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06.11.2025 | 04:30

Hat Deutschland ein Drohnen-Problem? Hensoldt, TKMS, Helsing, NEO Battery Materials Aktie!

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  • Drohnen
Bildquelle: Rheinmetall

Drohnenalarm an deutschen und europäischen Flughäfen! Gleichzeitig wird die Kritik an der deutschen Rüstungspolitik lauter. Investiert der Bund zu viel in Panzer & Co. und zu wenig in Drohnen und deren Abwehr? Dieser Meinung ist nicht nur der Chef des neuen deutschen Drohnen-Stars Helsing. Auch andere Experten warnen. Anders im Rest der Welt. Dort steigt die Nachfrage nach Drohnen deutlich. Davon profitiert auch NEO Battery Materials. Für die Produktion der Hochleistungsbatterien hat man sich kürzlich eine bestehende Fabrik in Südkorea gesichert. Erste Millionenaufträge liegen ebenfalls vor. Und was macht TKMS? Die Aktie ist in den vergangenen Tagen abgerutscht. Bringen Großaufträge neuen Schwung?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001 , NEO BATTERY MATERIALS LTD | CA62908A1003

Inhaltsverzeichnis:


    Drohnen-Alarm in Deutschland: Milliarden falsch investiert?

    Nicht nur der Drohnenalarm an europäischen Flughäfen und kritischer Infrastruktur wird lauter, auch die Kritik an der deutschen Rüstungspolitik nimmt zu. Branchenvertreter und Sicherheitsexperten bemängeln, dass der Bund zu stark auf klassische Waffensysteme wie Panzer setzt – und die Investitionen in Drohnen und unbemannte Systeme vernachlässigt. Besonders deutlich wurde jüngst Gundbert Scherf, Mitgründer des Münchner Verteidigungsunternehmens Helsing. Er warnte, dass moderne Kriegsführung, wie sie in der Ukraine zu beobachten ist, längst von Drohnen dominiert werde. Rund 80 % bis 90 % der Verluste auf beiden Seiten gingen dort auf Drohnenangriffe zurück, doch Deutschland investiere weiter Milliarden in gepanzerte Fahrzeuge, deren Wirksamkeit unter neuen Gefechtsbedingungen zunehmend infrage stehe.

    Auch andere Stimmen warnen. Sicherheitsexperte Nico Lange kritisierte, die Bundeswehr beschaffe Panzer, ohne ausreichend über Schutz- und Abwehrsysteme gegen Drohnen nachzudenken. Ein Branchenmanager sprach gar von einem Budgetverhältnis von „99 : 1“ zugunsten klassischer Systeme. Ökonomen wie Moritz Schularick und Niall Ferguson warnten zudem, Deutschland kaufe „die falschen Waffen gegen Putin“ – und laufe Gefahr, technologische Trends zu verschlafen, die den Krieg der Zukunft prägen werden. Während Länder wie die USA, Großbritannien und Frankreich ihre Drohnenkapazitäten massiv ausbauen, ist der deutsche Etat für unbemannte Systeme bislang überschaubar.

    Die Folgen einer solchen Schieflage könnten gravierend sein. Militärisch droht die Bundeswehr, auf zukünftigen Einsatzfeldern ins Hintertreffen zu geraten, wenn sie auf teure, wartungsintensive Technik setzt, die kaum gegen Schwärme günstiger Drohnen bestehen kann. Wirtschaftlich besteht das Risiko, Milliarden in Ausrüstung zu binden, deren taktischer Nutzen sinkt. Strategisch warnen Experten davor, dass Deutschland erneut zu spät auf einen Technologiewandel reagiert – ähnlich wie bei der Digitalisierung oder der Energiepolitik. Ohne eine Kurskorrektur könnte die Bundeswehr in wenigen Jahren über modernste Panzer verfügen, denen aber das digitale und unbemannte Rückgrat fehlt.

    Hensoldt und Rheinmetall: Profitieren von der Nähe zur Politik

    Die großen Rüstungskonzerne wie Rheinmetall, Renk und Hensoldt investieren in Drohnentechnologie und andere autonome Systeme. Rheinmetall versucht sich als Drohnenanbieter zu positionieren. Das Unternehmen entwickelt sowohl kleine taktische Aufklärungsdrohnen als auch größere bewaffnete Systeme und arbeitet parallel an Lösungen zur Drohnenabwehr. Eine strategische Kooperation mit dem US-Unternehmen Anduril Industries soll den Einstieg in autonom gesteuerte Luftfahrzeuge und Schwarmtechnologien beschleunigen. Damit reagiert Rheinmetall auf die wachsende Nachfrage nach Drohnenplattformen für Aufklärung, Gefechtsunterstützung und Präzisionsschläge.

