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04.02.2021 | 05:15

Biontech, Cardiol Therapeutics, Johnson & Johnson: Biotech-Perlen von altbekannt bis unbekannt

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Wenn eine Branche in diesen Zeiten zu Recht hohe Gewinne macht, dann sind es Unternehmen aus dem Gesundheitswesen. Die Pandemie hat die Branche regelrecht wachgeküsst. Neben der aktuellen Relevanz rund um Covid-Behandlung, Testverfahren oder auch das Impfen ist auch das Bewusstsein dafür gewachsen, dass medizinische Innovation auf Forschung angewiesen ist. Immer mehr Investoren sind bereit, vielversprechende Projekte anzuschieben. Die Rahmenbedingungen dafür könnten besser nicht sein. In Politik, Gesellschaft und auch Wirtschaft ist Konsens, dass Gesundheit das höchste Gut ist.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Nico Popp
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Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Biontech, Cardiol Therapeutics, Johnson & Johnson: Biotech-Perlen von altbekannt bis unbekannt

Wenn eine Branche in diesen Zeiten zu Recht hohe Gewinne macht, dann sind es Unternehmen aus dem Gesundheitswesen. Die Pandemie hat die Branche regelrecht wachgeküsst. Neben der aktuellen Relevanz rund um Covid-Behandlung, Testverfahren oder auch das Impfen ist auch das Bewusstsein dafür gewachsen, dass medizinische Innovation auf Forschung angewiesen ist. Immer mehr Investoren sind bereit, vielversprechende Projekte anzuschieben. Die Rahmenbedingungen dafür könnten besser nicht sein. In Politik, Gesellschaft und auch Wirtschaft ist Konsens, dass Gesundheit das höchste Gut ist.

Biontech: Geht hier noch mehr?

Einen gehörigen Teil dazu beigetragen, dass Biotech und Pharma in den vergangenen Monaten einen Imagegewinn verzeichnen können, hat das Mainzer Unternehmen Biontech – schließlich entstand in Kooperation mit Pfizer einer der modernsten Impfstoffe gegen Covid-19. Mit Hilfe der mRNA-Technologie gelang es Biontech, einen revolutionären Impfstoff zu entwickeln. Dem Impfstoff gingen viele Jahre Grundlagenforschung voraus – das muss finanziert werden. Im Falle von Biontech war es Thomas Strüngmann aus der Hexal-Dynastie, der das Unternehmen bereits früh unterstützte. Dank der Vision weniger Investoren ist heute sogar denkbar, dass Biontech seine Technologie auch für Impfstoffe gegen andere Krankheiten, wie etwa Krebs, einsetzt. Dass der Kurs seit einem Jahr um mehr als 260% geklettert ist, erscheint angesichts der Perspektive angemessen.

Nachdem die erste Impf-Euphorie verflogen war, erwarteten einige Marktteilnehmer bei der Aktie von Biontech eine Kurskorrektur. Doch bis auf eine Konsolidierung ist bislang nichts geschehen. Aktuell pirscht sich die Aktie wieder an die Marke von 100 EUR heran. Nach einem schwachen Dezember könnte der Wert inzwischen genug Schwung haben, um sogar neue Rekord-Kurse zu erreichen. Da Biontech mit seinem modernen Impfstoff und der mRNA-Technologie gut gewappnet ist, um auch auf unvorhergesehene Wendungen der Pandemie reagieren zu können, sollte man die Aktie nicht abschreiben. Es sieht vielmehr danach aus, als habe der Markt noch nicht zur Gänze realisiert, welches Potenzial in Biontech steckt.

