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12.06.2023 | 06:00

Disruption! Ab jetzt wird alles anders: PayPal, BYD, BioNxt Solutions

  • Disruption
  • Biotech
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Bildquelle: pixabay.com

Was heute in der Startup-Szene Disruption genannt wird, gab es immer schon. Gemeint ist die kreative Zerstörung. Alte Zöpfe abschneiden und die Dinge von Grund auf neu denken. Unternehmen, die auf diese Weise marktfähige Produkte erschaffen, haben gegenüber der Konkurrenz einen Vorsprung – und punkten am Markt mit ihrer Einzigartigkeit. Wir stellen drei Titel vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Bionxt Solutions Inc. | CA0909741062 , PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    PayPals Erfolgsrezept: Einfacher, schneller, günstiger

    Als der Bezahldienst PayPal 1998 in Palo Alto in Kalifornien gegründet wurde, wählten sich die meisten Menschen in Deutschland noch per Modem oder ISDN ins Internet ein. Marktplätze, wie Online-Auktionshäuser, verbreiteten sich erst nach und nach und lebten vor allem von ihrer Innovationskraft. Schnell erkannte das Team um Peter Thiel, dass das vergleichsweise junge Internet schnell auch kommerziell von großer Bedeutung sein würde und man dafür einen Bezahldienst braucht. Die weiteren Jahre sind schnell zusammengefasst: Seit 2004 gibt es PayPal auf Deutsch und seit 2007 hat das Unternehmen auch in Europa eine Banklizenz.

    Im Vergleich zu klassischen Geldhäusern gewann PayPal im Netz schnell die Oberhand – und das, obwohl Kreditkarten zunächst das Zahlungsmittel Nummer 1 im Internet waren. Doch Probleme mit Sicherheit und Handling trieben Kunde scharenweise zu PayPal. Auch die Zusammenarbeit mit eBay, zu dem PayPal zeitweise sogar gehörte, trugen zur Verbreitung des Dienstes bei. Wer regelmäßig etwas ersteigerte, wollte schon bald nicht mehr mit Überweisungen agieren und schätzte zudem den Käuferschutz. Heute ist PayPal so stark am Markt positioniert, dass man der Aktie auch trotz Rezessions-Sorgen etwas zutrauen kann. Obgleich der Kursverluste ist PayPal auf Sicht von acht Jahren noch immer mehr als 65 % im Plus.

    BYD: Flatscreen statt Sportfahrwerk

    Eine Art Revolutionär ist auch der chinesische Autobauer BYD. Im selben Zeitraum erwirtschaftete die Aktie sogar eine Rendite von satten 429 % - und das obwohl die Aktie ebenfalls bereits deutlich unter ihrem Allzeithoch notiert. Warum ist das so? BYD hat früh auf Elektromobilität gesetzt. In diesem Frühling hat man den Bau von Verbrennern gar komplett eingestellt. Ein Alleinstellungsmerkmal von BYD ist auch, dass der Konzern stark auf die Vernetzung und technischen "Schnickschnack" setzt. Große Displays, WLAN, Bluetooth und viele LEDs. Das ist, was vor allem chinesische Kunden mehr überzeugt, als ein straffes Fahrwerk. Warum das so ist, verwundert nicht. Schließlich senden Autos auf Chinas Straßen alle dreißig Sekunden Daten an die Behörden. Fahrspaß definiert sich dann schnell neu. Doch zurück zu BYD: Als aussichtsreiches Unternehmen auf dem wichtigsten Automarkt überhaupt, steht die Aktie selbstverständlich hoch im Kurs. Ob der Ausstieg von Berkshire Hathaway oder Sorgen um einen Handelskrieg zwischen Ost und West: Diese Marktposition überzeugt und ist einzigartig.

    BioNxt macht's besser und günstiger

    Komplett frei von Sorgen um Handelskriege oder Finanzkrisen sind Aktionäre des kanadischen Biotechs BioNxt. Das Unternehmen hat sich in verschiedenen, aussichtsreichen Bereichen positioniert und versteht sich innerhalb des Gesundheitssystems als Problemlöser. Rund um das bekannte Parkinson-Medikament Rotigotin hat man beim deutschen Tochter-Unternehmen Vektor Pharma TF GmbH ein Pflaster entwickelt, das es in Untersuchungen mit Original-Präparaten aufnehmen kann. Aktuell läuft eine klinische Studie zum Produkt an. Bis zum Spätsommer sind Ergebnisse zu erwarten. Erst vor wenigen Monaten hat ein Gericht in den USA den Weg für Generika in eben diesem Bereich freigemacht. Ebenfalls vor einigen Monaten hat BioNxt einen Auftrag über die Produktion eines oral löslichen Produkts erhalten. Um diesen Auftrag erfüllen zu können, hat das Unternehmen am Standort Biberach in eine Beschichtungs- und Schneidemaschine investiert.

    Das Geschäftsfeld der innovativen Darreichungsformen, das inzwischen auch kommerziell Fahrt aufnimmt, ist für BioNxt Solutions überaus vielversprechend. Das Unternehmen schließt nicht aus, künftig auch in anderen Bereichen als Auftragsfertiger zu agieren. Je nachdem, wie effektiv ein Wirkstoff beim Patienten ankommt, kann die Dosis angepasst werden. Das spart Kosten und trifft bei den ohnehin klammen Gesundheitssystemen weltweit einen Nerv. Die beginnende Kommerzialisierung kann für Anleger eine Chance sein. Parallel ist BioNxt im Bereich der Diagnostika engagiert und bietet dort Selbsttests rund um die Mundgesundheit. Für die Produktion von Biosensor-Produkten zur Testung von entzündlichen Erkrankungen des Mundraumes, wie sie etwa als Nebenwirkung bei Medikamenten gegen Opioidmissbrauch vorkommen, besteht bereits eine Absichtserklärung für den US-Markt.


    Unternehmen, die bewährte Produkte von Grund auf neu gedacht haben, haben auch an der Börse Erfolg. Gute Beispiele sind etwa PayPal oder auch BYD. BioNxt Solutions hat in den vergangenen Monaten große Fortschritte bei der Kommerzialisierung seiner Angebotspalette gemacht. Setzt sich der Positiv-Trend fort und stimmen letztlich auch die Zahlen, dürfte die Aktie, die aktuell einen Unternehmenswert von rund 58 Mio. CAD repräsentiert, von vielen Investoren mit neuen Augen gesehen werden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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