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28.06.2022 | 06:00

Das kommt nach der Inflation: BYD, Desert Gold, Barrick Gold

  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Den Lauf der Zeit kann man nicht aufhalten. Als findiger Anleger sollte man sogar versuchen, jeder Entwicklung etwas Gutes abzugewinnen. Besonders leicht fällt dies bei grünen Trends, etwa regenerativer Energie oder E-Mobilität. Doch selbst die aktuelle Krise birgt langfristig Potenziale. Welche das sind und wie Anleger sich gerade jetzt positionieren können, skizzieren wir in den folgenden Zeilen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    BYD: Hier stimmt fast alles, aber…

    Die Aktie von BYD hat in den vergangenen Wochen ein Comeback erlebt und ist sogar auf neue Höchstkurse geprescht. Der Grund: Das Unternehmen ist vielseitig aufgestellt, baut konkurrenzfähige E-Autos und ist auch mit Akkus, Chips und Zubehör rund um die Energiewende gut am Markt vertreten. Statt auf den fahrenden Zug aufzuspringen, könnten Investoren aber gerade jetzt auch einen Fokus auf die Risiken legen. Der G7-Gipfel hat gezeigt, dass die Welt zunehmend in zwei Lager zerfällt. Die Demokratien sehen seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine wieder genauer hin, wenn es um potenzielle Handelspartner geht. Man will sich nicht erpressbar machen und stellt sich rund um Zukunftstechnologie zunehmend unabhängig auf. Darunter könnten Unternehmen wie BYD in Zukunft verstärkt leiden.

    Auch der Nachhaltigkeitstrend dürfte Produkte aus Europa, die transparente Lieferketten inklusive ESG-Zertifizierung bieten, langfristig bevorzugen. Zwar sind Europa und auch die USA längst nicht so weit, doch wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Ob die Aktie von BYD von Anlegern noch so gesehen werden kann, wie vor dem 24. Februar, ist fraglich. Vieles spricht dafür, dass bei Titeln aus China langfristig mehr Risiko eingepreist werden muss.

    Goldpreis: Entscheidend ist, was kommt

    Eine gehörige Portion Risiko ist aktuell am Goldmarkt bereits eingepreist. Unternehmen, wie der Produzent Barrick Gold oder auch der vielversprechende Goldsucher Desert Gold, der in Mali agiert, handeln aktuell unterhalb der Höchstkurse. Dabei zeigen historische Vergleiche, dass das Edelmetall aktuell in keiner schlechten Position ist. Als die Inflation in den 1970er-Jahren schon einmal die Weltwirtschaft bedrohte, verhielt sich Gold ebenfalls zögerlich und konnte mit der Teuerung nicht mithalten. Erst in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre vollzog das Edelmetall einen Befreiungsschlag und vervielfachte sich ab 1976 binnen kurzer Zeit. Die aktuelle Lage bei den Goldpreisen könnte daher die Ruhe vor dem Sturm bedeuten.

    Gold ist weniger Inflationsschutz, als eine Versicherung gegen das, was aus einer Inflation erwachsen kann. Als Folge der Teuerung hat die Zinswende bereits begonnen. Teuerung und Zinswende belasten die Konjunktur und bergen die Gefahr, eine Stagflation heraufzubeschwören. Dabei sinkt die Wirtschaftsleistung, während die Preise galoppieren. Als Folge dessen könnten auch die Staatsschulden wieder zu einem Thema werden. Dann nämlich, wenn die Refinanzierung von Staaten teurer wird und die Steuereinnahmen nach und nach versiegen. Derartige Spannungen waren in der Vergangenheit immer ein gutes Umfeld für den Goldpreis. Beispiele sind die zweite Hälfte der 1970er Jahre, die Staatsschuldenkrise 2011 oder auch der Ausbruch der Corona-Pandemie 2020.

    Wachstumswerte wie Desert Gold mit Potenzial

    Während Unternehmen, wie Barrick Gold, die eine funktionierende Produktion bieten, nah an ihrem tatsächlichen Potenzial bewertet sind, sieht das bei kleineren Gesellschaften wie Desert Gold ganz anders aus. Bei Desert Gold schlummern die Vorkommen noch im Boden. Obwohl sie nach gängigen Bergbaustandards ausgewiesen sind und weiteres Potenzial besteht, gilt die Aktie als deutlich unterbewertet.

    Einer der Gründe dafür ist der Markt, der Goldsucher traditionell mit Abschlägen taxiert. Für langfristig denkende Anleger bedeutet das die Option auf einen Hebel auf den Goldpreis. Sowohl auf Unternehmensebene, als auch aufgrund der geringeren Bewertung der tatsächlichen Vorkommen, birgt Desert Gold Potenzial. Einziger Störfaktor ist der Umstand, dass Explorationsunternehmen ihre Suche nach Vorkommen finanzieren müssen, was hin und wieder Kapitalerhöhungen an der Heimatbörse erfordert. Anleger, die mit der Zyklik dieser Form der Unternehmensfinanzierung umgehen können und Werte wie Desert Gold in Tranchen handeln, können gerade heute langfristige Positionen aufbauen.


    Während Titel wie BYD aktuell ambitioniert bewertet sind, obwohl weltweit Wachstumssorgen vorherrschen, notieren Gold-Werte unterhalb der Hochs. Vor allem kleinere Titel sind angeschlagen und haben zuletzt deutlich verloren. Zwar bestehen auch Finanzierungsrisiken und damit verbunden die Verwässerung von Aktienbeständen nach Ausgabe neuer Anteilsscheine, doch steht dem eine massive Unterbewertung und ein in der Regel großer Hebel zum Goldpreis im Falle eines Edelmetall-Comebacks gegenüber.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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