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11.01.2023 | 05:30

E-Mobilität - alles aus und vorbei? BYD, Power Nickel, Varta

  • Nickel
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

„E-Autos werden genauso schnell verschwinden, wie sie gekommen sind." Rumms! Dieser Satz des emeritierten Professors für elektrische Messtechnik und Sensorik an der TU Graz, Georg Brasseur, schlägt aktuell hohe Wellen. Doch was bringt den Wissenschafts-Pensionär zu seiner Aussage? Und welche Folgen hat das für die Batterie-Branche und für Anleger? Wir bringen Licht ins Dunkel – und zeigen sogar Chancen auf.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Power Nickel Inc. | CA7393011092 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Kann BYD irren? Das steckt hinter der Kritik

    Blickt man hinter die Aussagen des emeritierten Professors, so führt Brasseur vor allem den aktuell bestehenden Strommangel als Hinderungsgrund für die umfassende Elektrifizierung an. „Woher sollen wir genug Strom nehmen?", so der Professor und moniert, dass der Ausbau der regenerativen Energiequellen mit der Elektrifizierung des Individualverkehrs nicht Schritt hält. Zieht man dafür die Entwicklung der vergangenen Jahre heran, und blickt dabei etwa auf Deutschland, divergieren zwei Entwicklungen deutlich: Es gibt zwar immer mehr E-Autos, doch dauert es mitunter Jahre, um eine Windkraftanlage überhaupt zu genehmigen. Von einer großen Stromtrasse von Nord nach Süd ganz zu schweigen. Hat der Professor aus Graz also Recht?

    Die Warnung von Brasseur kommt in jedem Fall zur richtigen Zeit. Der europäische Strommarkt ist derzeit angespannt. Die Aussagen von Brasseur treffen gerade heute einen Nerv. Doch die Unkenrufe lassen den technischen Fortschritt außer Acht. Berücksichtigt man diesen, könnten E-Autos sogar Teil einer Lösung sein. Dann nämlich, wenn intelligent vernetzte Wallboxen und mit PV-Anlagen ausgestattete Häuser automatisch Energie zur Verfügung stellen können, um Lastspitzen auszugleichen. Die auf diese Weise den Speichern entzogene Energie könnte Kunden entweder vergütet werden oder aber in Form von Strom aus dem Netz jederzeit zur Verfügung stehen. Unternehmen wie BYD positionieren sich schon heute in nahezu allen Bereichen, in denen Batterien zum Einsatz kommen. Die Chinesen bauen nicht nur E-Autos, sondern sind auch im Bereich von PV-Anlagen und vor allem Stromspeicher führend. Schon heute sind Wechselrichter und die dazugehörige Software ziemlich smart – sie speisen etwa überschüssige Energie nicht zum Spottpreis ins Netz ein, sondern werfen auf Wunsch die Wärmepumpe an, entkeimen das häusliche Wasserreservoir oder sorgen für das nächste ausgiebige Vollbad vor. Warum sollte das im großen Stil nicht auch funktionieren? Die Frage stellt sich vor allem deswegen, weil in den kommenden Jahren zahlreiche Häuser modernisiert werden müssen. In Deutschland ist der Anteil an schlecht gedämmten Bestandsgebäuden sehr hoch : Rund 64 Prozent der Wohngebäude sind vor 1979 gebaut worden. Zwei Drittel davon, weisen die schlechtesten Energieklassen F, G oder H auf.

    Power Nickel als Teil der Lösung

    Neben Investitionen in Infrastruktur, zu der auch Gebäude gehören, entwickelt sich auch die Akkutechnologie beständig weiter. Ein Unternehmen, das neben anderen sinnbildlich für diese Entwicklung steht, ist Power Nickel. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Kanada Nickel zu produzieren. Nickel kann etwa das umstrittene Kobalt ersetzen. Nach dem Krieg in der Ukraine sind Nickel-Vorkommen in Russland keine Option mehr und auch auf Lieferanten aus Asien wollen sich westliche Industrienationen nicht mehr uneingeschränkt verlassen. Das NISK-Projekt von Power Nickel soll die Lösung sein. Das Besondere an NISK ist, dass es Nickel der ersten Güteklasse bereithält, das sich für Batterien eignet. Viel Nickel, der auf dem Weltmarkt gehandelt wird, ist für Batterien ungeeignet. „Auf dem Weltmarkt unterscheidet man Class-1-Nickel und Class-2-Nickel. Letzteres ist nicht für die Verwendung in Batterien für E-Autos geeignet. Auch recyceltes Nickel gehört zu dieser Kategorie. Power Nickels NISK-Projekt steht für Class-1-Nickel und sollte daher von allen Trends rund um Elektromobilität und Energiespeicher profitieren", so Power-Nickel-CEO Terry Lynch in einem Interview vom vergangenen März.

    Seit Veröffentlichung des Interviews konnte Power Nickel eine Ressourcenschätzung vermelden, Bezugsrechte für Aktien wurden ausgeführt, eine Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen sowie ein neues Bohrprogramm initiiert. Ergebnisse von 1,17% Nickel über Strecken von rund 25 Metern überzeugten den Markt und trieben die Aktie an. Da NISK neben Nickel auch Kupfer und Kobalt bieten könnte und das Unternehmen mit „Golden Ivan" und weiteren Projekten auch noch ein Gold-Portfolio im Angebot hat, das ausgegliedert werden könnte, ist die Aktie nicht uninteressant. Der Chart bildet langfristig eine für Wachstumsunternehmen typische Tassen-Formation aus. Der Trend ist ungeachtet der Unkenrufe des Professors aus Graz intakt – der Markt fokussiert sich auf Lösungen, nicht auf Probleme.

    "BYD drängt auch auf den europäischen Markt (Quelle: BYD)

    Varta: Über das „Wie" scheiden sich die Geister

    Ähnlich denkt man auch beim Batteriepionier Varta. Das Unternehmen musste im vergangenen Jahr seine Prognose kassieren und tauschte seinen CEO aus. Die Entwicklung zeigt, dass der Kampf um innovative Technologie rund um Batterien selbst für etablierte Industrieunternehmen wie Varta herausfordernd ist. Nach einem kleinen Strohfeuer um den Jahreswechsel hat sich auch die Aktie wieder auf niedrigem Niveau beruhigt. Hier dominieren noch immer die Bären. Sollte das Unternehmen aber operativ Fortschritte vermelden und auch die allgemeine Stimmung am Markt positiv kippen, ist Varta immer für eine dynamische Aufwärtsbewegung gut. Risiken aber bleiben.


    Anleger sollten sich von kritischen Stimmen aus der Wissenschaft nicht irritieren lassen. Die Aussagen von Prof. Brasseur sind gemessen an den Erfahrungen der vergangenen Jahre nachvollziehbar. Doch wie etwa die Planung, Genehmigung und der Bau eines LNG-Terminals in Deutschland in kaum mehr als drei Monaten zeigt, sind positive Veränderungen durchaus möglich, sofern der Druck groß genug ist. Der Renovierungsstau im deutschen Immobilienbestand kann eine Chance sein. Ebenso sind innovative Batterie-Technologien dazu geeignet, die Strom-Netze der Zukunft stabil zu machen – auch mit E-Autos und Wärmepumpen – oder sogar gerade deswegen. Da unklar ist, welche Technologien sich am Ende durchsetzen, sollten Anleger auch Rohstoffunternehmen in den Fokus nehmen. Elemente wie Nickel, Kobalt oder Kupfer werden in Zukunft in jedem Fall gebraucht. Power Nickel mit einem vielversprechenden Projekt in Quebec ist ein Fall für die Watchlist.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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