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10.06.2021 | 06:00

BYD, Varta, Deutsche Rohstoff: Das sind die Aktien der Zukunft

  • Elektromobilität
Bildquelle: Deutsche Rohstoff AG

Neue Technologien krempeln die Märkte um: Die Elektromobilität verändert die Autoindustrie fundamental. Kam es früher noch auf Motorentechnologie an, entscheiden heute die Akkus darüber, welches Automobil als modern angesehen wird und welches nicht. Auch der Trend hin zu regenerativen Energiequellen verändert vieles: Windräder oder auch Solarzellen erfordern viele verschiedene Rohstoffe und treiben deren Nachfrage. Wir beleuchten drei Unternehmen entlang der Lieferkette.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp



 

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Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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BYD: Die Messe ist gelesen

Der chinesische Autobauer BYD wandelte vor einigen Monaten auf den Spuren Teslas: Spannende Modelle und eine spektakuläre Aktie machten weltweit von sich reden. Doch inzwischen ist rund um BYD ein wenig Ruhe eingekehrt. Auf Sicht von drei Monaten steht zwar ein Gewinn von 13,8% zu Buche, doch ist das für die erfolgsverwöhnten BYD-Anleger zu wenig. Allein in den vergangenen drei Jahren ging es für den Wert um 267% nach oben. Doch es sieht danach aus, als habe die Aktie den Großteil ihres Potenzials abgeschöpft.

Trotzdem ist BYD ein gutes Unternehmen. Die Chinesen haben eine eigene Akku-Sparte und stellen sogar eigene Chips her. Letztere waren in den vergangenen Monaten immer wieder knapp. Teils beeinflusste das geringe Chip-Angebot sogar die Produktion großer Autobauer. BYD hat diese Probleme nicht. Da die Tochter-Gesellschaften gesondert an die Börse gebracht werden sollen, entsteht für BYD weiteres Potenzial: Das Unternehmen sichert sich auf diese Weise Kapital, ohne seinen Einfluss gänzlich aufzugeben. Für die Zukunft ist das ein weiser Schritt. Jetzt müssen nur die Kunden noch weiter fleißig zugreifen. Zwar stiegen die Absätze von BYD in den vergangenen Jahren deutlich an, doch hinkt das Unternehmen noch immer hinter den ganz Großen der Branche her. Da diese alteingesessenen Autobauer inzwischen auch elektrisch unterwegs sind, wächst die Konkurrenz für BYD. Das Unternehmen hat gute Voraussetzungen – die Aktie dürfte ihre allerbeste Zeit aber bereits hinter sich haben.

Varta: Viel Unsicherheit

Ähnlich sieht das beim deutschen Batteriehersteller Varta aus. In den vergangenen drei Monaten erlebte die Aktie Höhen und Tiefen. Aktuell notiert der Wert bei 130 EUR und damit deutlich unter dem Jahreshoch bei 180 EUR. Der Spezialist für Knopfzellen und sonstige Akkus will bei der Elektrifizierung der deutschen Automobilindustrie eine wichtige Rolle spielen und selbst Akkus herstellen. Bis Ende des Jahres soll die Pilotproduktion stehen. Ein erster Kunde soll ebenfalls bereits gewonnen sein – Details bleibt das Unternehmen aber bislang schuldig.

Beim Blick in die Zukunft ist Stand heute noch unsicher, wann das neue Geschäft mit Batterien für Elektroautos Gewinne abwerfen wird. Klar scheint allerdings, dass vorab Investitionen nötig werden. Varta hat eine bewährte Technologie und profitiert vom Zuspruch zu Kopfhörern und anderen Kleingeräten. Auch rund um die Medizintechnik haben die Energie-Experten Lösungen. Die Aktie ist aber in einer Seitwärtsbewegung gefangen. Die hohe Volatilität der vergangenen Monate macht eine charttechnische Interpretation der Lage bei Varta schwierig. Hier dominiert Unsicherheit. Für ein Investment sind das schlechte Voraussetzungen.

Deutsche Rohstoff nimmt Kurs auf die Dividende

Anders als bei Varta sieht das charttechnische Bild bei der Deutschen Rohstoff AG aus. Das Unternehmen blickt auf einen stabilen Aufwärtstrend – allein in den vergangenen drei Monaten legte die Aktie um knapp 30% zu. Die Deutsche Rohstoff AG fördert in den USA Öl. Im vergangenen Jahr gelang einer Tochter-Gesellschaft des Unternehmens in Wyoming zudem der Kauf von Förderflächen zu günstigen Konditionen. Neben dem Geschäft mit Öl ist die Deutsche Rohstoff AG auch an Almonty Industries beteiligt , die über eine produzierende Wolfram-Mine in Südeuropa verfügen und erst kürzlich das Richtfest ihrer Ssangdong-Wolfram-Mine in Südkorea gefeiert haben. Dieses Projekt gilt als die größte Wolfram-Mine außerhalb Chinas und könnte einen nennenswerten Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten. Weitere Beteiligungen umfassen Zinn und Seltene Erden.

Im Geschäftsjahr 2020 lieferte die Deutsche Rohstoff AG einen Umsatz von 38,7 Mio. EUR und ein EBITDA von 23,9 Mio. EUR. 2021 erwartet das Unternehmen noch bessere Zahlen und berichtete kürzlich von einem guten Start ins Jahr. Ein gutes Geschäftsjahr 2021 soll auch den Grundstein für eine Dividende legen, die im kommenden Jahr erstmals wieder ausgezahlt werden könnte. Die Aktie der Deutschen Rohstoff AG bietet Zugang zu verschiedenen aussichtsreichen Rohstoffen, ist seit vielen Jahren am Markt und eignet sich für deutsche Anleger etwa als Alternative zu ausländischen Gesellschaften. Die Aktie hat die Krise hinter sich gelassen und könnte nun Kurs auf die Marke von 20 EUR nehmen.


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