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19.06.2026 | 04:30

SCHOCK bei Nel ASA! ERLEICHTERUNG bei TUI! CHANCE bei Zefiro Methane Aktie!

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Bildquelle: TUI

Schock bei Nel. Der CEO geht von Bord. Bei seinem Amtsantritt stand die Aktie bei 1,30 EUR. Derzeit sind es rund 80 % weniger. Da wäre ein Kurssprung als Zeichen der Erleichterung keine Überraschung gewesen. Doch stattdessen fällt die Aktie des einstigen Wasserstoff-Highflyers weiter. Gute Gründe für steigende Kurse gibt es bei Zefiro Methane. Zuletzt hat man weitere Großkunden und Aufträge erhalten. Das im Juni endende Geschäftsjahr will man mit einem Umsatz von 40 Mio. USD abschließen. Im kommenden Jahr dürften es deutlich mehr sein. Abseits des KI-Hypes könnte sich hier eine sehr spannende Investmentchance ergeben. TUI dürfte zu den Profiteuren eines Friedens im Mittleren Osten gehören. Aufgrund des Irankriegs musste der Touristikkonzern im April seine Prognosen einkassieren. In der laufenden Woche atmet die Aktie auf.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG505

Inhaltsverzeichnis:


    Zefiro Methane: Gute Gründe für den Kauf der Aktie

    Es kann eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, wann die Aktie von Zefiro Methane wieder anspringt. Denn es gibt gute Gründe dafür, sich ein paar Stücke ins Depot zu legen. Das Unternehmen überwacht und verschließt stillgelegte Öl- und Gasbohrlöcher und ist damit in einer sehr attraktiven Nische aktiv. Dabei konzentriert man sich derzeit auf die USA und damit auf den attraktivsten Markt der Welt. Allein dort gibt es über 2 Mio. stillgelegte Bohrlöcher. Die geschätzten Kosten für die Überwachung und das Verschließen liegen zwischen 400 und 600 Mrd. USD. Der Markt ist stark fragmentiert und ermöglicht Zefiro hervorragende Wachstumschancen. Im laufenden Geschäftsjahr (endet am 30.06.) will das Unternehmen mehr als 40 Mio. USD umsetzen und ein deutlich positives EBITDA erzielen. In den kommenden Jahren sollten Umsatz und Ergebnis weiter kräftig steigen.

    Der Newsflow ist durchweg positiv. Vergangene Woche hat das Unternehmen vier neue Großkunden aus dem Energiesektor gemeldet. Drei davon sind börsennotiert und kommen zusammen auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 140 Mrd. USD. Die neuen Aufträge umfassen die Stilllegung unterschiedlicher Bohrlochtypen, darunter Öl- und Gasproduktionsbohrlöcher, Gasspeicherbohrlöcher, Injektionsbohrlöcher und Salzbohrlöcher. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt zunächst in Ohio, wo Zefiro mit der Tochtergesellschaft P&G bereits aktiv ist. Auch in Indiana sollen Arbeiten durchgeführt werden.

    Zugleich beginnt man in Ohio mit den ersten Arbeiten an einem dreijährigen Construction-Manager-at-Risk-Vertrag, der vom Ohio Department of Natural Resources verwaltet wird und nach Unternehmensangaben bis Mai 2029 rund 19,6 Mio. USD Umsatz bringen soll. Um die neuen Kunden zu betreuen, wurden bereits 20 neue Mitarbeiter eingestellt, mindestens 20 weitere sollen folgen. CEO Catherine Flax verweist entsprechend auf die Umsetzungsstärke des Teams und sieht das Kerngeschäft als positiven, skalierbaren Werttreiber.

    Am Mittwoch kam dann die nächste Meldung. Demnach hat man in Ohio den Zuschlag für drei neue Projekte zur Verfüllung verwaister Bohrlöcher erhalten. Insgesamt geht es um 12 Bohrlöcher beziehungsweise ein zusätzliches Wasserbohrloch. Für Zefiro sollen die neuen Verträge einen Umsatz von rund 2,4 Mio. USD bringen, der im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 verbucht werden soll. Auftraggeber ist das Ohio Department of Natural Resources. Finanziert werden sie aus Mitteln des US-Infrastrukturprogramms IIJA, das landesweit 4,7 Mrd. USD für die Sanierung verwaister Bohrlöcher vorsieht.

