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14.02.2023 | 06:00

Übernahmefieber um Biotechs – so reagiert Bayer, Kauf-Kandidaten Bionxt und Morphosys?

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Im Biotech-Sektor bewegt sich was: Gleich mehrere Global Player sind auf der Suche nach potenziellen Kaufzielen. Vor allem Pharma-Unternehmen mit Schwerpunkt USA sehen angesichts des Inflation Reduction Acts ihre Felle davonschwimmen. Wenn Arzneimittelpreise sinken sollen, müssen neue Produkte her oder an anderer Stelle Kosten eingespart werden. Wir beleuchten die Branche und machen den Übernahme-Check.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003 , BioNxt Solutions Inc. | CA0909741062 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer: Stärkerer Fokus auf Medikamente?

    Es war im Januar während der Healthcare-Konferenz von JP Morgan, als gleich drei große Unternehmen Übernahmen im Biotech-Sektor vermeldeten. Die Pharma-Unternehmen AstraZeneca, Ipsen und Chiesi vollzogen jeweils Milliarden-Übernahmen. Auch Branchenkennern ist nicht entgangen, dass Biotechs in den Fokus von Käufern geraten sind. "Wir erwarten für 2023 weiterhin eine Biotech-Hausse, die sich zu einer Akquisitionswelle entwickeln könnte, wenn sich die Kreditbedingungen verbessern", so John Newman, Analyst von Canaccord Genuity. Auch die Experten von EY erwarten nach einem schwachen Biotech-Jahr 2022 eine Trendwende. Auch der Bayer-Konzern könnte sich dazu aufmachen, ergänzende Technologie zuzukaufen.

    Erst kürzlich wurde bekannt, dass der US-Amerikaner Bill Anderson neuer CEO von Bayer wird. Der Manager, der bereits bei Genentech, Roche und Biogen tätig war, hat in seiner Karriere 25 neue Medikamente auf den Markt gebracht – darunter ganze 15 Blockbuster. Wie das Recherche-Portal researchanalyst.com in einer jüngst erschienen Skizze der Personalie Anderson spekuliert, könnte die Pharma-Sparte bei Bayer künftig wieder stärker in den Fokus rücken. Verlierer könnte dagegen das Agrar-Geschäft sein. Um eine derartige Transformation umsetzen zu können, dürften neue Produkte mit Perspektive eine große Rolle spielen. Es wäre kein Wunder, wenn Bayer einige vielversprechende Projekte bereits auf dem Schirm hätte.

    Bionxt: Wirkstoffpflaster als Geheimtipp?

    Ein Unternehmen, das aufgrund seiner Ausrichtung und Größe sehr gut ins Raster von Pharma-Unternehmen passen könnte, ist Bionxt. Die Kanadier sind Spezialisten rund um innovative Darreichungsformen von Medikamenten, stellen Teste rund um Mundgesundheit zur Verfügung und bieten eine Psychedelika-Sparte. Vor allem im ersten Geschäftsfeld trifft Bionxt einen Nerv. Auch wenn der Begriff der „innovativen Darreichungsformen" ein wenig sperrig klingt, ist das Geschäft doch im wahrsten Sinne des Wortes eingängig: Wenn Wirkstoffe etwa nicht mehr oral verabreicht werden, sondern mittels Pflastern, kann das mehrere Vorteile bringen. Von einer besseren Verträglichkeit bis hin zu Einsparungen , da weniger Wirkstoffe benötigt werden sind viele Vorteile denkbar. Aktuell arbeitet Bionxt an medizinischen Pflastern rund um das Parkinson-Medikament Rotigotin. Bereits im letzten Herbst stellte man dazu überzeugende Untersuchungen vor, bei denen die zu 100% von Bionxt entwickelten Pflastern mit einem bestehenden Präparat mithalten konnten.

    Zuletzt stellte Bionxt einen Vermarktungsplan rund um sein Pflaster-Projekt vor, das eine klinische Pilotstudie am Menschen im zweiten Quartal vorsieht. Auch will das Unternehmen Kapazitäten zur kommerziellen Herstellung der eigenen Pflaster aufbauen. Das Unternehmen betont, dass der Plattform-Ansatz von Bionxt weitere Projekte rund um Wirkstoffpflaster begünstigen kann. Die Marktforscher von Research and Markets schätzen den gesamten Markt für Wirkstoffpflaster 2020 auf 6,5 Mrd. USD. Laut Kuick Research könnte dieses Marktvolumen bis 2028 auf 20 Mrd. USD anwachsen. Am Markt ist die Entwicklung von Bionxt bislang noch nicht eingeschlagen. Da auch das Geschäftsfeld der Diagnostika kurzfristig eine gute Perspektive zu haben scheint, können sich versierte Anleger das Unternehmen näher ansehen.

    Morphosys: Der große Durchbruch bleibt bislang aus

    Dass es manchmal gar nicht von Vorteil ist, wenn ein Unternehmen zahlreiche Projekte gleichzeitig voranbringt, zeigt der Kursverlauf von Morphosys – auf Sicht von einem Jahr ging es für die Aktie um knapp 29% nach unten. Das Unternehmen besticht mit einer prall gefüllten Forschungs-Pipeline rund um Krebs, Rheuma und Alzheimer. Zudem gilt Morphosys als Marktführer im Bereich der therapeutischen Antikörper. Obwohl es immer wieder Gerüchte über Interesse großer Pharma-Unternehmen gibt und das Unternehmen bei Wirkstoffen wie Tafasitamab mit Partnern wie Incyte zusammenarbeitet, wollte der große Durchbruch bislang nicht gelingen. Hohe Kosten belasten die Zahlen und zudem gelang es Morphosys bislang nicht, mit einem Wirkstoff den großen Durchbruch zu schaffen. Auch dank des hohen Barmittelbestands könnte Morphosys in den Fokus größerer Unternehmen rücken – dafür bedarf es aber überzeugender klinischer Ergebnisse.


    Die Biotech-Branche ist in Aufruhr – große Pharma-Unternehmen suchen nach den Umsatzbringern von morgen. Während Morphosys ein breites Portfolio bietet, setzen Unternehmen wie Bionxt auf Lösungen in Nischen, wie etwa bei Wirkstoffpflastern. Auch das Angebot von Bionxt kann das Portfolio etablierter Pharma-Unternehmen ergänzen und übertragen auf deren breite Produktpalette Synergien schaffen. Es kann sich lohnen, gerade bei kleinen Unternehmen aus der Biotech-Branche am Ball zu bleiben.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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