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17.08.2022 | 06:00

E-Autos? Darauf kommt es jetzt an! Mercedes-Benz Group, Altech Advanced Materials, Varta

  • Elektromobilität
  • E-Auto
  • Nachhaltigkeit
Bildquelle: pixabay.com

Höher, schneller, weiter: Das ist der Anspruch der Autoindustrie bei neuen E-Auto-Modellen. Tatsächlich hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Von E-Autos aus französischer Fabrikation, die allenfalls um die 200km schafften, bis hin zu Limousinen, die heute 1.000km weit fahren, ist die Entwicklung groß. Dennoch hinkt der Vergleich zwischen Kleinwagen, Limousine oder SUV. Grund genug, sich am Beispiel von drei börsennotierten Unternehmen genauer anzusehen, was E-Autos wirklich besser macht.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Mercedes-Benz: Mehr Effizienz dank neuer Anoden-Technologie

    Die Mercedes-Benz Group galt lange als E-Auto-Nachzügler. Sprach man mit Ingenieuren aus Schwaben, sparten diese nie mit Kritik an den E-Auto-Vorreitern von Tesla oder auch Renault. Zwischen den Zeilen klang dabei immer wieder durch, dass deutsche Hersteller das letztlich doch besser könnten, als die internationale Konkurrenz. Inzwischen scheint es, als sei dieses Selbstbewusstsein begründet.

    Mercedes-Benz Group schafft mit ihrem Prototypen EQXX eine Reichweite von 1.000km. Als Begründung führen die Schwaben aber nicht die riesige Fläche an, die etwa ein SUV für einen Akku bietet, sondern die Effizienz: Anders als andere Batterien hat die im EQXX verbaute Version nur rund 100kwH und schafft zudem mehr Leistung pro Gewichtseinheit: 210Wh/kg sind deutlich effizienter, als die 160Wh/kg beim EQS. Insgesamt wiegt die Batterie nur 495kg. Diese Effizienz erreicht Mercedes dank einer Silizium-Beschichtung der Anode. Üblicherweise ist die Anode in der Batterie mit Graphit beschichtet. Silizium kann aber mehr Lithium-Ionen speichern, was sich positiv auf die Effizienz auswirkt.

    Entscheidend für die Eckdaten des Akkus im EQXX ist das Silizium in der Anode. Quelle: Mercedes-Benz AG

    .

    Altech Advanced Materials plant Hochleistungs-Anoden in Serie

    Diese Silizium-Technologie auch auf die Straße zu bringen, dürfte für Mercedes-Benz die wichtigste Herausforderung sein. Vom Prototypen mit mühsam hergestellten Komponenten, an denen womöglich die Ingenieure selbst Hand angelegt haben, bis zur Serienfertigung, ist oft noch ein weiter Weg. An dieser Stelle könnte aber das deutsche Unternehmen Altech Advanced Materials ins Spiel kommen. Das Unternehmen baut gerade eine Pilotanlage für revolutionäres Anoden-Material. Das Ziel: Die Anode hauchdünn mit Aluminiumoxid beschichten. Dieses Aluminiumoxid kann mit dem von Mercedes-Benz im Prototypen verwendeten Silizium angereichert werden und bietet so die bereits skizzierte Effizienzsteigerung. Altech-CEO Uwe Ahrens verfolgt mit seinem Unternehmen das Ziel, Anoden mit Silizium-Anteil industriell und günstig herzustellen.

    „Anleger müssen wissen, dass die Entwicklung unserer Technologie noch längst nicht am Ende ist. Wenn es uns gelingt, den Silizium-Anteil an der Anode zu steigern, sind auch Leistungssteigerungen von 50 oder 100% möglich. Doch am Ende wird es nicht darum gehen, dass eine Batterie in einem E-Auto eine Reichweite von weit über 1.000km hat. Am Ende geht es darum, praktikable Reichweiten mit Batterien zu erzielen, die leichter, kleiner und somit wesentlich günstiger sind", so Ahrens, der die mittelfristige Bedeutung für Autohersteller betont: „Unser Material stellt eine Drop-In-Technologie dar, die deutlich schneller zum Einsatz kommen könnte."

    Hauptversammlung steht an

    Schon heute kooperiert Altech Advanced Materials mit SGL Carbon und dem spanischen Silizium-Hersteller Ferroglobe. Ziel der Technologie ist es, flexibel auf Anforderungen von Kunden reagieren zu können. Gerade bei Autoherstellern mit verschiedenen Modelltypen bietet sich ein solches Vorgehen an: Manchmal ist die maximale Reichweite entscheidend, ein anderes Mal die Kosten oder andere Faktoren. Altech scheint mit seinem Fokus, den Silizium-Anteil in der Anode zu erhöhen und das Ganze kostengünstig zu realisieren, einen Nerv zu treffen – zumindest ist die Technologie für Mercedes ein Schlüssel zu den überzeugenden Leistungsdaten des Prototypen EQXX. Am 23. August hält Altech seine Hauptversammlung ab. Dabei soll auch über Kapitalmaßnahmen abgestimmt werden. Herrscht hier Klarheit, dürfte sich der Markt wieder stärker auf die Technologie fokussieren.

    Bei Varta läuft's alles andere als rund

    Ein Unternehmen, das wegen seiner Technologie einen guten Ruf genießt, ist Varta. Jedoch rührt dieser Ruf in erster Linie von leistungsfähigen Knopfzellen und Batterien der Unterhaltungselektronik her. Mit dem angekündigten Einstieg in die Elektromobilität preschte die Aktie von mehr als einem Jahr nach oben, doch inzwischen macht sich Ernüchterung breit. Lieferkettenprobleme und Halbleitermangel haben das Geschäft von Varta zuletzt indirekt verhagelt. Auch Details rund um die E-Auto-Technologie sind Mangelware. Die Aktie ist am Markt derzeit out.

    Zuletzt gab das Unternehmen eine neue Guidance aus, die Zahlen kamen nicht gut an. "Dem Management wäre anzuraten, auf die Erwartungen des Marktes einzugehen und den Status Quo im Bereich E-Mobilität genauer zu erläutern", konstatierte researchanalyst.com in einem Report.


    Die Initiative von Mercedes-Benz rund um den EQXX zeigt, dass Technologie von der Stange den Autoherstellern längst nicht mehr ausreicht. Um Kunden zu überzeugen, müssen bahnbrechende Lösungen her. Neben dem Silizium-Anteil in der Anode setzte Mercedes-Benz auch in punkto Aerodynamik und Kühlung durch Fahrtwind neue Maßstäbe. Jetzt gilt es, derartige Ingenieurskunst günstig in Masse zu produzieren. Unternehmen wie Altech Advanced Materials geben vor, rund um Akkus entsprechende Lösungen zu haben. Ist die Finanzierung geklärt und macht der Gesamtmarkt mit, kann hier Potenzial entstehen.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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