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02.02.2023 | 05:30

Prall gefüllte Pipeline bei BioNTech, Cardiol Therapeutics – woran hakt’s bei Aurora Cannabis?

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Wer heilt, hat Recht. Ganz so einfach ist es bei Wirkstoffen, die vor der Zulassung stehen nicht. Zu Recht müssen Arzneien und Vakzine umfangreiche Studien durchlaufen und sich nicht zuletzt auch gegen die bestehende Konkurrenz durchsetzen. Wir beleuchten die Pipelines dreier angesagter Aktien und wagen die Prognose: Wo steckt für Anleger das größte Potenzial?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , AURORA CANNABIS | CA05156X8843

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech: Pralle Pipeline, kräftig Cash

    BioNTech ist uns allen als Problemlöser während der Corona-Pandemie bekannt. Die Vakzine aus Mainz eroberten die ganze Welt und bringen dem Konzern auch heute noch satte Cashflows ein. Längst fokussiert sich BioNTech allerdings auf neue Projekte. Im Zentrum des Engagements: Mittel gegen Krebs. Mit einem modularen Multi-Plattform-Ansatz will BioNTech Synergien nutzen und mehrere Projekte zugleich voranbringen. Aktuell zeigt der Blick auf die Details ein vielversprechendes Bild: Acht Projekte befinden sich in der präklinischen Phase, weitere 19 in Phase 1, fünf in Phase 2 und eines in Phase 3. Neben Weiterentwicklungen der Corona-Impfstoffe hat BioNTech inzwischen viele Projekte rund um Krebs im Portfolio: Von Hautkrebs über Prostatakrebs bis hin zu Krebsarten im Kopf oder auch Wucherungen an der Bauchspeicheldrüse – BioNTech deckt vielerlei Erkrankungen ab.

    Dabei bringt BioNTech Projekte auf eigene Rechnung oder aber in Kollaborationen voran. Neben Pfizer sind das etwa Universitäten oder andere Pharma-Konzerne wie Genentech, Fosun Pharma oder Sanofi. Trotz der vielversprechenden Pipeline läuft die Aktie in den vergangenen Monaten nur seitwärts. Auf dem aktuellen Niveau könnte langfristig ein solider Einstiegszeitpunkt liegen – BioNTech hat viele Projekte und generiert ordentlich Cash dank der Corona-Impfungen. Das gibt notfalls auch viele Spielräume, um geeignete Biotech-Unternehmen zuzukaufen.

    Cardiol Therapeutics: Seltene Erkrankungen als Umsatz-Garant

    Ein Unternehmen, das aktuell eher auf dem Niveau ist, wie BioNTech vor einigen Jahren, ist Cardiol Therapeutics. Das kanadische Biotech hat einen Wirkstoff auf Basis von Cannabidiol entwickelt, der Entzündungen des Herzens kurieren soll. Erst kürzlich hat Cardiol Therapeutics einen ersten Patienten im Rahmen einer Phase-2-Studie gegen Pericarditis (Herzbeutelentzündung) aufgenommen. Das Recherche-Portal researchanalyst.com hat sich den Markt für bestehende Medikamente genau angeschaut und konstatiert, dass die bestehende Lösung ARCALYST™ mit rund 6.000 USD je Anwendung, von denen in der Regel bis zu vier Anwendungen benötigt werden, sehr teuer ist. Herzbeutelentzündungen entstehen in der Regel nach Virusinfektionen und lassen nicht selten Vernarbungen zurück, die als bleibende Schäden gelten können.

    Da Pericarditis als selten gilt, könnte Cardiol im Falle einer Zulassung von besonderem Marktschutz profitieren. Sogenannte Orphan Drugs erhalten in der Regel zehnjährigen Patentschutz, um Investitionen gegen seltene Krankheiten zu begünstigen. Weiterhin arbeitet Cardiol Therapeutics an einer Studie rund um Myokarditis und treibt eine subkutan verabreichte Wirkformel gegen Herzversagen im Allgemeinen voran. Dank einer vor mehr als einem Jahr abgeschlossenen Finanzierungsrunde über rund 50 Mio. USD ist das Unternehmen ausreichend finanziert und kann seine Projekte vorantreiben. Dem Kurs haben die zahlreichen neuen Aktien aus der Finanzierung aber nicht gutgetan – die Aktie ist aktuell am Boden. Wer Comeback-Chancen sucht und die Projekte vielversprechend findet, kann erste spekulative Positionen eingehen. Am 15. Februar nimmt das Unternehmen für Zuschauer kostenfrei am International Investment Forum (IIF) teil.

    Aurora Cannabis: Markt gesättigt

    Eine schwache Entwicklung hat auch die Aktie von Aurora Cannabis hinter sich. Das liegt vor allem an Überkapazitäten: Bei Aurora Cannabis sprießen die Pflanzen geradezu. Obwohl der Cannabis-Markt in Nordamerika weiterwächst, schreiben Unternehmen wie Aurora rote Zahlen. Auch anderen Branchenvertretern geht es so. Das wachsende Angebot an medizinischem und Lifestyle-Cannabis in Nordamerika sorgt für Druck in der Branche. Es rächt sich, wenn Unternehmen Cannabis lediglich anbauen, aber wenig verarbeiten oder veredeln. Die Perspektive für Aurora Cannabis ist eher negativ.


    Auch wenn Cannabis eine wachsende Rolle als Heilkraut einnimmt, müssen Anleger genau hinschauen. In seiner natürlichen Form ist Cannabis weitgehend austauschbar. In Form von CardiolRx™, wie Cardiol Therapeutics seinen Wirkstoff nennt, dürfte die Wertschöpfung im Falle von Genehmigungen der Arzneimittelbehörden kein Problem sein. Während Unternehmen wie BioNTech aufgrund von Cashflows und breiter Produktpipeline fast schon als konservative Investments gelten müssen, greifen Anleger bei Cardiol Therapeutics eher chancenorientiert zu. Damit einhergehende Risiken sollten Investoren aber unbedingt auf dem Schirm haben.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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