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2021-08-16 05:00

NEL, Pure Extraction, Deutsche Post: Wasserstoff wird praxisnah

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Nur ein lautes Lachen erntete der Unions-Kanzlerkandidat und CDU-Vorsitzende Armin Laschet, als er Tesla-Chef Elon Musk nach den Chancen für Wasserstoff als Kraftstoff für Autos fragte. Dabei ist die Frage durchaus berechtigt. Zwar geht der Trend bei PKW klar in Richtung Elektrofahrzeuge, doch könnte Wasserstoff für Lieferwagen, LKW oder etwa Schiffe die Lösung sein. Grund genug, sich beteiligte Unternehmen und mögliche Kunden näher anzusehen.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: PURE EXTRACTION CORP. | CA74622J1012 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , DEUTSCHE POST AG NA O.N. | DE0005552004

Inhaltsverzeichnis:


    NEL: Wo ist der Boden?

    Wenn deutsche Privatanleger an Wasserstoff denken, kommt ihnen schnell der Name von NEL in den Sinn. Der Spezialist für Herstellung, Lagerung und Transport von Wasserstoff kommt immer dann ins Spiel, wenn von Wasserstoff-Tankstellen die Rede ist. Tatsächlich hat das Unternehmen in diesem Bereich bereits einige Aufträge erhalten. Doch stellt man die Marktkapitalisierung von etwas mehr als 2 Mrd. EUR und das Auftragsvolumen gegenüber, so sieht man, dass bei NEL in erster Linie die Zukunft gehandelt wird. Drei Wasserstofftankstellen hier und eine Absichtserklärung dort sind noch kein Erfolg, wenn man an der Börse bereits ein Milliarden-Unternehmen ist.

    Zwar wirkt die Aktie nach dem Ende des Hypes günstig, doch ist das Unternehmen noch immer ambitioniert bewertet. Hinzu kommt, dass zunehmend auch die großen Chemieunternehmen rund um Wasserstoff Lösungen anbieten. Inwiefern es am Ende die Newcomer wie NEL noch braucht, ist offen. Die Aktie kann von einem neuerlichen Wasserstoff-Hype mit hoher Wahrscheinlichkeit profitieren, weil der Wert so bekannt ist. Inwiefern das Unternehmen aber auch operativ punkten kann, steht in den Sternen. Die Aktie ist charttechnisch angeschlagen. Der Blick von der Seitenlinie bietet sich an.

    First Hydrogen: Markt honoriert Wasserstoff-Ideen

    Etwas anders ist die Situation bei Pure Extraction. Das Unternehmen, das kurz vor der Umfirmierung zu First Hydrogen steht, entwickelt mit namhaften Partnern einen Wasserstoff-Lieferwagen. Anders als beispielsweise NEL ist das Unternehmen an der Börse noch nicht hochgejubelt worden – die Marktkapitalisierung beträgt etwas mehr als 40 Mio. EUR. Zuletzt hat First Hydrogen grünes Licht für die Verträge mit AVL Powertrain und Ballard Power bekommen. Beide Unternehmen werden das Unternehmen unterstützen und Brennstoffzellen sowie anderes Material und Knowhow liefern. Am Ende der Zusammenarbeit soll First Hydrogen sämtliche gewerblichen Rechte für das Fahrzeugdesign innehaben.

    Zugleich hat First Hydrogen im Rahmen einer Privatplatzierung 3 Mio. CAD eingesammelt. Dazu wurden 2,4 Mio. Aktien zu 1,25 CAD ausgegeben, die jeweils ein Bezugsrecht für eine weitere Aktie ab Kursen von 2 CAD enthalten. Die Aktie konnte im Zuge des gewonnenen Investorenvertrauens zulegen und ist für interessierte Wasserstoff-Anleger eine Überlegung wert. Angesichts der Volatilität der Aktie bietet sich jedoch ein vorsichtiger Einstieg an. First Hydrogen ist ein Startup – mit allen Risiken, aber auch Chancen.

    Deutsche Post: Immer auf der Suche nach Innovationen

    Einer der potenziellen Kunden von First Hydrogen könnte die Deutsche Post sein. Das Unternehmen war bereits früh dabei, als es darum ging alternative Antriebe zu erproben. Legendär sind die Elektrofahrzeuge von DHL, die inzwischen zwar nicht mehr weiterentwickelt werden, die aber noch heute ein Indiz dafür sind, dass man bei „der Post" durchaus fortschrittlich denkt. Zuletzt kündigte das Unternehmen sogar an, sich mit dem Thema „Elektroflugzeuge" auseinandersetzen zu wollen.

    Die Deutsche Post Aktie ist kein Überflieger, wohl aber solide: Auf Sicht von einem Jahr ging es immerhin um mehr als 50% nach oben. Das Unternehmen profitiert davon, dass Menschen immer mehr online bestellen. Doch auch das Geschäft mit professionellen Kunden ist nach der Hochphase der Pandemie wieder zurückgekommen. Die Aktie hat auch weiter eine klare Wachstumsperspektive und gilt zudem als eine Art Grundversorger. Logistik bleibt auch in einer digitalen Welt gefragt. Hinzu kommt, dass moderne Technologie, wie etwa Blockchain, großen Logistikern auch Chancen eröffnet. Mehr Effizienz sorgt für Geschwindigkeit und wieder stabilere Margen. Wer konservativ denkt, kann die Aktie der Deutschen Post immer im Hinterkopf haben.


    Das Beispiel von NEL, First Hydrogen und auch Deutsche Post zeigt, wie sehr manche Branchen doch zusammenhängen. Auf der einen Seite feilen junge Unternehmen an Zukunftstechnologie , auf der anderen Seite warten Kunden auf passgenaue Lösungen. Während NEL für Investoren nichts Neues mehr ist, könnte sich First Hydrogen langfristig als Geheimtipp entpuppen. Das Startup steht zwar noch am Anfang, doch machen die Pläne eines Wasserstoff-Lieferwagens für Business-Kunden einen guten Eindruck.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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