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15.06.2021 | 05:12

Varta , BYD, NSJ Gold: Worauf Anleger achten sollten

  • Elektromobilität
Bildquelle: NSJ Gold

Die Würfel sind gefallen: Autos fahren in Zukunft elektrisch. Auch in der Geldpolitik hat sich in den vergangenen Jahren ein klarer Kurs herauskristallisiert: Die Notenbanken dulden mehr Inflation und stimulieren die Wirtschaft. Auch die Regierungen sind in Spendierlaune: Infrastruktur, Staatshilfen, Zukunftsinvestitionen – spätestens seit Ausbruch der Pandemie regieren die Mächtigen nach dem Prinzip „Was kostet die Welt?". Wir stellen drei Aktien vor, die profitieren können.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: CA62973P1071 , DE000A0TGJ55 , CNE100000296



 

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Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Varta: Q-Cells und Solarworld als abschreckende Beispiele

Je stärker Staaten die Wirtschaft mit Förderprogrammen und Investitionshilfen lenken, desto eher entstehen am Markt auch für Unternehmen Chancen, die eigentlich nicht wirklich konkurrenzfähig sind. Vor mehr als zehn Jahren war das in Deutschland mit Solarunternehmen so. Dank Subventionen entstand eine Branche, die trotz der Konkurrenz aus Fernost florierte – zumindest bis die Subventionen weniger wurden. Ähnlich prognostizieren das Skeptiker für die deutsche Batterieindustrie. Nachdem deutsche Autobauer, wie etwa VW, bereits angekündigt haben, massiv in die Lieferketten rund um die Elektromobilität investieren zu wollen, entwickelte sich auch um deutsche Unternehmen aus der Batteriebranche E-Auto-Fantasie. Eines dieser Unternehmen ist Varta.

Aktuell stellt Varta Knopfzellen und andere Batterien her, die sich durch gute Qualität und Langlebigkeit auszeichnen. Ende des Jahres soll eine Testproduktion für Batterien für Elektroautos laufen. Dann will Varta groß in das große Zukunftsthema der Elektromobilität einsteigen. Zwar hat das Unternehmen rund um Akkus und Batterien großes Knowhow, doch ist die Elektromobilität für Varta doch Neuland. Während die Konkurrenz aus Asien längst eigene Erfahrungen mit E-Auto-Akkus gemacht hat, kommt Varta erst spät auf den Markt. Die erste Euphorie rund um die Aktie ist bereits verflogen. Das Unternehmen muss erst zeigen, was es kann und danach Kunden und Absatzzahlen nennen. Bis dahin ist die Geschichte rund um die Aktie zwar spannend, aber auch vage.

BYD: Hier gibt's nur einen Haken

Klarer ist die Situation bei BYD. Der E-Auto-Hersteller aus China startete als Akkuhersteller und ist inzwischen ein vollintegriertes Industrieunternehmen: Eigene E-Autos, powered by BYD-Akkus und eigenen Halbleiter-Chips lassen manch einen Hersteller aus Europa vor Neid erblassen. Was VW erst plant, hat BYD bereits umgesetzt. Lieferketten sind für die Chinesen keine Herausforderung mehr. Dass dieses Setup vielversprechend ist, hat auch der Markt erkannt und die Aktie im vergangenen Monat um satte 50% angeschoben. Gelingt der Sprung über die Marke von 23,70 EUR in Deutschland, ist das Allzeithoch im Visier. Unternehmen und Aktie sind zwar teuer, aber auch gut positioniert. Lediglich das Marken-Image von BYD glänzt nicht ganz so hell, wie das von manchem deutschen Premiumhersteller.

NSJ Gold: 4 Mio. EUR Marktkapitalisierung rund um Gold und Kupfer

Ums Image müssen sich Unternehmen wie NSJ Gold keine großen Gedanken machen – wer Rohstoffe fördert, die in Elektroautos verbaut oder als Wertanlage im Tresor gelagert werden, steht für ein fungibles Gut, dessen Herkunft am Markt weitgehend egal ist. Lediglich ESG-Kriterien, also die Frage der Nachhaltigkeit, gewinnt rund um Rohstoffe für E-Autos an Bedeutung. Hier kann NSJ Gold, das in Nordamerika agiert, mit hohen Umweltstandards punkten. Auf dem Kupfer- und Gold-Projekt Golden Hills im US-Bundesstaat Arizona befinden sich beide Rohstoffe in hohen Gehalten. Erst vor zwei Wochen vermeldete NSJ Gold den Abschluss eines Bohrprogramms von 16 Löchern über 1.263m. Dabei stieß das Unternehmen auf hochgradige Goldvorkommen über eine Strecke von mindestens 88m. Gestern veröffentlichte das Unternehmen die Ergebnisse der ersten neun Bohrlöcher. Darunter unter anderem 7,93 g/t Gold und 1,61% Kupfer über eine Strecke von 4,57m.

Da die Aktie aktuell nur mit rund 4 Mio. EUR bewertet ist und vergleichbare Lagerstätten auf einem fortgeschrittenen Niveau deutlich ambitionierter bewertet sind, könnte die Aktie von NSJ Gold eine vielversprechende Chance sein. In den kommenden Wochen werden die restlichen Ergebnisse der Bohrproben aus dem Labor erwartet. Diese könnten weitere Hinweise auf das Potenzial von Golden Hills geben. Angesichts des weltweiten E-Auto-Booms und dem wachsenden Interesse an Gold, können sich Anleger die Aktie vormerken. Da der Wert eine sehr geringe Marktkapitalisierung aufweist und mögliche Vorkommen in der Erde nur gering bepreist werden, kann die Aktie einen Hebel auf die Rohstoffpreise bieten.

Konkurrenz und Bewertung entscheiden

Ähnlich wie auch bei Varta, wird bei NSJ Gold die Zukunft gehandelt. Das Gemenge ist aber deutlich weniger komplex: Werden hohe Gehalte an Gold und Kupfer gefunden, geht es für das Unternehmen weiter und auch die Aktie dürfte vorbehaltlich weiterer guter Ergebnisse weiter anziehen. Um Konkurrenz muss sich NSJ aktuell noch keine Gedanken machen. Anders ist das bei Varta. Das Unternehmen muss erst noch beweisen, dass es mit den Asiaten am Markt für E-Auto-Akkus mithalten kann. Unternehmen wie BYD haben hier bereits eine starke Marktstellung, sind aber dafür auch bereits sehr teuer.


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