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2021-02-09 06:09

Siemens, Almonty, Rheinmetall: Klassische Branchen im ESG-Check

  • ESG
Bildquelle: pixabay.com

Wenn es um medizinische Anwendungen, besonders korrosionsfestes Metall oder aber bestimmte panzerbrechende Munition geht, führt am chemischen Element Wolfram kein Weg vorbei. Wir stellen drei Unternehmen vor, die direkt oder indirekt mit dem Metall zu tun haben und deren Aktien aktuell auch aus ESG-Gesichtspunkten einen Blick wert sind.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens: Schlank macht sexy

    Siemens ist der Gemischtwarenladen an der Börse. Neben der Medizintechnik, wie etwa Röntgengeräte und andere Anlagen, die inzwischen als Siemens Healthineers einen eigenen Platz an der Börse gefunden hat, bietet der Konzern auch Lösungen rund um Infrastruktur, Mobilität sowie digitale Angebote. Zwar gingen Umsatz und Gewinn zuletzt zurück, doch stimmen die Auftragseingänge beim Welt-Konzern noch immer zuversichtlich. Wie bereits bei Siemens Healthineers, hat der Eletronikkonzern auch Siemens Energy erfolgreich an die Börse gebracht. Zwar waren Teile von Siemens Energy in den vergangenen Jahren auch für den Gesamtkonzern Wachstumstreiber, doch war das Konglomerat zunehmend unübersichtlich geworden. Immer dann, wenn mehrere Teilbereiche wenig miteinander zu tun haben, sorgt das statt für Synergien für hohe Kosten. Dem ist Siemens mit den beiden Börsengängen aktiv begegnet.

    Jetzt will sich das Unternehmen wieder stärker auf die Bereiche Mobilität und Digitales konzentrieren. Auch Nachhaltigkeit schreibt sich der Konzern immer mehr auf die Fahne, hat aber in diesem Bereich noch einen gewissen Weg vor sich. Nach der bereits erfolgten Umstrukturierung ist das Unternehmen gut positioniert, um langfristig wieder anzugreifen. Auf Sicht von einem Jahr legte das DAX-Schwergewicht bereits um mehr als 17% zu. Schlank und nachhaltig aufgestellt, geht bei Siemens langfristig sicher noch mehr.

    Almonty Industries: Wolfram und ESG als Alleinstellungsmerkmal

    Dass Nachhaltigkeit zunehmend etablierte Branchen erreicht, zeigt auch der Wolfram-Produzent Almonty Industries. Das Unternehmen gab kürzlich bekannt, einen großen Schritt in Richtung Klimaneutralität gemacht zu haben. Die in Produktion befindliche Panasqueira-Mine in Portugal soll in den kommenden Monaten mit Solarpanels ausgestattet werden. Für die geplante Sangdong-Mine in Südkorea, ihres Zeichens das größte Wolfram-Projekt der Welt , wird ein Nachhaltigkeitsreport erstellt, um den CO2-Fußabdruck abschätzen und ähnliche Maßnahmen ergreifen zu können. Für Almonty ist ein ESG-Konzept ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal und ein Schlüssel, um Investoren vom Unternehmen und seinen Projekten überzeugen zu können.

    Neben zwei aktiven Minen in Spanien und Portugal lebt die Aktie von Almonty vor allem von der Fantasie rund um das südkoreanische Sangdong-Projekt. Diese Mega-Mine würde das Geschäft von Almonty auf ein neues Niveau hieven. Mit der KfW, die zuletzt einen Kredit über 75 Mio. USD gegeben hat, steht zudem ein potenter Geldgeber dem Unternehmen zur Seite. Die Aktie entwickelt sich seit Monaten kontinuierlich nach oben. Aufgrund der vielfältigen Einsatzbereiche von Wolfram, der Projekte außerhalb Chinas sowie dem geschärften ESG-Profil, ist auch die Aktie nicht uninteressant.

    Rheinmetall: Für viele ein No-Go

    Selten in einem Satz mit ESG-Kriterien genannt wird die Aktie von Rheinmetall. Die Waffenschmiede kommt bei vielen nachhaltig denkenden Anlegern aus Prinzip nicht ins Portfolio. Doch das Unternehmen ist zu knapp der Hälfte auch in der Automobilbranche tätig. Dass sich Rüstung und Autos gut ergänzen, zeigten die Unternehmenszahlen im ersten Halbjahr 2020. Während es bei den Autos nicht ganz so rund lief, boomte die Rüstungssparte. Im weiteren Jahresverlauf erholten sich die Autos und die Zahlen wurden noch besser. Erst zuletzt gab Deutschland bekannt, seine Rüstungsausgaben erhöht zu haben. Auch andere Länder investieren wieder mehr in Rüstung. Nutznießer sind Rheinmetall in deren Aktionäre.

    Da allerdings immer mehr Investoren nachhaltigen Kriterien folgen, dürfte die Aktie von Rheinmetall immer einen kleinen Nachteil haben. Dessen müssen sich Anleger bewusst sein. Betrachtet man allerdings lediglich die nackten Zahlen, ist Rheinmetall nicht uninteressant. Wer jedoch entsprechend des Zeitgeists investieren will, setzt besser auf Unternehmen, die ihr ESG-Profil bereits geschärft haben. Neben Siemens bei Standardwerten, ist das im Nebenwerte-Bereich etwa eine Almonty Industries. Letztere befindet sich zudem dank der im Bau befindlichen Sangdong-Mine in einer spannenden Unternehmensphase.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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