04.05.2026 | 04:30
KAUFEN oder VERKAUFEN? thyssenkrupp nucera, Nordex, Pure One Aktie im Check!
Die Aktie von Nordex hat im laufenden Jahr viel Rückenwind. Operativ läuft es glänzend. Doch vielleicht ist die Aktie zu stark gelaufen? Ist eine Korrektur um 20 % möglich? Dies glauben Analysten und raten zum Verkauf. Dagegen soll bei Pure One im laufenden Jahr der Durchbruch gelingen. Die Australier arbeiten an Nutzfahrzeugen mit Brennstoffzellen und Batterie. In beiden Bereichen gibt es Erfolge. Die Aktie wird auf Tradegate gehandelt und könnte dieses Jahr durchstarten. Dagegen hat thyssenkrupp nucera zuletzt mit einer Gewinnwarnung enttäuscht. Ist damit der Boden erreicht? Analysten sehen jedenfalls eine Kaufchance. Sie erwarten in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum bei Umsatz und Gewinn.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
PURE ONE CORPORATION LIMITED | AU0000442865 | ASX: P1E , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Pure One. Gelingt 2026 der Durchbruch?
Wer macht das Rennen, Wasserstoff oder Elektromobilität? Diese Diskussion ist wohl unendlich und wohl erst in einigen Jahren klar zu beantworten. Doch dann dürfte die größte Rendite beim Gewinner eingefahren sein, zumal voraussichtlich beide Technologien ihre Einsatzbereiche finden werden. Daher sollte man auch beim Investieren auf beides setzen. Beides in einer Aktie bekommt man bei Pure One. Der australische Nebenwert steht vor einem spannenden Jahr.
Der jüngste Quartalsbericht hat gezeigt, dass das Unternehmen auf einem guten Weg ist. Hervorzuheben ist die Fertigstellung von zwei wasserstoffbetriebenen 32-Tonnen-Betonmischfahrzeugen für Heidelberg Materials. Diese spezialisierten Lkw, die mit einem leistungsstarken 200-kW-Brennstoffzellensystem ausgestattet sind, stehen kurz vor der Abnahme. Der deutsche Konzern wird sie an seinem australischen Standort in Rockingham einsetzen. Kann Pure One zeigen, dass die Wasserstofftechnologie selbst in den anspruchsvollsten Bereichen der Schwerlastindustrie eine leistungsstarke und saubere Alternative zum Diesel darstellt, ist das Potenzial allein in Australien riesig.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine innovative Battery-Wechsel-Strategie voran und bereitet den Markteintritt der "Alpha Series" vor. Dieses System ermöglicht es, entladene Batterien in wenigen Minuten gegen volle auszutauschen, was Standzeiten minimiert und die Effizienz für Logistik- und Bauunternehmen maximiert. Mit einem attraktiven Einstiegspreis von rund 200.000 AUD für die ersten Fahrzeuge der Serie sieht sich Pure One wettbewerbsfähig. Die ersten Demonstrationsfahrzeuge werden bereits im kommenden September-Quartal in Australien erwartet, um potenziellen Kunden die Vorteile dieser flexiblen Lösung praxisnah zu präsentieren.
Und es gibt noch mehr Positives zu berichten. Neben erfolgreichen Testläufen eines Wasserstoff-Müllfahrzeugs in Byron Bay lieferte Pure One kürzlich einen vollelektrischen EV70-Minibus an die gemeinnützige Organisation SWCT aus. Dieser rollstuhlgerechte Bus ersetzt herkömmliche Dieselfahrzeuge und wird durch eine integrierte Erneuerbare-Energien-Lösung nahezu CO2-neutral betrieben. Durch geringere Betriebskosten und eine jährliche Ersparnis von rund 15 Tonnen CO2 zeigt Pure One, dass ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Effizienz Hand in Hand gehen können.
Die Aktie von Pure One wird in Deutschland auch auf Tradegate gehandelt. Die Marktkapitalisierung liegt bei unter 20 Mio. EUR. Gelingt im laufenden Jahr der kommerzielle Durchbruch, erscheint die Aktie zu günstig.
thyssenkrupp nucera: Jetzt kaufen?
Richtet sich der Blick bei der Aktie von thyssenkrupp nucera wieder nach oben? Immerhin konnte das Wertpapier seit der Gewinnwarnung im März wieder über 10 % zulegen und schloss am Freitag bei 8,72 EUR.
