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05.05.2021 | 05:00

Varta, BYD, SunMirror: Kurzfristige Perspektiven im Check

  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Aktien rund um Elektromobilität und Wasserstoff waren die Rendite-Bringer der vergangenen Monate. Doch warum schwächeln Titel wie Varta oder BYD inzwischen? Nach den enormen Kurssteigerungen ziehen sich Spekulanten zurück. Das muss aber kein schlechtes Signal sein. Titel, die in der jetzigen Phase relative Stärke zeigen, können beim nächsten Anstieg schon ganz vorne mit dabei sein. Wir skizzieren drei spannende Investment-Storys.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Nico Popp



 

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Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Varta: Wird das eine deutsche Erfolgsgeschichte?

Der deutsche Batteriehersteller Varta gilt seit mehreren Monaten als heimlicher Elektromobilitätsgewinner. Der Grund: Das Unternehmen ist rund um Akkus gut aufgestellt und muss eigentlich nur den Schwenk hin zu E-Autobatterien machen. Doch das „nur" sorgt für hitzige Diskussionen. Inwiefern es damit getan ist, bekanntes Knowhow nur auf einen neuen Bereich zu übertragen und ob es Varta schaffen kann, sich gegen die chinesische Konkurrenz zu behaupten, bleibt offen.

Nachdem 2020 für Varta ein Rekordjahr war, sollen am 12. Mai Zahlen zum ersten Quartal 2021 folgen. Varta selbst will weiter auf dem Wachstumspfad bleiben. Doch inwieweit der Markt mit diesem Wachstum zufrieden ist, bleibt ungewiss. Ein gutes Zeichen für Anleger ist allerdings, dass die Aktie in den vergangenen Monaten bereits einiges an Wert verloren hat. Das reduziert die Fallhöhe. Aus charttechnischer Sicht sollten die Kurse allerdings dreistellig bleiben, sonst könnte weiterer Verkaufsdruck bei Varta entstehen.

BYD: Kurzfristig unter Druck, langfristig chancenreich

Von Verkaufsdruck ist auch die Aktie von BYD gekennzeichnet – um rund 40% ging es in den letzten drei Monaten nach unten. Auf Sicht von einem Jahr steht zwar noch immer ein Gewinn von knapp 200%, doch riss der Wert zuletzt eine charttechnische Unterstützungszone. Berappelt sich die Aktie nicht direkt wieder, besteht auch kurzfristig Abwärtspotenzial bis auf 15 EUR. Trotzdem erscheint BYD gut aufgestellt. Der nach eigenen Angaben größte Autohersteller Chinas ist führend, wenn es um Batterietechnologie geht. In Zukunft will BYD verstärkt auch andere Hersteller mit Akkus beliefern und so den Preiskampf weiter anheizen. Bei BYD sieht man sich gut aufgestellt, da man seit jeher weite Teile der Wertschöpfungskette rund um E-Autos abdeckt.

Ein weiterer Pluspunkt für die Chinesen ist deren Zugang zu Rohstoffen: Lithium, Kobalt, Seltene Erden und auch Kupfer: All das wird rund um die Elektromobilität dringend gebraucht. China verfolgt seit Jahrzehnten eine aktive Rohstoffpolitik und positioniert sich in vielen Ländern offensiv. Neben zahlreichen Beteiligungen in Südamerika und Afrika gilt auch das Mammutprojekt der Neuen Seidenstraße als Beleg für Chinas starke geostrategische Position.

SunMirror: Breites Portfolio rund um E-Auto-Metalle und Gold

Eine Alternative zu Rohstoffen aus China oder deren Einflussgebiet will das Schweizer Unternehmen SunMirror sein. SunMirror betreibt drei Rohstoff-Projekte in Australien und fokussiert sich neben Lithium, Zinn, Nickel und Eisenerz auch auf Gold. Erst kürzlich attestierten die Analysten von Sphene Capital der Aktie weiteres Potenzial bis zu einem Niveau von 174,30 EUR. Aktuell ist eine Aktie mit 144 Euro bewertet. Während viele Titel rund um Elektromobilität in den vergangenen Monaten schwächelten, legte die Aktie der Schweizer um 18% zu.

Die Analysten von Sphene Capital halten es für möglich, dass das aussichtsreiche Cape Lambert South, das Eisenerz enthält an einem Investor verkauft wird. Dadurch könnte sich SunMirror stärker auf Metalle rund um Elektromobilität fokussieren oder aber mögliche Mittel in neue Zukunftspläne stecken. Die Aktie der Schweizer steigt seit Monaten langsam und stetig. Anleger sollten die Entwicklung von SunMirror konsequent beobachten. Die Projekte sind attraktiv und versprühen Fantasie. SunMirror ist aktuell mit rund 290 Mio. EUR bewertet und damit kein kleines Unternehmen mehr.

Rohstoffe als Voraussetzung für den E-Auto-Boom

Investments rund um Elektromobilität sind zukunftsträchtig – aber auch spekulativ. Gerade im Bereich der Batteriefertigung könnte ein Preiskampf viele ambitionierte Pläne zunichtemachen. Besser positioniert sind da schon die Chinesen von BYD, auch wenn die Aktie einerseits teuer und andererseits markttechnisch angeschlagen scheint. Rohstoff-Unternehmen wie Sunmirror versprühen zwar weniger Esprit als etwa BYD, sind aber Voraussetzung für den E-Auto-Boom. Unternehmen auf Wachstumskurs können daher vielversprechend sein.


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