Menü schließen




08.04.2022 | 05:30

Die nächste E-Auto-Revolution: Volkswagen, Altech Advanced Materials, BYD

  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Höher, schneller, weiter – und auch noch günstiger? Hersteller und Zulieferer von Elektroautos betreten in diesen Tagen Neuland. Mit neuen Batterie-Kompositionen und innovativer Technologie. Zugleich geht es darum, gerade die Elektromobilität so nachhaltig wie nur möglich aufzustellen. Das bedeutet: Nachvollziehbare und transparente Lieferketten und der Verzicht und Metalle aus dubiosen Quellen. Wir gehen drei interessanten Vertretern aus dem Bereich der Elektromobilität auf den Grund und klopfen Chancen für Anleger ab.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , VOLKSWAGEN AG ST O.N. | DE0007664005 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Volkswagen: Bei Nachhaltigkeits-PR schon Weltmarktführer

    Der deutsche Autokonzern Volkswagen hat sich in den vergangenen Jahren vom Saulus zum Paulus gewandelt. Erst Diesel-Skandal, jetzt E-Auto-Offensive. Tatsächlich könnte der Manipulationsskandal für VW zur rechten Zeit ein Schuss vor den Bug gewesen sein – wenn auch ein ziemlich teurer. Heute bekennt sich VW zur Nachhaltigkeit und will die Bereiche Umwelt und Soziales mit ökonomischem Erfolg in Einklang bringen. Dazu gehört die Dekarbonisierung des Unternehmens ebenso, wie die nachhaltige Gestaltung der Lieferketten. Letzteres soll dank der Marktmacht von VW auch eine Signalwirkung auf kleinere Zulieferer haben.

    Dabei will VW neue Standards nicht diktieren, sondern auf Augenhöhe gemeinsam mit Partnern weiterentwickeln und transparent leben. Inwiefern diese wohlklingenden Worte gänzlich ausschließen, dass sich letztlich doch nicht nachhaltig geförderte Metalle in einen verbauten Akku verirren, bleibt offen. Je länger Volkswagen diese Werte aber offensiv vertritt, desto unwahrscheinlicher werden derartige Fehltritte von Partnern. Auch auf das Image zahlt dieses Vorgehen ein – Volkswagen wird schon heute deutlich positiver gesehen, als noch vor Jahren. Die Stammaktien von Volkswagen büßten im letzten Jahr dennoch deutlich ein – um knapp 27% ging es nach unten. Warme Worte sorgen eben noch nicht für gute Kurse. Vor allem die teuren Energiepreise und die Lieferketten-Problematik dürften VW in den letzten Wochen zu schaffen gemacht haben.

    Altech Advanced Materials: Leistungssteigerungen bei Akkus um bis zu 100%

    Nicht so rosig lief es auch für die Aktie von Altech Minerals. Ein Verlust von 3,5% in drei Monaten dürfte aber eher auf Desinteresse, denn auf Verkaufsdruck zurückzuführen sein. Altech Advanced Materials hat es sich zur Aufgabe gemacht, Batterien in Elektroautos zu verbessern. „Wir haben erfolgreich ein Verfahren entwickelt, um Anodenmaterial hauchdünn mit Aluminiumoxid, also keramisch, zu beschichten und erwarten so eine höhere Sicherheit und Steigerung der Batterieleistung und Lebensdauer", so Altech-Direktor Uwe Ahrens in einem Interview. Gelingt es Altech, den Anteil an Silizium an der Anode zu steigern, rechnet das Unternehmen aus Heidelberg damit, selbst Leistungssteigerungen von 50 bis 100% bei Akkus für Elektroautos möglich zu machen. In der Praxis würden die Akkus dann wahrscheinlich aber nicht deutlich länger fahren, sondern stattdessen auch kleiner und leichter werden.

    In Schwarze Pumpe in Sachsen plant das Unternehmen eine Pilotanlage, um dort das Anodenmaterial zu produzieren und der Industrie zur Verfügung zu stellen. Altech glaubt, mit den Prototypen potenzielle Kunden überzeugen zu können. Allein der Standort in Sachsen reiht sich in viele aufstrebende Projekte rund um grüne Mobilität in Mittel- und Ostdeutschland ein. Entscheidend für den eigenen Erfolg sieht Ahrens die Flexibilität: „Wir haben allerdings den großen Vorteil, dass wir viele Eigenschaften verändern können und besonders flexibel sind. Ich kann nicht in die technischen Details gehen, weil es dabei um das Erfolgsrezept von Altech geht, doch glaube ich abstrakt gesprochen, dass wir aufgrund der Reinheit unserer Grundstoffe und der Steuerungsmöglichkeiten im Fertigungsprozess große Vorteile gegenüber der Konkurrenz ausspielen können", so Ahrens. Die Aktie dümpelt aktuell vor sich hin, während das Unternehmen Schritt für Schritt voran geht. Das Recherche-Portal researchanalyst.com hat Altech vor sechs Wochen einen umfassenden Beitrag gewidmet.

