. Im vierten Quartal 2026 will man ein positives EBITDA erreichen. Bis Ende 2027 soll das EBIT schwarz sein und Ende 2028 will man auch ein positives Nettoergebnis erzielen. Bei einem Nettoverlust von 1,7 Mrd. EUR im Jahr 2025 und vor dem Hintergrund, dass Plug Power noch nie profitabel war, darf die Prognose mindestens als sehr optimistisch eingeschätzt werden. Dies haben wohl auch Aktionäre erkannt und zum Ende der Woche wieder Luft aus der Aktie gelassen. Plug Power ist weiterhin 2,97 Mrd. USD wert.
Fazit
Es gibt gleich mehrere gute Gründe für den Kauf der Aktie von American Atomics. Die USA brauchen eine eigene Uranversorgung, die Trump-Regierung hat dies erkannt und pusht den Sektor. Gleichzeitig entwickelt American Atomics ein interessantes Areal, will über entlang der Wertschöpfungskette verdienen und erscheint nicht teuer. Teuer ist Plug Power weiterhin. Ob es dem Unternehmen tatsächlich gelingt, bis Ende 2028 profitabel zu sein, darf bezweifelt werden. Selbst wenn es gelingt, braucht es bis dahin noch mindestens eine große Kapitalerhöhung. Die Aktie von SFC Energy scheint einen Boden gefunden zu haben.
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