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14.10.2021 | 05:00

ThyssenKrupp, Graphano Energy, BYD: Der Hype kommt zurück

  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Die Preise steigen und die Wirtschaft brummt. Aktuell sorgen die noch nicht wieder rund laufenden Lieferketten dafür, dass viele Grundstoffe teuer sind. Doch auch langfristig stehen die Zeichen für steigende Rohstoffpreise gut: Neue Technologie treibt die Nachfrage an. Dabei geht es um gänzlich neue Anwendungen für Infrastruktur, Gebäude, Brücken, oder Windräder. All das bleibt über Jahre Thema. Wir stellen drei Aktien vor, die von diesen Entwicklungen profitieren können.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Graphano Energy Ltd. | CA38867G2053

Inhaltsverzeichnis:


    ThyssenKrupp: Was kann die Aktie?

    Als Stahlproduzent sollte ThyssenKrupp immer dann profitieren, wenn es der Wirtschaft gut geht. Nicht umsonst gelten Unternehmen aus dieser Branche auch als Konjunkturindikator – laufen Zykliker gut, sieht es auch für alle andere spekulativen Titel vielversprechend aus. Doch wie ist die Lage beim Unternehmen aus Düsseldorf? ThyssenKrupp schreibt noch immer rote Zahlen , kämpft sich aber aus dem Tal. Dazu haben die Rheinländer ein Programm zur Effizienzsteigerung aufgelegt. Einige Logistikstandorte hat ThyssenKrupp geschlossen und Automatisierung und Digitalisierung ausgeweitet. In den Zahlen schlagen sich diese Maßnahmen zwar noch nicht überwältigend nieder, doch verliefen die vergangenen beiden Quartale leicht besser. Auch der Auftragseingang legte zu und wuchs um immerhin 14%.

    An der Börse hat die Aktie von ThyssenKrupp während der vergangenen Monate eine Verschnaufpause eingelegt – in drei Monaten ein Verlust von 2,4%. Allein im vergangenen Jahr ging es aber um mehr als 90% nach oben. Auf Sicht von drei oder fünf Jahren stehen trotzdem noch immer deutliche Verluste von rund 60%. Die Aktie von ThyssenKrupp ist nicht wieder im alten positiven Fahrwasser angelangt. Auf dem aktuellen Niveau könnte sich aber eine Bodenbildung abzeichnen. Äußerst vielversprechend ist der Bluechip ohne Dividende allerdings nicht.

    Graphano Energy: Batteriemetalle für Nordamerika

    Ein ganz anderes Kaliber ist das kleine Unternehmen Graphano Energy , das sich zum Ziel gesetzt hat, Graphit zu fördern und in Batteriequalität auf den Markt zu bringen. Graphit zeichnet sich durch seine zahlreichen Schichten aus. Innerhalb dieser Schichten ist Graphit sehr fest, die einzelnen Schichten sind allerdings weitgehend verschiebbar oder lassen sich gar trennen. Daher hat Graphit auch einzigartige Eigenschaften, die in verschiedenen Bereichen – von der Stahlindustrie bis hin zur Batterietechnologie - Verwendung finden. Konkret überzeugen der hohe Schmelzpunkt und die elektrischen Eigenschaften als Anode in Batterien. Graphano Energy treibt sein Lac-Aux-Bouleaux-Projekt voran, das sich in unmittelbarer Nähe zur einzigen Graphit-Mine in Nordamerika befindet und über Energie und Transportinfrastruktur verfügt.

    Das Unternehmen selbst geht davon aus, dass die Nachfrage nach Graphit auf jährlich 5 Mio. Tonnen ansteigen wird, was dutzende neue Minen in den nächsten fünf bis zehn Jahren nötig machen wird. Da sich die Industrie auch vor dem Hintergrund gestörter Lieferketten zunehmend autarker aufstellen will, könnte Graphanos Standort in Kanada ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal sein. Zuletzt hat das Unternehmen eine erste Explorationsphase auf Lac Aux Bouleaux abgeschlossen und dort neben Kartierungsarbeiten auch Bodenproben entnommen und andere Vorarbeiten erledigt. Schon die weiteren Arbeiten könnten Hinweise geben, wohin die Reise für das Unternehmen geht. Der aktuelle Zeitplan sieht bereits 2022 eine Ressourcenschätzung und erste Hinweise zur Machbarkeit vor. Aktuell ist das Unternehmen mit rund 5 Mio. CAD bewertet.

    BYD: Aktie nimmt Kurs aufs Jahreshoch

    Einer der potenziellen Abnehmer vor Graphano Energy könnte BYD werden. Der chinesische Autobauer hat zwar traditionell Zugriff auf die Rohstoff-Vorkommen im eigenen Land, doch je nachdem, wie sehr die Marke expandiert, dürfte BYD auch andere Quellen anzapfen. Das Unternehmen stellt sich seit jeher sehr autark auf: BYD verfügt neben einer eigenen Batteriefertigung auch über eine Chip-Sparte – ein Umstand, der dem Autobauer gerade jetzt zugutekommt. Zwar lästern Konkurrenten, wie etwa Elon Musk, immer wieder über das Unternehmen, doch gibt der Erfolg den Chinesen Recht. An der Börse nimmt die Aktie wieder Kurs auf die Jahreshochs. Es sieht so aus, als würde der E-Auto-Hype, der die Börsen vor etwas weniger als einem Jahr elektrisierte, wiederkommen.


    Während BYD bereits Fahrt aufgenommen hat und immer mehr Anleger anzieht, dürften Titel wie Graphano Energy erst mit Verzögerung vom wachsenden Zuspruch zu E-Auto-Aktien profitieren. Für Nachzügler kann das eine Chance sein. Anleger sollten aber beachten, dass derartige Projekte spekulativ sind. Positiv ist, dass Graphen auch von klassischen Industrien, nachgefragt wird. Dort ist aber, wie das Beispiel von ThyssenKrupp zeigt, für Anleger aktuell wenig zu holen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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