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07.07.2021 | 04:44

NEL, Enapter, Plug Power: Drei Wasserstoff-Aktien – zwei Meinungen

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Wasserstoff ist eine Zukunftstechnologie. Kommen bei der Herstellung von Wasserstoff regenerative Energien zum Einsatz, ist der Energieträger sogar richtig sauber. Vor allem, wenn es um große Gefährte, wie etwa Schiffe oder Züge geht, kann Wasserstoff seine Stärken ausspielen. Auch in Trucks kann Wasserstoff zum Einsatz kommen. Weitere Einsatzgebiete sind etwa die dezentrale Energieversorgung. Wir stellen drei Unternehmen rund um Wasserstoff vor und erklären, wie die jeweiligen Aktien zu sehen sind.

Lesezeit: ca. 2 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ENAPTER AG INH O.N. | DE000A255G02 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    NEL: Was wird aus dem Star der Szene?

    NEL ist so etwas wie der Star der Wasserstoff-Szene. Das Unternehmen aus Norwegen machte im vergangenen Jahr von sich reden und sorgte auch an der Börse für spektakuläre Kursgewinne. In der Spitze schaffte es der Wert von 1,50 EUR auf über 3,30 EUR in nur wenigen Monaten. Inzwischen hat sich die Euphorie aber wieder gelegt. Immer wieder korrigiert der Wert im Abwärtstrend und legt kleine Zwischensprints aufs Parkett. Dabei keimt vor allem bei unerfahrenen Anlegern immer wieder Hoffnung auf ein Comeback auf. Statt zu träumen, sollten sich Privatanleger aber mit den Realitäten auseinandersetzen.

    NEL kümmert sich um Herstellung, Lagerung und Transport von Wasserstoff. Das Unternehmen hat sich rund um den Energieträger einen guten Namen gemacht. Die operative Entwicklung verläuft aber trotzdem schleppend: Zehn Tankstellen hier und eine weitere Absichtserklärung dort, locken erfahrene Börsianer nicht aus der Reserve. Damit die Aktie wieder zurück in die Spur findet, muss operativ mehr geschehen. Bis dahin lebt NEL von seinem großen Namen.

    Enapter: Mit Massenfertigung ans Ziel

    An einem großen Namen arbeitet Enapter noch. Die Chancen stehen aber gut, dass das Unternehmen gerade hierzulande durchstartet. Wasserstoff gilt in der Politik als eine der wichtigen Zukunftstechnologien. Enapter will in der Klimakommune Saerbeck in Nordrhein-Westfalen 300 Arbeitsplätze schaffen und dort seine Elektrolyseure zur Herstellung von Wasserstoff fertigen. Insgesamt ist geplant, dort jedes Jahr bis zu 100.000 Elektrolyseur-Einheiten herzustellen. Aktuell befindet sich das Projekt im Bau, der 2022 abgeschlossen sein soll.

    Die Vorteile der Enapter-Technologie liegen in der modularen Bauweise. So lässt sich die Wasserstoff-Produktion leicht erweitern und der Prozess bei Bedarf auch aus der Ferne anstoßen. Die Technologie kommt zudem ohne teures Katalysatormaterial, wie Iridium und Platin aus und soll dank der angestrebten Massenfertigung auch besonders günstig werden. Die Aktie von Enapter befindet sich nach dem ersten Quartal, das für alle Wasserstoff-Werte ein eher schwächeres war, auf Erholungskurs. Die Aktie ist spekulativ, doch ist der Weg für den nachhaltigen Erfolg von Enapter bereitet. Die Aktie ist eine gute Alternative zu Werten wie NEL, denen der Markt bereits große Vorschusslorbeeren gegeben hat.

    Plug Power: Warum die Ruhe trügerisch ist

    Vorschusslorbeeren hat auch die Aktie von Plug Power erhalten. Der Hersteller von Wasserstoff-Brennstoffzellensystemen ist bereits seit rund zwei Jahrzehnten rund um Wasserstoff aktiv. Eines der Ziele des Unternehmens ist es, Brennstoffzellen zu entwickeln, die innerhalb von wenigen Minuten wieder aufgeladen werden können. Neben einer Kooperation mit Amazon , das die Wasserstoff-Technologie von Plug Power unter anderem in Lagerhäusern einsetzt, besteht auch eine Kooperation mit SK Group, die auch 10% der Aktien an Plug Power halten. Die Aktie hat sich nach dem Ausverkauf in den ersten Monaten des Jahres ebenfalls wieder erholt. Die jüngste Ruhe ist trotzdem trügerisch. Auch bei Plug Power kommt es darauf an, dass das Unternehmen seine Technologie-Kunden näher bringen kann und Umsätze erzielt.


    Während NEL und auch Plug Power alte Hasen im Geschäft mit Wasserstoff sind, ist Enapter erst seit wenigen Monaten an der Börse. Die Technologie gibt es schon länger und die Pläne zur Massenfertigung von Elektrolyseuren klingen vielversprechend. Da eine neue Wachstumsbranche früher oder später vor einer Konsolidierung steht, kann es nur Sinn machen, in einen Preisbrecher zu investieren. Zwar ist auch die Aktie von Enapter spekulativ, doch ist das Unternehmen auch auf einem guten Weg. Ab 2022 wird es auch für Enapter ernst. Dann müssen handfeste Absatzzahlen folgen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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