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24.08.2022 | 06:00

Lithium-Kreislaufwirtschaft und neue Vorkommen: Mercedes-Benz Group, Edison Lithium, Varta

  • Lithium
Bildquelle: pixabay.com

Rund um E-Autos schreitet der Fortschritt kontinuierlich voran. Um einen Stoff kommen die Unternehmen aber bei der Elektromobilität nie herum: Lithium. Woher Lithium stammt, welche Möglichkeiten des Recyclings es gibt und wie moderne Technologie aus dem „weißen Gold" so viel herausholt, wie nur möglich, erklären wir am Beispiel der Aktien von Mercedes-Benz Group, Edison Lithium und Varta. Los geht's!

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Edison Lithium Corp | CA28103Q1090 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Mercedes-Benz Group: Den Fortschritt im Blick

    Schon 2020 gab Mercedes-Benz Group bekannt, nur noch Batterierohstoffe aus zertifizierten Quellen nutzen zu wollen. Die Schwaben haben früh erkannt, dass auf nachhaltige Ankündigungen auch nachhaltige Taten folgen müssen, um Kunden zu überzeugen. Ab 2023 soll im badischen Kuppenheim unweit der Mercedes-Benz-, bzw. Daimler-Truck-Standorte Rastatt und Gaggenau eine Pilotanlage zum Recycling von E-Auto-Batterien entstehen. Den Machern hinter der Pilotanlage, zu denen unter anderem auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehört, schweben Recyclingquoten von bis zu 96% vor. Zunächst sei eine Jahreskapazität von 2.500t geplant. In einem nächsten Schritt sollen die gewonnenen Erkenntnisse genutzt werden, um die Prozesse im großen Stil kostengünstig auszurollen.

    Von einer Pilotanlage bis hin zur Serienfertigung dauert es für gewöhnlich noch eine Weile. Doch tut Mercedes-Benz gut daran, schon heute alles zu unternehmen, um die Angebots-Lücke bei Lithium, die sich vor allem für anspruchsvolle Kunden mit ESG-Profil auftun wird, zu schließen. Marktkenner gehen aktuell davon aus, dass allein die europäische Nachfrage nach dem „weißen Gold" bis 2030 um das 18-fache ansteigen könnte. Die von Mercedes geplante Kreislaufwirtschaft macht vor diesem Hintergrund Sinn, wird aber nicht alle Probleme lösen. Lithium aus nachhaltigen Quellen wird in den kommenden Jahren dringend gebraucht. Da Mercedes-Benz Group neben Investitionen ins Recycling auch mit innovativer Batterietechnologie experimentiert, um die Effizienz der Batterien, wie beim Prototypen EQXX, deutlich zu steigern, erscheint das Unternehmen langfristig gut positioniert. Für Kaufpanik gibt es kurzfristig aber keinen Grund.

    Edison Lithium: Spekulative Wette auf Lithium

    Schon eher im Blick behalten sollten Anleger die Aktie von Edison Lithium. Zwar hat sich hier in den vergangenen Wochen in punkto News eher wenig getan, doch gilt die Aktie als „markteng". Dreht die Stimmung rund um Lithium-Titel im Frühstadium, sind Anleger besser bereits positioniert. Dem Kurs hinterherzulaufen macht bei kleinen Werten in der Regel wenig Sinn. Edison Lithium verfügt über zwei Explorationslizenzen in Argentinien und agiert dort unweit des größten argentinischen Lithium-Produzenten Livent. Da das Unternehmen für seine Lizenzen nur rund 1,85 Mio. USD bezahlt hat und die Aktie zudem nur einstellig bewertet ist, können allein aus diesen Eckdaten Chancen entstehen.

    Da die gesamte Region rund um das Antofalla-Becken in der Vergangenheit zahlreiche Unternehmen, wie etwa Albemarle, Lake Resources oder auch Posco und Allkem angezogen hat, bietet die Region eine gute Infrastruktur für Unternehmen wie Edison Lithium. Die Aktie ist ein Smallcap, das Unternehmen steht ganz am Anfang. Die Lage der Liegenschaften und die dafür bezahlten Preise sprechen jedoch für Potenzial. Die Aktie steckt in einem flachen Abwärtstrend, hat sich zuletzt aber bei abnehmenden Volumina stabilisiert. Der Titel ist für Antizykliker interessant und macht sich auf jeder Watchlist gut.

    Varta: Geht's jetzt endlich los?

    Auf jeder Watchlist war in den vergangenen Jahren auch die Aktie von Varta zu finden. Der Spezialist für Batterien und Akkus galt zwischenzeitlich als die deutsche E-Auto-Aktie. Dabei hatte Varta nur angekündigt, ins Geschäft einsteigen zu wollen. Danach ist lange nichts passiert.

    Im Februar dieses Jahres gründete Varta dann die eigene E-Auto-Tochter. Die Gesellschaft mit dem Namen Pertrix V soll Beteiligungen rund um E-Mobilität aufbauen. Das Geschäft von Varta könnte sich nach ersten Details rund um Lithium-Ionen-Batterien drehen, die sich besonders schnell laden lassen. Weitere Details ist Varta bisher aber schuldig geblieben. Die Aktie handelt aktuell am Verlaufstief. Auch hier gibt es wenig Gründe, heute einzusteigen.


    Von den großen Unternehmen rund um E-Mobilität ist Mercedes-Benz der Akkuschmiede von Varta vorzuziehen. Der Grund: Die Schwaben verkaufen schon heute Autos wie geschnitten Brot und gehen offensiv nach vorne, wenn es um Innovationen geht. Eher schweigsam ist dagegen Varta. Große Details sind auch beim Lithium-Sucher Edison Lithium bislang ausgeblieben. Das ist bei einem Unternehmen im frühen Stadium allerdings nicht unüblich und macht für viele spekulative Investoren und antizyklisch denkende Anleger den Reiz aus. Wer bei derartigen Aktien einen Fuß in die Tür stellt, wenn sie am Markt vergleichsweise wenig gefragt sind, hat oft schon den ersten richtigen Schritt gemacht.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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