Die deutsche Wasserstoffhoffnung hatte die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt. Grund waren primär temporäre Rückschläge im Bereich grüner Wasserstoff. Höhere Optimierungskosten für bereits ausgelieferte Module, die Beendigung eines US-Pilotprojekts sowie bilanztechnische Effekte belasten demnach kurzfristig Umsatz und EBIT. Während das Segment Chlor-Alkali weiterhin solide performt und die Schwäche teilweise abfedert, erwartet das Unternehmen auf Konzernebene nun einen Umsatz von 450 bis 550 Mio. EUR und ein EBIT zwischen -80 und -30 Mio. EUR.
Die Analysten von mwb research sehen weiterhin Luft nach oben bei der Aktie. Trotz der kurzfristigen Anpassungen betrachten die Experten die Revision als weitgehend technisch sowie projektbedingt und halten an der langfristigen Wachstumsstory fest. Ein neuer Großauftrag aus Spanien und die Erwartung steigender Serviceeinnahmen stützen den positiven Ausblick auf den Markthochlauf. Dank einer starken Cash-Position von über 600 Mio. EUR sieht mwb das Unternehmen gut gerüstet, um das Übergangsjahr 2026 zu überstehen, und bestätigt daher die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 15,00 EUR. Für das kommende Jahr erwarten die Analysten, dass thyssenkrupp nucera 659 Mio. EUR umsetzen wird. In 2028 sollen es dann 791 Mio. EUR sein. Das EBIT soll von 16 Mio. EUR im kommenden Jahr auf 40 Mio. EUR in 2028 steigen.
Nordex: Jetzt verkaufen?
Während thyssenkrupp nucera mit Rückschlägen zu kämpfen hat, brummt bei Nordex das Geschäft. Die Analysten von mwb research erwarten, dass der Spezialist für Windkraftturbinen seinen Umsatz im laufenden Jahr von 7,6 Mrd. EUR auf 8,8 Mrd. EUR steigern wird. In 2027 sollen es dann 9,8 Mrd. EUR sein, bevor in 2028 die Marke von 10 Mrd. EUR übersprungen wird. Der Nettogewinn soll im laufenden Jahr bei 445 Mio. EUR liegen und bis 2028 auf 602 Mio. EUR klettern. Zur Einordnung: Im Jahr 2024 lag der Nettogewinn von Nordex noch bei überschaubaren 9 Mio. EUR.
Mit dem Start von Nordex in das Jahr 2026 sind die mwb-Analysten zufrieden. Besonders positiv hervorzuheben sei die operative Verbesserung. Die EBITDA-Marge stieg auf 8,2 %, was auf Skaleneffekte, ein stabiles Preisniveau und den wachsenden Anteil des margenstarken Servicegeschäfts zurückzuführen ist. Trotz eines negativen freien Cashflows von rund 98 Mio. EUR, der primär aus einer Normalisierung des Working Capitals resultierte, bleibt die Auftragslage mit einem Gesamtbestand von 17 Mrd. EUR (entspricht etwa dem zweifachen Jahresumsatz) äußerst robust.
Dennoch empfehlen die Analysten, die Nordex-Aktie zu verkaufen. Der Grund hierfür liegt in der Bewertung. Nach einem Kursanstieg von rund 60 % seit Jahresbeginn wird die Aktie mit einem KGV von ca. 24 für 2026 gehandelt. Aus Sicht der Analysten ist das positive Szenario damit weitgehend eingepreist, während das Chance-Risiko-Verhältnis angesichts der zyklischen Branchenrisiken zunehmend unattraktiv erscheint. Sie sehen den fairen Wert der Nordex-Aktie bei 40 EUR. Derzeit notiert die Aktie über 48 EUR.
Damit ist mwb aber der klare Nordex-Bär. Zu den Bullen gehört beispielsweise Berenberg. Deren Analysten haben die Aktie des Spezialisten für Windkraftturbinen im Anschluss an die Quartalszahlen erneut zum Kauf empfohlen. Das Kursziel haben sie von 50 EUR auf 57 EUR angehoben.
Fazit
Das technologieoffene Geschäftsmodell von Pure One ist spannend. Zumal man bei Nutzfahrzeugen mit Brennstoffzellen und Batterien im laufenden Jahr Erfolge erwarten kann. Der Erfolg blieb bei thyssenkrupp nucera bisher aus. Ein Kauf der Aktie drängt sich derzeit nicht auf. Nordex hat weiterhin Momentum allerdings ist der Hinweis der mwb-Analysten richtig, dass die Branche zyklisch ist.
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