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02.06.2025 | 04:30

Alarm bei Seltenen Erden und Rekord bei Wasserstoff! Hensoldt, Plug Power, Mercedes, BMW-Partner European Lithium Aktie.

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Bildquelle: BMW Group

Seltene Erden werden mehr und mehr als Waffe in der Geopolitik eingesetzt. „In vier bis sechs Wochen dürften die letzten Lagerbestände verbaut sein. Dann werden Teile der Produktion eingestellt werden müssen“, warnt Christian Grimmelt von der Unternehmensberatung Berylls by AlixPartners in der Wirtschaftswoche. Davon sollte die Aktie von European Lithium profitieren. Denn das Unternehmen will nicht nur Lithium an BMW liefern, sondern entwickelt in Grönland ein Seltene Erden Projekt. Ist von der Rohstoff-Knappheit auch die Rüstungsbranche betroffen? Vielleicht. Derzeit treibt jedenfalls die FOMO-Rally die Rüstungsaktien auf neue Allzeithochs. Aber Vorsicht, laut Analysten hat beispielsweise die Hensoldt-Aktie 30 % Rückschlagspotenzial. Viele Rückschläge musste Plug Power in den vergangenen Monaten verkraften. Die Aktie liegt am Boden. Bringt ein Meilenstein im Heimatmarkt die Wende?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000

Inhaltsverzeichnis:


    Mercedes & Co.: Produktionsstopp wegen fehlender Seltene Erden?

    Stehen Volkswagen, Mercedes und Co. vor einem Rohstoffproblem? Dies wurde kürzlich im Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche thematisiert. In den vergangenen Monaten hat China als größter Anbieter von Seltenen Erden den Export immer weiter beschränkt und im Rahmen des Zollkriegs mit den USA teilweise sogar untersagt. Das neue Lizenzsystem lief nur schleppend hoch. Dies und mehr berichten in der Wirtschaftswoche Insider aus der deutschen Automobilindustrie. Eine Sprecherin von Mercedes wird zitiert: „Aufgrund der großen Komplexität und Volatilität ist es schwierig, auf Basis von Spekulationen verlässliche Vorhersagen zu treffen.“ Dies zeigt die Anspannung und die Notwendigkeit, Seltene Erden Projekte außerhalb von China oder Russland zu entwickeln. Dies ist ein Grund, warum die Aktie von European Lithium spannend ist. Die Aktie notiert bei 0,026 EUR, während die Analysten von First Berlin ein Kursziel von 0,14 EUR haben.

    European Lithium: Seltene Erden für deutsche Autoindustrie

    European Lithium hat kürzlich die Ergebnisse der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (PEA) für das Seltene-Erden-Projekt Tanbreez veröffentlicht. Dieses befindet sich in Grönland. Das Land steht unter dänischer Hoheit und gehört damit zur EU. Dass sich dort riesige Rohstoffvorkommen befinden, hat durch die regelmäßigen Annektierungsandeutung von US-Präsidenten Donald Trump globale Aufmerksamkeit bekommen.

    Gemäß der PEA ist Tanbreez in Südgrönland eines der größten bekannten Seltene-Erden-Vorkommen der Welt. European Lithium berichtete über eine robuste Ressourcenbasis von 45 Mt @ 0,40 % Gesamt-Seltenerdoxid (TREO) mit 27 % schweren Elementen der Seltenen Erden (HREE). Im Vergleich zu den meisten Seltenerdprojekten sei der Anteil an schweren Elementen ungewöhnlich hoch. Der Nettobarwert (NPV) wird mit 2,4 bis 3 Mrd. USD angegeben und die interne Rendite vor Steuern soll bei 162 % liegen. Auch eine Explorationsgenehmigung für die kommenden 30 Jahre liegt bereits vor.

