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09.02.2022 | 06:00

Varta, Defense Metals, BYD: Was braucht Tesla dringender?

  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Die mobile Zukunft ist elektrisch. Doch welche Unternehmen haben am Ende die Nase vorn? Aktuell überschlagen sich Batteriehersteller und Anbieter von Vorprodukten mit innovativen Lösungen. Zugleich predigen vermeintliche Marktkenner, dass China im Bereich der Elektromobilität sowieso dominant sei. Wie also investieren? Wir nehmen drei Aktien unter die Lupe.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Varta: Das war zu viel des Guten

    Varta ist seit einigen Monaten auch eine heiße Spekulation auf die Elektromobilität. Der Grund: Das Unternehmen plant, in diesem Bereich einzusteigen. Da Varta Technologieführer ist und als erste Wahl von Welt-Konzernen gilt, könnte es mit den Plänen durchaus etwas werden, meinen Marktbeobachter. Doch wie das an der Börse oftmals so ist, verteilte der Markt zu früh zu viele Vorschusslorbeeren. Die Aktie kletterte deutlich und erreichte im vergangenen Jahr teils ein Niveau von über 180 EUR. Inzwischen handelt der Wert wieder im zweistelligen Bereich, obwohl es rund um Varta eigentlich gut aussieht.

    Mitte des vergangenen Jahres eröffnete Varta eine neue Fabrik für Lithium-Ionen-Zellen. So kann das Unternehmen inzwischen bis zu 400 Mio. Batteriezellen pro Jahr herstellen. Die Guidance für das Gesamtjahr hat Varta beibehalten – die operative Marge soll leicht auf 30% ansteigen. Angesichts der guten Marktstellung rund um Akkus und Batterien dürfte Varta auch in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Zu nennen ist dabei vor allem Unterhaltungselektronik und E-Autos. Doch der E-Auto-Hype des vergangenen Jahres war zu viel. Inzwischen schauen Anleger bei Varta so genau hin, dass ihnen womöglich auch die aktuelle Bewertung zu teuer sein dürfte. Alles sieht danach aus, als bliebe die Aktie zweistellig.

    Defense Metals: Verstärkungen im Management und operative Fortschritte

    Von zweistelligen Kursen ist die Aktie von Defense Metals weit entfernt, doch das ist nur recht und billig. Der Grund: Defense Metals ist ein Wachstumsunternehmen, das eine der wenigen aussichtsreichen Seltene-Erden-Liegenschaften in Nordamerika sein Eigen nennt. Seltene Erden kommen in vielen Bereichen vor, die wir heute mit Zukunft assoziieren: Akkus von Elektroautos, Elektronik oder auch Displays. Auch die Rüstungsindustrie ist auf die Metalle angewiesen, weswegen die USA Seltene Erden schon längere Zeit als kritische Rohstoffe sehen, die es im Inland oder zumindest in Nordamerika, zu sichern und zu fördern gilt. Über Jahre war China der uneingeschränkte Player rund um Seltene Erden. Das war vor 2019 noch kein so großes Problem, da der internationale Warenverkehr reibungslos ineinandergriff und Arbeitsteilung die wichtigste Maxime der Wirtschaft war. Doch die Zeiten haben sich – nicht nur wegen der Pandemie – geändert.

    Geopolitische Konflikte brechen auf und passen ins Bild einer Wirtschaft, in der Autarkie größer geschrieben wird, als Synergie. Defense Metals will 2022 mit seinem Wicheeda-Projekt durchstarten und hat bereits eine Analyse zur ökonomischen Machbarkeit eingereicht. Im Laufe des Jahres sollen die Arbeiten einer vorläufigen Machbarkeitsstudie beginnen. Parallel dazu plant das Unternehmen, seine Ressourcen auszuweiten und bestehende Vermutungen über Vorkommen zu bestätigen. Dass Defense Metals Fahrt aufnimmt, zeigen auch mehrere Personalentscheidungen : Nachdem das Unternehmen Luisa Moreno als Präsidentin gewinnen konnte, stieß zuletzt mit John Goode ein Experte für die Verarbeitung von Seltenen Erden als Berater zum Unternehmen. „John hat bereits einen bedeutenden Beitrag zur metallurgischen Prozessentwicklung des Seltene Erden-Projekts Wicheeda geleistet, und wir erwarten, dass er auch weiterhin sein beträchtliches Fachwissen in das Projekt einbringen wird, während wir auf dem Weg zu einer Vormachbarkeitsstudie sind", kommentierte Moreno die Personalie. Nach Monaten der Seitwärtsbewegung könnte die Aktie im Zuge der operativen Fortschritte sowie der Erwartungen an das Jahr 2022 wieder freundlicher tendieren. Während Hersteller von Akkus um die technologische Vormachtstellung streiten, will Defense Metals Grundstoffe liefern, die in Zukunft in jedem Fall gebraucht werden.

    Defense Metals ist in Kürze auch bei International Investment Forum (IIF) vertreten. CEO Dr. Luisa Moreno gibt interessierten Anlegern um 13:15 Uhr live Einblick und steht für Fragen zur Verfügung. Eine kostenfreie Anmeldung zum Zoom-Call ist noch möglich.

    BYD: Gute Position, schwächelnde Aktie

    Auf Seltene Erden aus den USA dürften die Chinesen von BYD vorerst nicht zurückgreifen – China hat bereits früh die Bedeutung der Metalle erkannt und ist unangefochtener Marktführer. Da aber auch BYD auf neue Märkte strebt, ist es langfristig nicht ausgeschlossen, dass der Elektro-Pionier aus China auch US-Akkus verbaut.

    Das Unternehmen hat nicht zu Unrecht den Ruf, sich gerne breit aufzustellen. Dank eigener Akku- und Chip-Sparte kann BYD den aktuellen Problemen klassischer Autobauer wegen gestörter Lieferketten etwas optimistischer entgegenblicken. Doch auch für BYD gilt, dass die Luft bei den E-Auto-Aktien, die bereits gut gelaufen sind, raus ist. Selbst erfreuliche Absatzzahlen konnten das Ruder bei BYD in den letzten Wochen nicht mehr herumreißen.


    Während altbekannte E-Auto-Aktien von der Realität eingeholt werden und zuletzt schwächeln, scheint die Aktie von Defense Metals ihren Boden bereits gefunden zu haben. Da bei Rohstoffproduzenten weniger Konkurrenz herrscht, als etwa bei Herstellern von Batterien, können sich Anleger die Seltene-Erden-Aktie Defense Metals vormerken. Die jüngsten Entwicklungen beim kanadischen Unternehmen gehen in die richtige Richtung.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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