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09.07.2026 | 04:30

Neue und alte KI-Profiteure! Nach 1.000 % mit Siemens Energy ist 2G Energy gestartet! Als nächstes die Zefiro Methane Aktie?!

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Bildquelle: KI

Der KI-Hype hat Gewinner entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zu den deutschen Highflyern gehört Siemens Energy. Noch vor wenigen Jahren gab es Insolvenzgerüchte. Seitdem hat die Aktie mehr als 1.000 % zulegen können. Analysten sehen weiteres Wachstum, aber die Bewertung erlaubt keine operativen Fehler. Noch ein Geheimtipp unter den KI-Gewinnern ist Zefiro Methane. Die Kanadier sind darauf spezialisiert, alte Öl- und Gasbohrlöcher zu identifizieren, zu sanieren und dauerhaft zu verschließen. Der Markt in den USA ist auch ohne KI-Boom riesig. Und die Flächen für den Bau von Rechenzentren und Energieinfrastruktur befeuern die Nachfrage zusätzlich. Wie schnell eine Aktie durch den KI-Hype explodieren kann, hat 2G Energy gezeigt. In wenigen Monaten hat sich der Kurs verdoppelt. Die Bewertung ist inzwischen nicht mehr niedrig. Zefiro ist deutlich günstiger.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , 2G ENERGY AG | DE000A0HL8N9

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy: Der deutsche KI-Profiteur

    Bei den deutschen KI-Profiteuren fällt seit Jahren der Name Siemens Energy. Seit Ende 2023 ist die Aktie nicht zu stoppen. Damals drückten Probleme bei der Tochter Gamesa und Insolvenzspekulationen die Aktie unter 10 EUR. Heute notiert sie bei 156 EUR. Insbesondere die Gasturbinen des Konzerns sind in den USA heiß begehrt und spülen ihm Milliarden in die Kasse.

    Daher hat Siemens Energy nach dem ersten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Den Umsatz will man nicht um 11 % bis 13 % steigern, sondern um 14 % bis 16 %. Die Gewinnmarge soll zwischen 10 % und 12 % liegen (zuvor zwischen 9 % und 11 %). Zudem will Siemens Energy einen freien Cashflow vor Steuern von rund 8 Mrd. EUR generieren. Bisher prognostizierte man nur 4 bis 5 Mrd. EUR.

    In den kommenden Jahren soll das Wachstum weitergehen. mwb research erwartet bei Siemens Energy für 2027 und 2028 einen Umsatzanstieg auf 50,8 Mrd. EUR und 57,3 Mrd. EUR. Dabei soll das EBITDA auf 8,6 Mrd. EUR in 2027 und 10,0 Mrd. EUR in 2028 zulegen. Das Nettoergebnis soll 2027 bei 4,5 Mrd. EUR und 2028 bei 5,5 Mrd. EUR liegen. Im Vorjahr waren es lediglich 1,4 Mrd. EUR.

    Doch bevor die Gasturbinen von Siemens Energy für die Versorgung der Rechenzentren errichtet werden, gibt es weitere KI-Profiteure. Ein Beispiel ist Caterpillar. Und selbst bevor die Baumaschinen des US-Konzerns zum Einsatz kommen, muss zunächst ein passendes Grundstück gefunden werden. Und dies ist selbst in einem riesigen Land wie den USA kein Selbstläufer. Immer öfter protestieren Anwohner. Daher muss die KI-Branche auch auf alte Industrie- und Energieflächen ausweichen. Und dort befinden sich in den USA häufiger, als man denkt, unzureichend gesicherte Öl- und Gasbohrlöcher. Diese Altlasten müssen identifiziert, saniert und dauerhaft verschlossen werden. Dies ist das Geschäftsmodell von Zefiro Methane.

    Zefiro Methane: Unentdeckter KI-Profiteur

    Zefiro Methane ist auf den US-Markt fokussiert. Und das Potenzial für die Kanadier ist riesig: In den USA gibt es nach Schätzungen rund 2,2 Mio. stillgelegte Bohrlöcher. Mehr als eine Million davon müssen überwacht werden. Für Kontrolle und Sanierung werden Kosten von insgesamt 400 bis 600 Mrd. USD genannt.

    Wie relevant Zefiros Leistungen bereits heute sind, zeigen zwei aktuelle Projektbeispiele. In Indiana County im US-Bundesstaat Pennsylvania arbeitete Zefiro Ende 2025 an einem Energieinfrastrukturprojekt rund 50 Meilen östlich von Pittsburgh. Dort soll ein Kohlekraftwerk in ein moderneres Erdgaskraftwerk zur Versorgung von Rechenzentren umgewandelt werden. Im Zuge der Entwicklung wurden neun konventionelle Gasbohrungen auf dem Gelände entdeckt. Die Arbeiten konnten erst fortgesetzt werden, als Zefiro die Bohrlöcher erfolgreich verschlossen hatte. Inzwischen wurden die Projektarbeiten wieder aufgenommen.

