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21.05.2021 | 05:00

Newmont, Desert Gold, Kinross Gold, Aspermont: Gold hängt Bitcoin ab

  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

In rund acht Wochen hat sich der Goldpreis vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger gewandelt. Der Grund: Die Inflation steigt. In den USA liegen die Verbraucherpreise bereits bei 4,2%. Zugleich gehen immer mehr Volkswirtschaften gegen Ende der Pandemie Schritte in Richtung Normalität. Das dürfte für weiter steigende Preise sorgen. Gold ist vor allem deswegen so interessant, weil zwar die Nachfrage über Nacht explodieren kann, das Angebot aber nur langsam wächst. Wie sich mit dieser Gemengelage Geld verdienen lässt, erklären wir am Beispiel verschiedener Unternehmen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
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Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Newmont: Solide, aber kommt da noch was?

Wer bei Rohstoff-Investments auf Nummer sicher gehen will, der setzt auf die ganz großen Unternehmen. Eines dieser Unternehmen ist Newmont. Die Amerikaner haben in der Vergangenheit gleich mehrere Minenbetreiber geschluckt, darunter Goldcorp. Heute fördert Newmont zu rund 80% Gold und zu 20% Kupfer. Diese Kombination ist vielversprechend, da Kupfer gerade ebenfalls stark steigt und stark rund um Infrastrukturprojekte und regenerative Energien gebraucht wird. Das vergangene Jahr lief für Newmont prächtig, der Umsatz legte rund ein Fünftel zu und auch der Cashflow stieg stark an.

Das ist vor allem für Dividendenjäger ein gutes Signal – die Ausschüttung in Höhe von etwas mehr als 2% dürfte damit gesichert sein und könnte sogar weiter erhöht werden. Doch hohe Cashflows können auch zur Belastung werden. Vor allem Minengesellschaften sind dazu verdammt, Reserven zu ersetzen. Bei Newmont geht man den klassischen Weg der Exploration und hat dazu mit Agnico Eagle und Kirkland Lake Gold Joint-Ventures gegründet. Die Aktie kratzt am Allzeithoch und ist solide. Ein Überflieger ist der große Produzent aber nicht.

Desert Gold: Hochgradiges Gold zum Discount-Preis

Wer Wachstum sucht, könnte mit der Aktie von Desert Gold besser bedient sein. Das Unternehmen hält 410 km² in Mali unweit der Grenze zu Senegal. Bisher haben Explorationsarbeiten bereits mehrere hochgradige Ergebnisse hervorgebracht, darunter unter anderem 6,28 g/t Gold über eine Strecke von 13 m auf Barani East sowie 3,62 g/t Gold über 42 m auf Gorbassi East. Die bisherige Explorationsarbeit deutet auch auf neue Potenziale hin, die das Unternehmen näher erkunden will. Allein 2021 will Desert Gold mehr als 20.000 m bohren und hat dafür auch schon genug Mittel in der Kasse.

Die Marktkapitalisierung von Desert Gold in Höhe von weniger als 15 Mio. EUR weist das Unternehmen als Smallcap aus und zeigt das Potenzial, das spekulative Investoren im Wert erkennen können. Noch im vergangenen Sommer notierte die Aktie rund 100% höher. Inzwischen hat das Unternehmen frisches Kapital aufgenommen, weitere Ergebnisse veröffentlicht und der Goldpreis scheint seine Konsolidierung abgeschlossen zu haben. Während Goldproduzenten bereits anspringen, bleiben kleinere Gesellschaften aktuell noch hinter dem Trend zurück. Sobald sich der Aufschwung bei Gold aber verfestigt, dürften auch Titel wie Desert Gold nachziehen.

Kinross: Die Crux mit den mittelgroßen Minen

Zwischen Giganten wie Newmont und agilen Wachstumsunternehmen, wie Desert Gold, agieren Titel wie Kinross Gold. Das Unternehmen ist mit rund 8 Mrd. EUR bewertet und gilt als mittelgroßer Produzent. Zuletzt konnte Kinross gute Quartalszahlen innerhalb der Vorab-Schätzungen veröffentlichen. In acht produzierenden Minen lief es 2020 rund und die größten Minen sorgten auch für die geringsten Kosten. Zudem hat Kinross verschiedene Projekte im Entwicklungsstadium in Russland und Alaska. Um seine Ziele für 2021 zu erreichen, sieht sich das Unternehmen im Plan.

Während große Produzenten Probleme auf einzelnen Projekten aufgrund der großen Anzahl an Minen abfangen können und kleine Gesellschaften wie Desert Gold lediglich Explorationsrisiken tragen, handeln Titel wie Kinross irgendwo dazwischen. Zuletzt sorgte ein reibungsloser Betrieb in den größten Minen dafür, dass die Zahlen gut ausfielen. Im Gegenzug könnten Probleme, wie Erdrutsche oder Wassereinbrüche die Zahlen aber auch verhageln. Auch wenn mittlere Produzenten aktuell eine solide Entwicklung zeigen, sollten Anleger deren Risiken nicht unterschätzen.

Aspermont: Rohstoffe + neue Technologie = Zukunftschance?

Ein Geheimtipp, wenn es um Bergbau-Investments geht, könnte auch das australische Medienunternehmen Aspermont sein. Aspermont gibt die renommierten Magazine Mining Journal, Mining Magazine und viele weitere heraus. Erstere haben eine mehr als hundertjährige Geschichte. Aspermont hat in den vergangenen Jahren eine digitale Transformation durchgemacht und ist heute schlank aufgestellt und verdient Geld. Gestern veröffentlichte das Unternehmen Zahlen zum ersten Halbjahr. Diese unterstreichen den guten Weg, auf dem das Unternehmen ist: Die Bruttomarge kletterte stark auf 63% und der operative Cashflow legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 0,7 auf 2 Mio. AUD zu. Folglich steht nach einem knappen Verlust im Vorjahr im ersten Halbjahr 2021 auch ein positives EBITDA von 0,7 Mio. AUD.

Das Unternehmen betont, dass die guten Zahlen das Ergebnis neuer digitaler Produkte sind – Aspermont engagiert sich stark rund um die Themen Nachrichten, Meinungen, Forschung, Daten und Marketing-Services und profitiert vom über Jahrzehnte gewachsenen Kundenstamm. Die Aktie könnte für alle, die sich statt im Bergbau eher in anderen Branchen gut aufgehoben fühlen, eine Alternative sein. Aspermont dürfte indirekt ebenfalls vom positiven Marktumfeld im Rohstoffsektor profitieren und verfügt zudem über Digitalisierungs-Fantasie.


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