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02.05.2023 | 06:00

Strom für 2 EUR-Cent? So geht’s! Vonovia, JinkoSolar, Manuka Resources

  • Strompreis
  • Vanadium
  • Immobilien
  • Photovoltaik
Bildquelle: pixabay.com

Die Wärmewende ist in vollem Gange. Doch wohin führt die Entwicklung? Die Verunsicherung vieler potenzieller Immobilien-Käufer lässt sich aktuell am einbrechenden Finanzierungsvolumen ablesen. Ob Immobilien als Anlageklasse ausgedient haben, welche Alternativen es gibt und wo Investoren unbedingt aufpassen sollten. Eine Bestandsaufnahme zum Immobilienmarkt und der Energiewende.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , Manuka Resources Limited | AU0000090292

Inhaltsverzeichnis:


    Vonovia: Teuer-Schock belastet Immobilienwirtschaft

    In der vergangenen Woche meldete Deutschlands größter Wohnimmobilien-Konzern Vonovia den Verkauf seines Anteils am Südewo-Portfolio für eine Mrd. EUR. Der Transaktionspreis bewertet das Immobilienpaket im Vergleich zu Ende 2022 mit einem Abschlag von 5 %. Vonovia erhält eine Option zum Rückkauf, die aber nicht ausgeübt werden muss. Mit der Transaktion hat Vonovia rund die Hälfte der für 2023 geplanten Verkaufserlöse bereits erreicht. Langfristig will Vonovia aber noch deutlicher schrumpfen: Insgesamt stehen 66.000 Wohnungen mit einem Gesamtwert von 13 Mrd. EUR zur Disposition. Inwiefern Vonovia in der Lage sein wird, seine Ziele zu erreichen und vor allem, wie hoch die Abschläge sind, die Vonovia hinnehmen muss, dürfte die Aktionäre besonders interessieren. Obwohl Vonovia bestehende Bauprojekte abschließen will, liegen weitere Bauvorhaben auf Eis: Zu aktuellen Bedingungen sei es nicht möglich, Objekte zu vertretbaren Mietpreisen zu bauen.

    Die Aussagen von Vonovia sollten Privatanleger aufhorchen lassen. Wer mit dem Gedanken spielt, zu bauen, sollte das Vorhaben überdenken. Wer heute kein Handwerker ist oder auf entsprechende Ressourcen zurückgreifen kann, bezahlt bei nahezu jedem Gewerk Rekord-Preise. Hinzu kommt die Energiewende, die es schwer macht, den Renovierungsbedarf bei Bestandsgebäuden zu kalkulieren. Potenzielle Käufer fragen sich, ob etwa eine Wärmepumpe in älteren Gebäuden Sinn macht und welche Maßnahmen dazu nötig sind. Zwar gibt es aus der Praxis zahlreiche ermunternde Beispiele, doch sind Immobilien-Investoren zu Recht skeptisch. Im aktuellen Umfeld laufen Kosten schnell aus dem Ruder.

    JinkoSolar: Aussteigen, wenn es am schönsten ist?

    Um den ausufernden Kosten Herr zu werden, haben sich in den vergangenen Jahren viele Immobilieneigner für eine Photovoltaik-Anlage entschieden. Erst kürzlich meldete das chinesische Unternehmen JinkoSolar Rekord-Zahlen in Form eines Gewinns je Aktie von 2,18 USD im ersten Quartal. Das ist mehr als viermal so viel, wie von Analysten zuvor erwartet. Dennoch kam es nach den Zahlen zu einem kurzen Ausverkauf. Der Grund: Zuvor zeigten sich auch die Papiere von First Solar und dem Wechselrichter-Spezialist Enphase volatil. Es geht am Markt die Sorge um, dass der PV-Boom trotz des politischen Willens, regenerative Energie zu fördern, endet. Zu unwirtschaftlich dürften angesichts der hohen Kosten vor allem kleine Anlagen sein, die sich in diesen Tagen viele Privatleute aufs Dach montieren lassen.