    BYD: Gute Technik, Zuspruch des Marktes, aber…

    Unter Anlegern beliebt ist seit Jahren die Aktie von BYD. Als Akkuhersteller gestartet, produziert BYD inzwischen Autos mit langen Reichweiten, Akkus als Stromspeicher, seine eigenen Chips und vieles mehr. Diese Autarkie sorgte gepaart mit dem Zugriff auf Rohstoffe für Jubel-Stimmung unter Anlegern. Doch kann BYD auch Kunden überzeugen? Eine Studie der Berater von Capgemini zeigt, dass 34% der befragten Deutschen aus Gründen der Nachhaltigkeit die Marke wechseln würden. Wenn nun schon Platzhirsche wie VW umfassend und in warmen Worten von ihrer nachhaltigen Mission berichten, wird es für Newcomer wie BYD schwer. Hinzu kommt, dass die Chinesen bisher keine Nachhaltigkeits-Offensive gestartet haben – zumindest medial nicht. Für BYD spricht etwa der Verzicht auf Kobalt in vielen Akkusystemen und die fortgeschrittene Technik. Die Aktie notiert trotz der jüngsten Verluste noch immer 45% höher als vor einem Jahr.

    Trotzdem bleibt offen, inwiefern BYD auch auf den Märkten außerhalb Chinas wird überzeugen können. Hier haben Marken wie Volkswagen einen besseren Ruf und holen auch rund um die Elektromobilität auf. Lachende Dritte könnten innovative Zulieferer wie Altech Advanced Materials werden. Wer Akkus besser und kleiner macht und zudem flexibel ist, hat immer gute Argumente – sei es in Verhandlungen mit Unternehmen aus China oder Europa.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.esg-aktien.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 24.03.2022 | 06:00

    Ist dies das Ende für E-Auto-Aktien wie Tesla? Rock Tech Lithium, Edison Lithium, Volkswagen

    • Elektromobilität

    Immer mehr E-Autos auf unseren Straßen, doch das Handelsblatt sieht den E-Auto-Boom in Gefahr. Was ist da los? Das deutsche Leitmedium für Wirtschaft und Märkte sorgt sich um die steigenden Preise für Batteriemetalle und verweist unter anderem auf den Preis für Nickel, der sich allein im März binnen weniger Tage fast verdoppelt hat. Droht jetzt ein Dämpfer für den E-Auto-Hype? Oder trennt die Entwicklung in der Branche die Spreu vom Weizen? Wir beleuchten drei Aktien und erklären, was es damit auf sich hat.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 17.02.2022 | 06:00

    BYD, Edison Lithium, Rocktech Lithium: Investieren im 'Saudi-Arabien' der Elektromobilität

    • Elektromobilität

    Spätestens seit dem diesjährigen Super-Bowl ist klar: Die mobile Zukunft wird elektrisch. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Die Werbeflächen während des Mega-Sport-Ereignisses sind begehrt. Dieses Jahr warben ganze sieben Unternehmen aus dem Sektor für E-Autos und Zubehör, unter anderem BMW mit einem Spot mit Arnold Schwarzenegger. Weitere Fabrikate, die bis zu 6,5 Mio. USD für 30 Sekunden Werbung auf den Tisch legten: Polestar oder auch Nissan. Doch noch sind E-Autos keine Selbstläufer. Die Technologie stellt Zulieferer und Rohstoffförderer vor Herausforderungen. Wir stellen drei Titel vor, die trotz widriger Umstände gute Voraussetzungen haben, mit ihren Produkten zu punkten.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 09.02.2022 | 06:00

    Varta, Defense Metals, BYD: Was braucht Tesla dringender?

    • Elektromobilität

    Die mobile Zukunft ist elektrisch. Doch welche Unternehmen haben am Ende die Nase vorn? Aktuell überschlagen sich Batteriehersteller und Anbieter von Vorprodukten mit innovativen Lösungen. Zugleich predigen vermeintliche Marktkenner, dass China im Bereich der Elektromobilität sowieso dominant sei. Wie also investieren? Wir nehmen drei Aktien unter die Lupe.

    Zum Kommentar