    European Lithium hat noch ein zweites spannendes Projekt und dort hat man bereits BMW als Partner gewinnen können: eine Lithium-Produktion in Österreich. Auch hier liegen die Abbaugenehmigungen bereits vor. Bereits im kommenden Jahr soll Lithium abgebaut, zu Lithiumhydroxid in Batteriequalität weiterverarbeitet und an BMW – die bereits eine Anzahlung in Millionenhöhe geleistet haben – geliefert werden.

    Hensoldt-Aktie: 30 % Rückschlagspotenzial?

    Wenn Seltene Erden auch in der deutschen Rüstungsindustrie knapp werden, wird das Thema derzeit jedenfalls von Investoren komplett ausgeblendet. Es herrscht FOMO-Rally. Die Kurse von Rheinmetall, Renk & Co. sind nicht zu stoppen. Vergangene Woche hat die Aktie von Hensoldt die Marke von 90 EUR geknackt und ein neues Allzeithoch markiert. Alleine im laufenden Jahr hat das Wertpapier rund 170 % zulegen können. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei sportlichen 10,6 Mrd. EUR.

    Geht es nach den Analysten von Jefferies, ist der Hersteller von Rüstungselektronik inzwischen deutlich überbewertet. Sie sehen den fairen Wert der Aktie bei 60 EUR und damit ein Rückschlagspotenzial von über 30 %. Daher lautet ihre Empfehlung für die Hensoldt-Aktie "Underperform". Aus Sicht der Analysten ist Hensoldt verhalten in das neue Jahr gestartet. Das Wachstum soll in den kommenden Quartalen zwar anziehen, aber dies ist eben auch dringend nötig. Auch den möglichen Verkauf einer margenschwachen Sparte in Südafrika sehen die Analysten nicht als Kursturbo an.

    Insgesamt halten sich Analysten derzeit bei Hensoldt auffällig zurück. Laut marketscreener.com empfehlen 3 von 11 Experten die Aktie zum Kauf. Dies ist bei dem Hype eher wenig. Neben Jefferies raten 2 weitere Analysten zum Verkauf.

    Plug Power: Erfolg im Heimatmarkt

    Bei Plug Power raten von 23 Analysten immerhin 6 zum Kauf, aber auch 4 zum Verkauf. In den vergangenen Monaten lagen die Optimisten jedenfalls komplett falsch. Der einstige Wasserstoff-Highflyer bekommt die Verluste nicht in den Griff und verbrennt viel Kapital. Mit 0,88 USD notiert die Aktie nicht weit vom Allzeittief entfernt. Die Bewertung ist inzwischen unter 1 Mrd. USD gefallen. Weiterhin zu viel, sagen die Bären.

    Immerhin gab es zuletzt einen kleinen Meilenstein zu feiern. So hat Plug Power im April in seinem Werk im US-Bundesstaat Georgie 300 Tonnen flüssigen Wasserstoff hergestellt. Auf Monatsbasis sei dies ein branchenweiter Rekordwert. Plug Power hatte die Anlage mit einer Nennkapazität von 15 Tonnen pro Tag vor über einem Jahr in Betrieb genommen und seitdem Stück für Stück hochgefahren. Mit Anlagen in Tennessee und Louisiana baut Plug Power in den USA derzeit ein Wasserstofferzeugungsnetzwerk mit einer Produktionskapazität von 40 Tonnen pro Tag auf. Zu den Abnehmern gehören Konzerne wie Walmart, Amazon und Home Depot. Sie nutzen den Wasserstoff, um ihre Logistik zu dekarbonisieren. Ob das Wachstum weiter anhält, bleibt mit Blick auf die Umweltpolitik der US-Regierung abzuwarten.


    Fazit

    Ein Kauf der Plug Power Aktie drängt sich derzeit nicht auf. Dagegen spricht einiges für das Wertpapier von European Lithium. Seltene Erden werden immer mehr zur Waffe in der Weltpolitik und BMW will im kommenden Jahr mit der neuen Klasse durchstarten. Eine Konsolidierung würde der Hensoldt-Aktie guttun, aber das Momentum ist einfach stark.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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