    Macht Zefiro in diesem Tempo weiter, dürften in dem im Juli startenden Geschäftsjahr die Umsätze und Erträge massiv steigen. An der Börse wird man mit überschaubaren 61,6 Mio. CAD bewertet.

    https://youtu.be/nNodjcqNJMM?si=OHX05QBFlwErdiW3

    TUI: Friedensgewinner?

    Kommt der Mittlere Osten tatsächlich zur Ruhe? Dies ist die große Hoffnung der laufenden Woche. Ein Gewinner eines Friedens im Irankrieg und der Öffnung der Straße von Hormus wäre TUI. Der Ölpreis ist bereits unter die Marke von 80 USD gefallen. Im März stand er bei über 110 USD. Damit werden die Treibstoffkosten der Reisebranche entlastet. Gleichzeitig würde eine Beruhigung der Lage die Reiselust vieler Verbraucher ankurbeln. Für TUI wäre das eine doppelt positive Entwicklung. Niedrigere Kosten auf der einen Seite, eine robustere Nachfrage nach Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotels auf der anderen.

    Im April musste TUI die Jahresziele wegen der Belastungen durch den Iran-Krieg deutlich zurücknehmen. Statt eines Wachstums beim bereinigten EBIT von 7 bis 10 % gegenüber dem Vorjahreswert von rund 1,4 Mrd. EUR erwartet der Konzern für das Geschäftsjahr 2026 nun nur noch 1,1 bis 1,4 Mrd. EUR. Die Umsatzprognose von 2 bis 4 % wurde ersatzlos gestrichen. Als Begründung führte man damals höhere Treibstoffkosten sowie Buchungszurückhaltung und Verschiebungen der Nachfrage weg von Reisezielen im östlichen Mittelmeerraum an.

    Aufgrund der Gewinnwarnung hatte Jefferies das Kursziel von 8,20 EUR auf 7,00 EUR reduziert. Vielleicht geht es ja bald wieder hoch. Derzeit notiert die TUI-Aktie bei 7,21 EUR.

    Nel: Chef von Bord

    Während bei Zefiro und TUI die Stimmung positiv ist, ist bei Nel ASA die Aufbruchsstimmung endgültig wieder vorbei. So geht der langjährige Chef von Bord und der einstige Wasserstoff-Highflyer steht vor einem Wechsel an der Unternehmensspitze. Håkon Volldal hat entschieden, seinen Posten als President und CEO niederzulegen, um eine neue berufliche Aufgabe außerhalb der Wasserstoffbranche anzunehmen. Er hat eine Kündigungsfrist von sechs Monaten und bleibt während der Suche nach einem Nachfolger im Amt. Der Verwaltungsrat hat den Rekrutierungsprozess bereits gestartet.

    Der Aufsichtsratsvorsitzende Arvid Moss würdigte Volldals Beitrag seit seinem Amtsantritt im Juli 2022. In dieser Zeit habe er die Strategie von Nel mitgeprägt, das Produktportfolio erneuert, die Organisation gestärkt und wichtige Partnerschaften aufgebaut. Zugleich betonte das Unternehmen, dass die strategische Ausrichtung und die Prioritäten unverändert bleiben. Volldal selbst erklärte, er bleibe ein Unterstützer von sauberem Wasserstoff und wolle einen reibungslosen Übergang sicherstellen.

    Im Juli 2022 stand die Nel-Aktie übrigens bei 1,30 EUR. Heute sind es 0,22 EUR. Anfang 2021 lag der Kurs zwischenzeitlich bei über 3 EUR. Dann begann ein harter Abstieg. Die Hoffnung, dass Wasserstoff zum Rückgrat der Energiewende wird, hat sich nicht erfüllt. Auch der Einstieg des Samsung-Konzerns ist längst verpufft. Während Plug Power vom KI-Hype ein Stück weit profitieren kann, wirkt die Situation bei Nel ASA derzeit fast schon hoffnungslos.


    Das Fazit

    Zefiro Methane dürfte nicht lange ein Geheimtipp bleiben. Man scheint sich als Marktführer in einer fragmentierten Milliardennische zu etablieren. Die Aktie erscheint alles andere als teuer. TUI ist nicht teuer, aber das Geschäftsmodell ist anfällig für unterschiedlichste externe Einflüsse. Zum Traden kann sie interessant sein, als langfristiges Investment weniger. Nel ist eine große Enttäuschung. Der Wasserstoffsektor bleibt interessant, aber inzwischen scheint es dort andere Favoriten zu geben.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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