Cardiol Therapeutics: Entzündungs-Spezialist mit Covid-Fantasie vor Nasdaq-Listing

Großes Potenzial rund um den Kampf gegen Covid-19 und eine der am weitesten verbreiteten Krankheiten in westlichen Ländern, hat auch das kanadische Pharmaunternehmen Cardiol Therapeutics. Das Unternehmen schickt sich an, entzündliche Herzerkrankungen mittels seines Wirkstoffs CardiolRx™ zu bekämpfen. Dazu setzt Cardiol Therapeutics auf eine hohe Dosis Cannabidiol und sorgt dafür, dass der Wirkstoff auch bei oraler Einnahme einen hohen Wirkungsgrad erreicht. Bereits heute zeigen vorklinische Untersuchungen, dass der Wirkstoff Verletzungen des Herzmuskels verringern und Entzündungen reduzieren kann. Mögliche Anwendungsbereiche sind neben Covid-19 auch andere Erkrankungen des Herzens.

Aktuell laufen klinische Studien zur Zulassung des Medikaments. Zur Behandlung von Folgen im Zuge einer Covid-19-Erkrankung hat der Wirkstoff bereits die klinischen Phasen 1 und 2 durchlaufen. Auch bei anderen Indikationen, wie etwa akuter Myokarditis oder diastolische Herzinsuffizienz, sind Studien geplant. Cardiol Therapeutics ist mit den Zwischenergebnissen der Untersuchungen sehr zufrieden und hat zudem gute Voraussetzungen, seinen Wirkstoff auch am Markt zu positionieren. In den vergangenen Monaten konnte das Unternehmen einige renommierte Kardiologen aus aller Welt für die Bildung eines Lenkungsausschusses für die Studien gewinnen, darunter unter anderem Experten der Berliner Charité und anderen führenden Universitätskliniken.

Neben dem in der Zulassung befindlichen Medikament CardiolRx™ hat Cardiol Therapeutics zuletzt mit Cortalex™ auch ein CBD-Produkt auf den Markt gebracht, das sich durch große Reinheit und die Freiheit von THC auszeichnet. Damit will das Unternehmen vor allem bei älteren Patienten punkten, die in Kanada bevorzugt unter Aufsicht ihrer Hausärzte zu CBD-Produkten greifen. Cardiol Therapeutics ist aktuell mit 80 Mio. EUR bewertet und strebt in naher Zukunft ein Listing an der Nasdaq an, um auch bei US-Investoren sichtbarer zu werden. In Deutschland ist der Wert bereits handelbar. Angesichts der vielversprechenden Zwischenergebnisse von CardiolRx™ im Zusammenhang mit häufigen Krankheitsbildern rund um Herzerkrankungen und der relativen Unbekanntheit der Aktie, könnte der Wert schon bald die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich ziehen.

Johnson & Johnson: Basisinvestment mit hoher Bewertung

Auch Unternehmen wie Johnson & Johnson dürften beobachten, was innovative Pharmafirmen wie Cardiol Therapeutics leisten – schließlich sind Multis immer auf der Suche nach dem nächsten Blockbuster. Dass große Unternehmen bereit sind, bei Übernahmen im Pharma-Bereich tief in die Tasche zu greifen , zeigen beispielsweise die Medienberichte rund um Unternehmen wie Alexion Pharmaceuticals oder Biomarin Pharmaceutical. Selten laufen derartige Spekulationen unterhalb der Milliarden-Grenze ab. Aktuell hat Johnson & Johnson mit Stelara gegen Schuppenflechte sowie dem Anti-Psychotikum Trinza einige heiße Eisen im Feuer. Auch rund um Krebs hat Johnson & Johnson schlagkräftige Wirkstoffe im Portfolio.

Auch im Kampf gegen Corona ist Johnson & Johnson aktiv und macht bei der Suche nach einem Impfstoff weiter. Neben Medikamenten bietet Johnson & Johnson auch Verbrauchsmaterial und andere medizinische Produkte. Die Aktie gilt deswegen als Basisinvestment. Doch hat sich das bereits seit vielen Monaten herumgesprochen – der Wert ist deswegen schon teuer. Für Johnson & Johnson bietet die eigene Bewertung die Chance, bei möglichen Übernahmen in eigenen Aktien bezahlen zu können. Für Privatanleger mit einem großen Anspruch an Wachstum und Dynamik im Portfolio gibt es aktuell aber bessere Werte.


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