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25.06.2026 | 04:30

Elektromobilität und das strukturelle Risiko von BMW, Mercedes und Volkswagen: Rock Tech Lithium Aktie vor Neubewertung

  • Elektromobilität
  • Rohstoffe
  • Lithium
Bildquelle: KI

Die Absatzzahlen von E-Autos in Europa steigen kontinuierlich. In der EU wurden in den ersten fünf Monaten 2026 35,7 % mehr batterieelektrische Pkw neu zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil reiner Elektroautos stieg auf 20,0 %. In Deutschland lag der Zuwachs sogar bei 40,9 % und der BEV-Marktanteil lag bei 23,9 %. Bei den beliebtesten Modellen sind deutsche Hersteller vorne mit dabei. Doch wie bei allen europäischen Herstellern bleibt ein strukturelles Risiko: die Abhängigkeit von China in Sachen Batterien. Ohne einen gesicherten Zugang zu Lithium und eigenen Konverterkapazitäten können europäische Autobauer die Wertschöpfung ihrer Elektroautos nicht vollständig kontrollieren. China kann der Konkurrenz jederzeit den „Saft“ abdrehen. Und hier kommt Rock Tech Lithium ins Spiel. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren neu aufgestellt und will die Wertschöpfung bis zu batteriefähigen Lithiumchemikalien abdecken. Die Aktie könnte ein fulminantes Comeback feiern.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , BAY.MOTOREN WERKE VZO | DE0005190037 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Inhaltsverzeichnis:


    Rock Tech Lithium: Aktie vor fulminantem Comeback?

    Steht Rock Tech Lithium vor einem fulminanten Comeback? Vor einigen Jahren hatte das Unternehmen für Furore gesorgt, weil man die erste Lithiumproduktionen in Deutschland aufbauen wollte. Damals ging die Aktie durch die Decke. Doch dass solche Projekte hierzulande Zeit brauchen, auch wenn sie dringend nötig sind, dürfte uns allen bekannt sein. Daher ist Rock Tech Lithium inzwischen auch in Kanada aktiv. Dort sieht man deutlich bessere Voraussetzungen für den Aufbau einer integrierten Lithium-Wertschöpfungskette. Im Interview mit dem IIF erklärt Executive Chairman Dirk Harbecke, warum Kanada bei Genehmigungen, Energiepreisen und politischer Unterstützung inzwischen schneller vorankommt. Aus seiner Sicht wird diese Entwicklung an der Börse bislang kaum berücksichtigt. Daher könnte sich bei der Aktie eine spannende Kaufchance ergeben.

    Rock Tech will sich künftig nicht auf die Rolle eines klassischen Minenbetreibers beschränken. Mit dem Georgia-Lake-Projekt in Ontario und dem geplanten Lithiumkonverter in Red Rock verfolgt das Unternehmen eine Mine-to-Converter-Strategie. Das Ziel ist, Spodumenkonzentrat nicht nur zu fördern, sondern die Wertschöpfung bis zu batteriefähigen Lithiumchemikalien selbst abzudecken. Harbecke verweist darauf, dass China rund 90 % der weltweiten Lithiumkonversion kontrolliere. Für westliche Batterie-Lieferketten sei es daher entscheidend, eigene Verarbeitungskapazitäten aufzubauen. „Canada is a place to be“, sagt Harbecke mit Blick auf die Kombination aus Rohstoffvorkommen, günstiger Wasserkraft und wachsendem industriepolitischem Rückenwind.

    Besonders Ontario habe sich nach Einschätzung des Managements zu einem attraktiven Standort für kritische Rohstoffprojekte entwickelt. Gleichzeitig wachse das Interesse Europas an kanadischen Rohstoffen. Deutschland und andere europäische Staaten suchten nach verlässlichen Partnern außerhalb Chinas. Eine zentrale Herausforderung bleibe dennoch die Finanzierung großer Projekte. Harbecke erwartet jedoch, dass staatliche Programme und internationale Investoren, darunter auch Staatsfonds, künftig stärker in kanadische Rohstoff- und Verarbeitungsprojekte investieren könnten.

    Operativ arbeitet Rock Tech derzeit vor allem daran, die Wirtschaftlichkeit des Georgia-Lake-Projekts deutlich zu verbessern. Während das Projekt in der Schwächephase des Lithiummarkts weniger offensiv kommuniziert wurde, habe das Unternehmen hinter den Kulissen an Prozessoptimierungen, Kostenstruktur und technischem Design gearbeitet. Nun soll die anstehende Machbarkeitsstudie belegen, dass sich die ursprünglich erwarteten Investitionskosten (Capex) um rund 50 % reduzieren lassen. Niedrigere Capex, geringere Finanzierungskosten und sinkende Betriebskosten könnten die Projektmargen spürbar verbessern. Gleichzeitig soll die eigene Rohstoffbasis die Versorgungssicherheit gewährleisten.