    Auch Hensoldt setzt auf die zunehmende Bedeutung unbemannter Systeme, konzentriert sich dabei aber stärker auf Sensorik und Abwehrtechnologien. Mit dem System „Elysion C-UAS“ hat der Konzern eine modulare Lösung entwickelt, die Radar-, Funk- und optische Sensoren kombiniert, um Drohnen frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Darüber hinaus arbeitet Hensoldt an der Weiterentwicklung elektronischer Aufklärungssysteme. Zudem wurde im Oktober 2025 eine Kooperation mit dem Drohnenhersteller AVILUS GmbH bekanntgegeben. Gemeinsam sollen unbemannte Luftfahrtsysteme („UAVs“) entwickelt und vermarktet werden.

    NEO Battery Materials: Batterien für Megatrends

    Der Krieg in der Ukraine dürfte klar gemacht haben, dass Drohnen eine wichtige Rolle im militärischen Bereich – egal ob Angriff oder Verteidigung – spielen und die Bedeutung noch zunehmen wird. Grand View Research erwartet beispielsweise, dass sich der weltweite Branchenumsatz bis 2030 auf 87,6 Mrd. USD mehr als verdoppeln wird. Hinzu kommen Drohnen für zivile Zwecke. Von diesem Trend profitiert NEO Battery Materials. Das kanadische Unternehmen bietet kostengünstigere, siliziumverstärkte Batterien, die mehr Energie speichern und schneller zu laden sind. Die Wachstumschancen sind glänzend. Denn auch die Anzahl an Robotern und E-Autos dürfte in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Was benötigen diese? Richtig, Batterien.

    NEO will künftig alle drei gängigen Batterieformate – Pouch-, zylindrische und prismatische Zellen – abdecken. Für Investoren ist die Aufnahme der Massenproduktion ein wichtiger Meilenstein: Das Unternehmen steht kurz vor dem Abschluss eines Mietvertrags für eine betriebsbereite, umsatzgenerierende Fabrik in Südkorea. Dort sollen künftig maßgeschneiderte Hochleistungsbatterien für Drohnen, Robotik, KI-Elektronik, Energiespeicher und E-Mobilität produziert werden. Im September 2025 hat NEO bereits einen Millionenauftrag von einem asiatischen Drohnenhersteller an Land gezogen. Dem Kunden sollen Batterien für industrielle Lastdrohnen geliefert werden. Zudem will NEO andere Batteriehersteller mit modernen Siliziumanodenmaterialien beliefern und so den Umsatz schnell hochfahren. Mit einem Hersteller besteht bereits die Abnahmevereinbarung für 50 Tonnen Siliziumanodenmaterialien innerhalb der kommenden 4 Jahre.

    Zuletzt hat eine Kapitalerhöhung den Kurs belastet. Die Transaktion ist inzwischen abgeschlossen und NEO hat 5 Mio. CAD für die Expansion eingenommen. Weitere Aufträge könnten die Aktie antreiben.

    TKMS: Aktie rutscht ab

    TKMS ist die neueste Rüstungsaktie am deutschen Kapitalmarkt. Nach dem gelungenen Börsendebüt ist das Wertpapier inzwischen allerdings unter die Marke von 80 EUR gerutscht. Die Chancen auf Großaufträge aus Indien und Kanada konnten dies nicht verhindern. Stattdessen folgten Anleger konservativeren Analystenstimmen.

    So hatte die Deutsche Bank in der Erststudie zu TKMS eine Halteempfehlung ausgesprochen. Zwar sei das Unternehmen im maritimen Bereich gut aufgestellt und verfüge über Wachstumschancen. Diese seien allerdings auch schon im Kurs eingepreist. Die Analysten sehen den fairen Wert bei 75 EUR. Ähnlich sieht es Bernstein Research. In einem günstigen Umfeld sei das Unternehmen auf Turnaroundkurs. Dennoch halten die Analysten die Euphorie um die Erstnotierung für übertrieben und nannten ein Kursziel von 74 EUR. Gestern notierte die TKMS-Aktie bei 76 EUR.


    Fazit

    Drohnen, Robotik, Elektromobilität – NEO kann in den kommenden Jahren gleich von mehreren Megatrends profitieren. Dabei ist das Unternehmen kein Entwicklungsstartup, sondern verfügt bereits über Produktionskapazitäten und Aufträge. Das Auftragsbuch ist auch bei Rheinmetall gut gefüllt. Allerdings mehr mit klassischer Militärtechnik. Ein Problem für Deutschland? TKMS könnte in den kommenden Wochen Großaufträge an Land ziehen. Dies könnte der Aktie neuen Schwung verleihen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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