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04.09.2024 | 05:05

BMW setzt auf Wasserstoff! Übernahme(fantasie) bei BYD, Nel und dynaCERT Aktie

  • Wasserstoff
  • Brennstoffzelle
  • Elektromobilität
Bildquelle: BMW Group

Zuletzt hat BMW in Deutschland mehr E-Autos verkauft als Tesla. Auf diesem Etappensieg wollen sich die Münchner jedoch nicht ausruhen und arbeiten an unterschiedlichsten Antriebsarten – auch Wasserstoff! So soll die Kooperation mit Toyota bei Brennstoffzellen intensiviert werden. Dies zeigt, dass die Wasserstofftechnologie auch bei Weltkonzernen weiterhin gefragt ist. Damit erhält auch die Übernahmefantasie bei Nel neue Nahrung. Gilt dies vielleicht auch bei dynaCERT? Die Wasserstoff-Technologie des Unternehmens reduziert die Emissionen bei Dieselfahrzeugen. Und der neue Chef hat beste Kontakte in Europa. Und was macht BYD? Bisher wurde der deutsche Markt jedenfalls nicht aufgerollt. Jetzt wollen die Chinesen durchgreifen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , BAY.MOTOREN WERKE AG ST | DE0005190003 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT: Übernahmefantasie dank neuem Chef?

    Sorgt Bernd Krüper für einen goldenen Herbst mit Übernahmefantasie bei dynaCERT? Seit wenigen Wochen ist der Deutsche als President und Director bei dem kanadischen Spezialisten für die Reduzierung von Verbrauch und Emissionen bei schweren Nutzfahrzeugen an Bord und soll operativ und strategisch stark eingebunden werden. Bisher ist dynaCERT mit der HydraGEN™-Technologie insbesondere bei Unternehmen aus den Branchen Bergbau, Öl und Gas auf den beiden amerikanischen Kontinenten erfolgreich. Die Chancen stehen gut, dass mit Krüper der Durchbruch in Europa gelingt. Schließlich dürfte der Manager aufgrund seiner Stationen unter anderem bei Rolls-Royce Power Systems, Tognum, MTU und Daimler in der Branche bestens vernetzt sein. Zudem dürfte er sich die Technologie von dynaCERT sehr intensiv angesehen haben, bevor er seinen Posten als CEO bei Hatz aufgegeben hat.

    Seine Berufung bei dynaCERT hatte Krüper folgendermaßen kommentiert: "Ich bin begeistert von der Mission von dynaCERT und dessen kontinuierlichen Fortschritten in der Wasserstofftechnologie. Durch die Planung zusätzlicher Schlüsselinitiativen in den nächsten Monaten und den kommenden Jahren freue ich mich darauf, den Einfluss und die positiven Auswirkungen von dynaCERT auf dem Wasserstoffmarkt zu leiten und weiter voranzutreiben."* Gleich die erste Amtshandlung Anfang August hatte für Aufsehen gesorgt. So gab es ein informelles Gespräch mit Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, rund um Wasserstoff und natürlich die Vorteile von HydraGEN™. Weitere Impulse dürften in den kommenden Monaten folgen. Neben Aufträgen aus Europa würden auch Vertriebskooperationen – wie sie es in Nord- und Südamerika bereits erfolgreich gibt – dynaCERT in Europa weiterbringen und die Konsolidierung der Aktie beenden. Auch eine Übernahme oder Beteiligung durch einen Nutzfahrzeughersteller oder großen Zulieferer erscheint möglich.

    Nel: Übernahmekandidat oder Market-Performer?

    Seitdem Nel vor einigen Monaten die Partnerschaft mit Reliance Industries gemeldet hat, kommen immer wieder Übernahmegerüchte auf. Bisher sieht die Zusammenarbeit der Norweger mit dem größten indischen Privatunternehmen den Vertrieb im bevölkerungsreichsten Land der Erde vor. Zudem will Reliance die Elektrolyseure zur Wasserstoffproduktion von Nel auch weltweit selber nutzen. Gelingt Wasserstoff endlich der Durchbruch, wäre Reliance in der Poleposition für eine Übernahme.

    Derzeit ist bei der Aktie jedoch die Luft raus. Nach den Halbjahreszahlen und der Abspaltung des Betankungsgeschäfts hat Bernstein Research kürzlich die Einstufung "Market-Perform" für die Nel-Aktie bekräftigt. Das Kursziel liegt bei 7,25 NOK. Innerhalb der Peergroup sehen die Analysten derzeit bei thyssenkrupp nucera und ITM Power größere Kurschancen.

    BYD nimmt Vertrieb in Deutschland in eigene Hand

    BYD ist natürlich alles andere als ein Übernahmekandidat. Im Gegenteil, in Deutschland kaufen die Chinesen jetzt einen Vertriebspartner. Denn obwohl BYD im August weltweit mit 370.854 verkauften Fahrzeugen einen neuen Absatzrekord gefeiert hat, landet der Konzern bei den deutschen Neuzulassungen sehr weit hinten. Bis Juli konnte BYD in Deutschland in 2024 insgesamt nur 1.432 E-Autos absetzen. Die Entwicklung in dem größten europäischen Markt scheint für BYD nicht zufriedenstellend zu verlaufen, deshalb jetzt die Übernahme. Immerhin will man eigentlich im Jahr 2026 in Deutschland 120.000 E-Autos verkaufen. Dieses Ziel scheint derzeit kaum erreichbar zu sein.

    Deshalb nimmt BYD den Vertrieb und die Ersatzteilversorgung für den deutschen Markt zunehmend selber. So hat man die Hedin Electric Mobility GmbH mit Verkaufsflächen in Stuttgart und Frankfurt übernommen.
    BYD-Managerin Stella Li: „BYD ist es wichtig, starke lokale Partnerschaften zu pflegen. Die Partnerschaftsvereinbarung mit den deutschen Händlern wird deshalb fortgesetzt. Gemeinsam mit den Handelspartnern wird die BYD Automotive GmbH den hervorragenden Kundenservice und die Garantieunterstützung in Deutschland weiter ausbauen.“


    BYD scheint mit den Absatzzahlen in Deutschland alles andere als zufrieden zu sein, ob die Übernahme die Wende bringt, wird sich wohl erst im kommenden Jahr zeigen. Der neue President hat bei dynaCERT für Aufbruchsstimmung gesorgt. Kommt das Geschäft in Europa in den kommenden Monaten ins Rollen – vielleicht mit einem namhaften Kooperationspartner – könnte sich die Aktie zum Überflieger entwickeln. Bei der Nel-Aktie drängt sich derzeit kein Kauf auf.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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