    Riesige Solarparks sind die Zukunft: Strom für weniger als 2 EUR-Cent je kWh

    Spricht man mit Vertretern der Branche, hört man ebenfalls viel Skepsis heraus. Von einer Euphorie ist die Rede, die der Anfang vom Ende des Booms sein könnte. Dafür spricht auch, dass die Strompreise aktuell bereits wieder sinken – das Argument, sich mit einer PV-Anlage gegen stark steigende Preise abzusichern, gerät zumindest ins Wanken. Hinzu kommt, dass große Wind- und Solarparks effizienter sind, als Heimkraftwerke auf Privathäusern. An den besten Standorten für PV-Parks sind Produktionskosten von weniger als 2 EUR-Cent je kWh keine Seltenheit. Da es inzwischen auch Lösungen gibt, diesen Strom zu speichern, spricht vieles für den Siegeszug der regenerativen Energien in riesigen Parks. Sogenannte Vanadium-Redox-Batterien sind dazu in der Lage, riesige Mengen Energie zu speichern. Etwa ist der größte Akku der Welt mit einer Leistung von 800 MW eine Redox-Flow-Batterie mit Vanadium-Elektrolyt. In den kommenden Jahren dürfte die Technologie bei vielen weiteren Projekten zum Einsatz kommen und so dafür sorgen, dass Solarparks ihre Energie auch abgeben können, wenn keine Sonne scheint. Das würde deren Profitabilität nochmals deutlich steigern. Doch woher kommt Vanadium?

    Manuka Resources: Potenzial für 15 % des weltweiten Vanadium-Angebots

    Aktuell ist der Markt für Vanadium stark von China und Russland dominiert. Diese Dominanz wollen Volkswirtschaften wie die USA und auch die EU aufbrechen und haben Vanadium daher zum kritischen Rohstoff erklärt. Das kanadische Unternehmen Manuka Resources treibt in Neuseeland ein gigantisches Vanadium-Projekt voran, das das Potenzial hat, allein 15 % des weltweiten Angebots zu produzieren. Zugleich rechnen einige Analysten damit, dass sich die Nachfrage nach Vanadium bereits in den kommenden Jahren verdoppelt. „Wir sind der Ansicht, dass die Größe des Projekts, sein minimaler ökologischer Fußabdruck und seine Auswirkungen auf die Umwelt sowie das enthaltene Vanadium es zu einer wirklich einmaligen Gelegenheit für das Unternehmen mit einem enormen Potenzial machen", erklärte Dennis Karp, Executive Chairman von Manuka Resources vor einiger Zeit in einem Interview.

    Seitdem hat die Aktie von Manuka Resources deutlich nachgegeben. Das ist umso verwunderlicher, als dass das Unternehmen auch Edelmetalle fördert und sogar über eine eigene Mühle zur Verarbeitung verfügt. Vor rund einem Monat vermeldete Manuka Resources, in seiner Mt Boppy-Mine in den kommenden drei Jahren zwischen 15.000 und 25.000 Unzen Gold jährlich fördern zu wollen. Manuka Resources bietet einen spekulativen Zugang zu den beiden Investment-Storys Batteriemetalle und Edelmetalle und erscheint aktuell günstig. Anleger sollten den spekulativen Wert dennoch erst nach einer gründlichen Analyse kaufen.


    Während Aktien von Wohnungsgesellschaften, wie etwa Vonovia, aktuell unter dem Marktumfeld leiden und selbst bei Überfliegern wie JinkoSolar, die Nervosität wächst, sind die Aktien vielversprechender Rohstoff-Gesellschaften am Boden. Hierin eine antizyklische Chance zu sehen, liegt angesichts des Potenzials von Manukas Vanadium-Projekt in Neuseeland nahe. Hinzu kommt die sehr kurzfristige Perspektive auf Cashflows aus der Edelmetall-Produktion. Das weitgehend unbekannte Unternehmen könnte Profiteur der aktuellen Gemengelage werden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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