16.02.2026 | 04:30
Siemens Energy Aktie VERKAUFEN? BASF und American Atomics im KI-Energie-Boom!
Steht die Aktie von Siemens Energy bald bei 200 EUR oder halbiert sie sich? Die Meinungen der Analysten gehen nach den jüngsten Zahlen jedenfalls so weit auseinander. Der Energiehunger des KI-Booms lässt die Kassen klingen. Daran will künftig auch American Atomics verdienen. Denn während derzeit Gaskraftwerke die erste Wahl bei Datenzentrenbetreibern zu sein scheinen, setzt die Branche langfristig auf Kernenergie. American Atomics will Uran direkt in den USA abbauen und anreichern. Übrigens setzt auch Frankreich stark auf Atomkraft. Einer der größten Stromverbraucher in Deutschland ist BASF. Die hohen Preise hierzulande machen der deutschen Industrieikone zu schaffen. So zieht es sie unter anderem nach Indien.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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American Atomics: Auch Frankreich setzt auf Kernenergie
Dass die KI-Branche die Energienachfrage in den kommenden Jahren explodieren lassen wird, ist bekannt. Auch dass Kernenergie eine favorisierte Quelle ist, ist kein Geheimnis. Doch auch in Europa scheint sich etwas zu tun. Frankreich hat angekündigt, seine Energiestrategie wieder klar auf Kernkraft auszurichten. Bis 2030 soll die Atomstromproduktion steigen, während der Anteil fossiler Energiequellen im Energiemix von 58 % (2023) auf 40 % sinken soll. Frankreich zählt bereits heute zu den weltweit größten Atomstromproduzenten und exportiert Elektrizität auch ins Ausland – unter anderem nach Deutschland.
Konkret plant die Regierung den Bau von sechs neuen Reaktoren an bestehenden Standorten. Der erste soll 2038 in Penly am Ärmelkanal ans Netz gehen. Parallel will Frankreich alle 57 bestehenden Meiler weiterbetreiben und ihre Laufzeiten teils auf 50 oder 60 Jahre verlängern. Der Staatskonzern EDF kalkuliert die Kosten für die sechs Neubauten auf 73 Mrd. EUR. Schon bis Ende März will man sich mit dem Staat auf einen Finanzierungs- und Kostenrahmen verständigen. Eine endgültige Investitionsentscheidung soll Ende 2026 folgen, wenn es bis dahin eine Zustimmung aus Brüssel gibt. Die Pläne dürften die Urannachfrage in den kommenden Jahrzehnten befeuern. Die Bank of America hatte zuletzt mit einer Prognose für Aufsehen gesorgt. Demnach könnte der Uranpreis allein im laufenden Jahr um über 50 % auf 135 USD je Pfund steigen.
Wer vom Boom der Kernenergie profitieren möchte, könnte sich American Atomics ins Depot legen. Das Unternehmen steht noch am Anfang, aber dafür erscheint das Kurspotenzial bei einer Marktkapitalisierung von unter 12 Mio. CAD auch überproportional hoch. Das kanadische Unternehmen will Uran dort abbauen und anreichern, wo es am meisten gebraucht wird, in den USA. Basis der Aktivitäten ist das Big-Indian-Projekt im traditionsreichen Lisbon-Valley-Distrikt im US-Bundesstaat Utah. Derzeit erschließt American Atomics auf der Ostseite des Distrikts ein bislang kaum erkundetes Areal. Die Chancen für substanzielle Funde sind hoch. Denn auf der Westseite wurden in der Vergangenheit bereits rund 78 Mio. Pfund Triurandioxid (U₃O₈) gefördert. Wichtiger Teil der Equity-Story ist, dass American Atomics auch die Aufbereitung bis zu Anreicherung abdecken wird. Die geplante Aufbereitungsanlage soll neue Maßstäbe unter anderem bei der Schonung der Umwelt setzen. Dafür hat man starke Partner wie den CVMR-Konzern ins Boot geholt.
Hinweis: In wenigen Tagen (25. Februar 2026) findet die virtuelle Investorenkonferenz IIF statt. Dort wird auch American Atomics Gründer Conor Lynch präsentieren. Hier kostenlos anmelden.
https://youtu.be/NZEQ7_2MUgA?si=bqCgZMgPaeaWnJVc
Siemens Energy: -50 % möglich?
