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16.04.2021 | 05:00

NEL, Enapter, Plug Power: Wasserstoff? Es geht erst richtig los!

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Betrachtet man die Kurse ausgewählter Wasserstoff-Aktien, so könnte man glauben, der Hype sei vorbei. Doch die Großen der Industrie springen erst jetzt auf den Zug auf. Bosch hat beispielsweise beschlossen, bei Brennstoffzellen für LKW so richtig durchstarten zu wollen. Ziel ist es, die Technologie in China zu etablieren. Hier wartet ein großer Markt, der zudem wegweisend für andere Absatzmärkte sein könnte. Spezialisierte Unternehmen aus dem Wasserstoff-Sektor könnten davon profitieren – schließlich sind große Industrieunternehmen, wie etwa Bosch, immer an neuer Technologie interessiert.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DE000A255G02 , NO0010081235 , US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    NEL: Hier ist Ruhe eingekehrt

    Das norwegische Unternehmen NEL bietet alles rund um Herstellung, Transport und Speicherung von Wasserstoff. Die Aktie vollzog 2020 eine beeindruckende Rally und stieg vom Pennystock bis über 3,30 EUR. Danach setzte eine Korrektur ein, die inzwischen schon mehrere Monate anhält. Aktuell wird die Aktie für unter 2,50 EUR gehandelt. In den vergangenen Wochen wurden immer wieder Stimmen laut, die die Aktie von NEL als charttechnisch angeschlagen bezeichneten. In der Tat ist die Luft bei NEL zunächst einmal raus. Das kann sich aber schnell ändern, sobald der Markt wieder einen Fokus auf die neuesten Entwicklungen rund um Wasserstoff legt.

    Während sich die Elektromobilität bei PKW durchgesetzt zu haben scheint, bedeutet das für Wasserstoff keineswegs das Ende – im Gegenteil. Inzwischen ist klar, dass es die großen Fahrzeuge sind, die künftig mit Brennstoffzellen betrieben werden. Dazu gehören neben LKW auch Schiffe. Mit den Konglomeraten Mitsubishi und Hyundai hat NEL bereits Kooperationen geschlossen. Auch bei der Gewinnung von grünem Wasserstoff mittels Solarenergie ist NEL gut positioniert. Dass die Aktie ein wenig zur Ruhe kommt, ist langfristig kein schlechtes Zeichen. Sobald die fundamentale Entwicklung stimmt, können sich auch bei NEL wieder gute Chancen ergeben.

    Enapter: Deutsche Ingenieurskunst für günstigen grünen Wasserstoff

    Fundamental auf Kurs ist auch Enapter. Das deutsche Unternehmen schloss erst kürzlich ein Joint Venture mit der Wilo Group. Das Ziel: Kooperationen entwickeln und Synergien zwischen beiden Unternehmen schaffen. Wilo entwickelt Pumpen und Pumpensysteme für die Gebäudetechnik, die Wasserwirtschaft und die Industrie. Für Enapter könnte die Kooperation mittelfristig Absatzmärkte eröffnen und neue Impulse für Produkte bieten. Enapter steht kurz davor, seine patentierte Elektrolyseur-Technologie in Massenproduktion zu bringen – ab 2022 soll es losgehen und jährlich 100.000 Einheiten vom Band laufen. Elektrolyseure werden dazu genutzt, um Wasserstoff herzustellen. Enapter fokussiert sich auf den sogenannten „grünen Wasserstoff", also den, der aus regenerativen Energien gespeist wird. Der Clou: Enapters Elektrolyseure lassen sich kombinieren, so entsteht für Kunden das Potenzial für Kostensenkungen.

    Die Aktie handelt aktuell bei 21,60 EUR. Noch vor Wochen kratzte der Wert am Kursziel des Analysehauses First Berlin von Anfang Februar bei 41,70 EUR. Da Enapter kurz vor der Serienfertigung in Nordrhein-Westfalen steht und durch die kürzlich vermeldete Kooperation mit Wilo Group noch einmal unterstrichen hat, Wasserstoff-Partner für die deutsche Industrie werden zu können, stehen die Chance für Anleger aktuell gut. Zwar könnte der Wert kurzfristig noch etwas unter Druck kommen, doch stimmen bei Enapter sowohl Produkt, Management als auch Equity Story. Die deutsche Wasserstoff-Hoffnung ist ein Wert, den sich Anleger merken sollten – gerade in einer Phase, in der die Kurse zurückkommen.

    Plug Power: Alleskönner hofft auf sinkende Preise für grünen Strom

    Zurückgekommen sind die Kurse auch bei Plug Power. Der Wasserstoff-Pionier fokussiert sich auf Busse und kleinere LKW mit Brennstoffzellen vor und verfügt über eine große Expertise in diesem Bereich. Hinzu kommen zahlreiche Kooperationen, wie etwa mit Linde. Das US-Unternehmen kann sich auch die Expansion nach Europa vorstellen, um noch stärker zu wachsen. Anfang des Jahres verkündete das Unternehmen zudem ein Joint Venture mit Renault. Wichtigstes Ziel für Plug Power ist es allerdings, nennenswerte Umsätze zu erzielen. Dazu muss grüner Wasserstoff, den das Unternehmen selbst herstellt, günstiger werden. Für Plug Power ist diese Entwicklung aufgrund sinkender Kosten bei regenerativer Energie ein Selbstläufer. Ob die Technologie langfristig konkurrenzfähig ist, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen.

    Gut positioniert ist Plug Power allerdings dank seiner vielfältigen Aktivitäten. Von Logistik über Elektrolyse bis hin zur Rückverstromung bildet das Unternehmen große Teile der Wertschöpfung rund um Wasserstoff ab. Wer sich letztlich am Wasserstoff-Markt durchsetzen kann, hängt aber trotzdem von den Kosten ab. Die deutsche Konkurrenz von Enapter verspricht sich von der eigenen Technologie deutliche Kostenvorteile und sieht sich besser positioniert als andere Unternehmen. Während der Tausendsassa Plug Power mit knapp 12 Mrd. EUR bewertet ist, kommt Enapter lediglich auf rund 500 Mio. EUR. Da der Schlüssel zur Marktmacht in erster Linie in den Kosten liegt, könnte Enapter langfristig die attraktivere Wahl sein.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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