    Auch in Lake Charles im Bundesstaat Louisiana konnte Zefiro zeigen, dass die Nachfrage vorhanden ist. Anfang 2026 schloss das Unternehmen dort ein Projekt mit einem Volumen von 5 Mio. USD ab. Es wurden neun bereits versiegelte Bohrlöcher saniert. Für Zefiro war das Projekt gleich in mehrfacher Hinsicht wichtig. Es war der erste Auftrag des Unternehmens in Louisiana und zugleich eines der ersten sogenannten Off-Season-Projekte während der Wintermonate. Damit unterstreicht Zefiro, dass der erweiterte Maschinenpark und die zusätzlichen Teams künftig besser über das gesamte Jahr ausgelastet werden könnten.

    Am 1. Juli hat das neue Geschäftsjahr von Zefiro begonnen. In diesem will man mehr als 50 Mio. CAD umsetzen. Mit mehr Geräten dürfte auch deutlich mehr möglich sein. Die Aktie notiert derzeit bei 0,64 CAD und bringt damit rund 70 Mio. CAD auf die Börsenwaage. Mit Blick auf den erwarteten Umsatz und das Wachstumspotenzial erscheint dies alles andere als teuer.

    https://youtu.be/nNodjcqNJMM?si=OHX05QBFlwErdiW3

    2G Energy: 100 % in wenigen Monaten

    Während die Aktie von Zefiro noch nicht als KI-Profiteur bewertet wird, hat die Neubewertung bei 2G Energy bereits begonnen. Es ist auch ein Beispiel, wie dynamisch so etwas erfolgen kann. Seit Ende März hat sich die 2G Energy-Aktie fast verdoppelt. Inzwischen wird das Unternehmen mit 1,1 Mrd. EUR bewertet. Dabei sind viele Vorschusslorbeeren eingepreist.

    Denn die KI-Fantasie zeigt sich bisher nur beim Auftragseingang. 2G Energy hat im zweiten Quartal 2026 den mit Abstand höchsten Auftragseingang der Unternehmensgeschichte erzielt. In der ersten Jahreshälfte summierte sich der Auftragseingang auf über 400 Mio. EUR und lag damit bereits deutlich über dem Umsatz mit Neuanlagen des gesamten Jahres 2025 von 229,1 Mio. EUR. Besonders stark entwickelt sich das Geschäft mit dezentralen Gaskraftwerken zur Stromversorgung von Rechenzentren in den USA. Neben dem im Mai fixierten Auftrag über mehr als 100 Mio. EUR kamen weitere Rechenzentrumsaufträge im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich hinzu. In Deutschland profitiert man wieder von der Nachfrage nach Biogas-Flexibilisierung. Zusätzlich erschließt 2G neue Marktsegmente wie die Bergbauindustrie.

    Den Ausblick bestätigte der Vorstand trotz eines schwächeren ersten Quartals 2026. Für das laufende Jahr peilt 2G weiterhin einen Umsatz am oberen Ende der Prognose von 490 Mio. EUR sowie eine EBIT-Marge von 9,5 bis 10,5 % an. Für 2027 stellt das Unternehmen unverändert 570 bis 620 Mio. EUR Umsatz und eine EBIT-Marge von mehr als 11 % in Aussicht. Für die Folgejahre rechnet der Vorstand mit einer weiteren Beschleunigung des Wachstums und steigenden Margen, wobei der hohe Maschinenanteil zunächst noch bremst. Eine stärkere Margenverbesserung dürfte sich nach Unternehmensangaben vor allem ab Ende 2028 zeigen, wenn die stark wachsende installierte Kraftwerksflotte zunehmend Serviceumsätze generiert.

    Damit wird 2G mit dem Zweifachen des Jahresumsatzes bewertet. Dies zeigt, wie günstig Zefiro derzeit ist.


    Fazit

    Zefiro ist in einer sehr attraktiven Nische aktiv. Für deutsche Anleger ist das Geschäftsmodell vielleicht etwas schwer greifbar, aber es erzielt bereits signifikante Umsätze und dürfte nachhaltig wachsen. Die Bewertung erscheint einfach zu günstig. Wie schnell eine Aktie durch den KI-Hype neu bewertet werden kann, zeigt 2G Energy. Auch diese Aktie erscheint noch nicht ausgereizt zu sein, aber das Wachstum muss jetzt auch umgesetzt werden. Siemens Energy bleibt ein Basisinvestment im Energiesektor. Allerdings sind die Erwartungen an das Umsatz- und Gewinnwachstum groß und die Bewertung erlaubt keine Fehler.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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