Während der Aktienkurs und die ganz überwiegende Anzahl der Kursziele bei Siemens Energy steigen, stemmt sich mwb research weiterhin gegen den Trend. Die Bewertung sei einfach zu hoch. In der Q1-Bilanz sehen sie viele Pluspunkte wie den Rekord-Auftragseingang von 17,6 Mrd. Euro (+34 % yoy, Book-to-bill 1,82x) und eine deutlich bessere Profitabilität mit 12 %, was ihre Ergebnis- und Visibilitätsannahmen stützt. Auch das Umfeld bleibt aus ihrer Sicht ideal – Netzausbau, Modernisierung der Strominfrastruktur und der KI-/Datacenter-Boom treiben die Nachfrage. Um diese zu bedienen, investiere Siemens Energy 1 Mrd. EUR in den USA. mwb hält auch die Prognose des Managements für zu niedrig. Daher heben die Analysten das Kursziel auf 86 EUR an. Die Aktie des DAX-Konzerns steht aber bei 162 EUR. Daher die Verkaufsempfehlung.
Warum also so negativ? Kern der Skepsis ist nicht das Geschäft, sondern der Preis, den der Markt dafür verlangt. mwb spricht explizit von einer „stretched valuation“ – also einer Bewertung, die praktisch schon mehrjährige Perfektion einpreist. Selbst wenn Auftragslage, Margenentwicklung und Gamesa-Turnaround weiter laufen, sieht mwb das Chance-Risiko-Profil asymmetrisch. Das Aufwärtspotenzial der Aktie sei begrenzt, während Enttäuschungen beispielsweise bei Projektabwicklung oder Marge überproportional auf den Kurs durchschlagen könnten.
Mit dieser Meinung steht mwb allerdings weitestgehend allein da. Sonst gab es nach der Zahlenmeldung zahlreiche Kaufempfehlungen. Besonders bullish ist dabei Berenberg. Nach Ansicht der Analysten überzeugte der Energietechnikkonzern nicht nur durch eine starke Umsatz- und Gewinnentwicklung. Der hohe Auftragseingang zeige, dass das Wachstum weiter vorangetrieben würde. Daher hoben die Experten das Kursziel von 130 EUR auf 195 EUR an.
Das Kursziel von 160 EUR von JPMorgan hat das Wertpapier von Siemens Energy übrigens in wenigen Tagen bereits erreicht. Auch andere Kursziele von Kaufempfehlungen sind bereits übertroffen. Wie reagieren die Analysten jetzt, nehmen sie Kaufempfehlungen zurück oder erhöhen sie innerhalb weniger Tage ihre Kursziele?

BASF investiert in Indien
Während Siemens Energy und American Atomics am Energieboom verdienen wollen, macht er BASF zu schaffen. Denn der Traditionskonzern ist hierzulande einer der größten Energieverbraucher. Daher machen ihm insbesondere in Deutschland die hohen Strompreise zu schaffen. Dass man kräftig in China investiert, ist bekannt. Jetzt kommen auch die Aktivitäten in Indien ins Rollen.
So hat BASF angekündigt, noch im ersten Quartal 2026 einen globalen Digital Hub in Indien zu eröffnen. Es wird das vierte seiner Art nach Ludwigshafen, Madrid und Kuala Lumpur für den Konzern sein. Digital Hubs sind Zentren, aus denen standardisierte digitale Services in großem Umfang an die BASF-Geschäfte weltweit geliefert werden. Der Digital Hub im indischen Hyderabad wird Kompetenzen an einem kostengünstigen Standort bündeln und ermöglicht es, Services schneller und effizienter bereitzustellen. Es ist also keine Schwerindustrie, die BASF dorthin verlegt. Dennoch kann es als Zeichen verstanden werden, wohin es den Konzern zieht.
Insgesamt verfolgt BASF mit den Global Digital Services das Ziel, seine Belegschaft bis 2030 weltweit deutlich zu reduzieren. Dies betreffe auch Stellen in Ludwigshafen, teilte das Unternehmen selbst mit. „Der Digital Hub in Hyderabad wird Teil der langjährigen und erfolgreichen Präsenz von BASF in Indien, bestehend aus Produktions- sowie Forschungs und Entwicklungsaktivitäten im Land. Er unterstützt BASF darin, schneller und effizienter zu arbeiten und sich auf das zu fokussieren, was den größten Wert schafft“, sagte Alexander Gerding, Leiter der BASF Gruppengesellschaften in Indien.
Fazit
Der Energieboom ist Chance und Herausforderung zugleich. American Atomics will von der stark steigenden Nachfrage nach Uran profitieren und profitiert bereits von dem politischen Rückenwind in Nordamerika. Die USA und Kanada haben das Risiko der Abhängigkeit von Brennstoffimporten erkannt und fördern heimische Unternehmen – wie eben American Atomics. Siemens Energy schwimmt auf einer riesigen Erfolgswelle. Irgendwann wird diese brechen. Dies hat man aber auch schon bei Kursen von 100 EUR gesagt. BASF hat viele Problemfelder, aber vielleicht wird es ja auch mal eine Turnaround-Story wie Bayer.
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