    Die nächsten Monate dürften daher spannend werden. Rock Tech will die Machbarkeitsstudie für Georgia Lake bis Ende 2026 abschließen und anschließend Anfang 2027 die finale Investitionsentscheidung treffen. Bei planmäßigem Verlauf könnte die Mine etwa Mitte 2028 in Produktion gehen. Harbecke hält es für möglich, dass Rock Tech einer der ersten Lithiumproduzenten in Ontario wird. Die Nachfrageperspektive stützt sich dabei nicht nur auf Elektroautos, sondern auch auf stationäre Batteriespeicher, erneuerbare Energien und Backup-Lösungen für Rechenzentren. Daher erscheint das aktuelle Kursniveau eine interessante Einstiegschance zu bieten.

    https://youtu.be/4bWMsEsxK9s?si=NBTnk9jJhNwNlX8K

    Elektroautos auch in Europa immer beliebter

    Der Elektroauto-Boom in Europa nimmt 2026 deutlich an Fahrt auf. In der EU wurden von Januar bis Mai 950.521 batterieelektrische Pkw neu zugelassen – ein Plus von 35,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil reiner Elektroautos stieg damit von 15,3 % auf 20,0 %. Jeder fünfte neu zugelassene Pkw in der EU fuhr somit rein elektrisch. Treiber sind neben einer breiteren Modellpalette auch neue oder überarbeitete Förder- und Steueranreize in mehreren wichtigen Märkten.

    Besonders dynamisch entwickelte sich Deutschland. Hier wurden in den ersten fünf Monaten 2026 insgesamt 283.949 batterieelektrische Pkw neu zugelassen, was einem Zuwachs von 40,9 % entspricht. Der BEV-Marktanteil lag bei 23,9 %. Allein im Mai kamen 59.969 reine Elektroautos auf die Straße, knapp 40 % mehr als im Vorjahresmonat. Damit war jedes vierte neu zugelassene Auto in Deutschland ein Stromer. Der deutsche Markt bleibt damit ein zentraler Wachstumstreiber für die europäische Elektromobilität.

    Bei den Modellen zeigt sich, dass Tesla nicht mehr unangefochten ist. Europaweit war das Tesla Model Y im ersten Quartal mit rund 51.700 Zulassungen das meistverkaufte Elektroauto. Es folgten der Škoda Elroq mit rund 28.300 Fahrzeugen, das Tesla Model 3 mit knapp 26.500 Einheiten, der Renault 5 einschließlich des Alpine A290 sowie der Škoda Enyaq. In Deutschland führte der Škoda Elroq die BEV-Rangliste mit 10.399 Neuzulassungen an. Dahinter lagen das Tesla Model Y, der VW ID.3, der VW ID.7 und der Škoda Enyaq. Der E-Auto-Markt wird damit zunehmend breiter. Tesla bleibt stark, doch europäische Hersteller gewinnen mit neuen, besser positionierten Modellen deutlich an Boden.

    BMW will mit seiner Neuen Klasse den Markt aufrollen. Der Premiumhersteller meldete Mitte April 2026 für Europa mehr als 50.000 Neubestellungen des iX3 seit Verkaufsstart. Mehr als die Hälfte aller Bestellungen der X3-Baureihe entfiel auf die rein elektrische Variante. BMW selbst sprach von einer Nachfrage, die die eigenen Erwartungen übertreffe. Bei Mercedes sind die Signale ebenfalls positiv, vor allem beim neuen elektrischen CLA. Mercedes meldete für das erste Quartal 2026 in Europa einen Anstieg der BEV-Verkäufe um 34 %, in Deutschland sogar um 36 %. Gleichzeitig habe sich der Auftragseingang für batterieelektrische Modelle in Europa mehr als verdoppelt. Als wichtige Treiber nennt der Konzern ausdrücklich den elektrischen CLA sowie die neuen elektrischen Varianten von GLC und GLB.

    Das strukturelle Risiko von BMW, Mercedes und Volkswagen

    Trotz des kräftigen E-Auto-Wachstums bleibt für Europas Hersteller ein strukturelles Risiko: die Abhängigkeit von China bei Batterierohstoffen und insbesondere bei der Lithiumraffination. Ohne einen gesicherten Zugang zu Lithium und eigenen Konverterkapazitäten können europäische Autobauer die Wertschöpfung ihrer Elektroautos nicht vollständig kontrollieren. China dominiert die Verarbeitung des Batterierohstoffs und könnte bei geopolitischen Spannungen, Exportbeschränkungen oder gezieltem Preisdruck jederzeit zum Engpass werden – den europäischen Herstellern also bildlich gesprochen den „Saft“ abdrehen. Der Aufbau eigener Lieferketten vom Bergbau über die Konversion bis zur Batterieproduktion ist daher nicht nur Industriepolitik, sondern eine strategische Voraussetzung für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie.

    Fazit

    Rock Tech Lithium hat sich neu aufgestellt. Die Fortschritte in Kanada sind vielversprechend. Die Aktie scheint dies noch nicht einzupreisen. Die deutschen Automobilhersteller scheinen beim Thema Elektromobilität mithalten zu können. Allerdings muss die strategische Abhängigkeit bei der Batterie als Schlüsselkomponente beendet werden.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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