03.06.2026 | 04:30
Vorsicht bei Rheinmetall! US-Auftrag bei DroneShield! HPQ Silicon überzeugt!
Vorsicht bei Rheinmetall! Die Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns scheint ihre Erholung beendet zu haben und befindet sich wieder auf dem Weg zum Jahrestief. Ein positiver Analystenkommentar brachte keine Impulse. Vielleicht eine Kooperation in den USA? Positive News aus dem größten Rüstungsmarkt der Welt gibt es auch bei DroneShield. Die Aktie legte gestern leicht zu. Geht es weiter in Richtung Allzeithoch? Einen sehr guten Eindruck hat der CEO von HPQ Silicon auf einer Investorenkonferenz hinterlassen. Das Unternehmen macht derzeit den Schritt von der Forschung zur Kommerzialisierung. Die neue Batterie-Generation überzeugt in Drohnentests. Außerdem will man die Wasserstoffproduktion revolutionieren. Die Aktie gehört mindestens auf die Watchlist.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , RHEINMETALL AG | DE0007030009
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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HPQ Silicon: Aktie mit Potenzial
HPQ Silicon bietet neueste Batterietechnologie und Wasserstofffantasie in einer Aktie. Dies machte CEO Bernard Tourillon während seiner Präsentation auf der digitalen Investorenkonferenz IIF klar. Und wer sich die Präsentation ansieht, sollte sich die Aktie mindestens auf die Watchlist nehmen, wenn nicht gleich ins Depot.
Denn das kanadische Technologieunternehmen macht derzeit den Schritt von der Forschungsphase zur Kommerzialisierung. Nach rund zehn Jahren Entwicklungsarbeit konzentriert sich das Unternehmen auf drei Geschäftsfelder: Silizium-Anodenmaterialien für Batterien, pyrogenes Siliziumdioxid (Fumed Silica) sowie autonome Wasserstoffsysteme. Die Strategie soll das Risiko durch mehrere Wachstumstreiber reduzieren und den Weg zu ersten nennenswerten Umsätzen ebnen.
Besonders weit fortgeschritten ist die Entwicklung von Silizium-Anodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien. HPQ hat eigene 18650- und 21700-Batteriezellen hergestellt und diese direkt mit den leistungsfähigsten Graphitlösungen verglichen. Die neuste Generation erreichte laut Unternehmen Energiewerte von über 7.000 mAh und zählt damit zu den höchsten bislang gemeldeten Ergebnissen. Der Drohnenakku von HPQ verfügt über 15.900 mAh Kapazität und 457 Wh Gesamtenergie bei einem Gewicht von nur 1,16 Kilogramm. Im Vergleich mit herkömmlichen Drohnenbatterien überzeugte das HPQ-Produkt durch eine Leistungssteigerung von 23 % bis 36 %. Die Kommerzialisierung der Silizium-Anodenmaterialien wird übrigens durch eine staatliche Förderung in Höhe von 3 Mio. CAD unterstützt. Zunächst entsteht eine Produktionslinie mit zwei Tonnen Jahreskapazität, die später auf 50 Tonnen erweitert werden soll. Damit könnten Materialien für bis zu 40 Millionen Batteriezellen pro Jahr produziert werden. Das Interesse aus der Industrie scheint hoch. Nach den jüngsten Testergebnissen wurden laut Management zahlreiche Geheimhaltungsvereinbarungen mit potenziellen Kunden und Partnern abgeschlossen.
Ein zweiter Wachstumstreiber ist die gemeinsam mit PyroGenesis entwickelte Technologie zur Herstellung von pyrogenem Siliziumdioxid. Während herkömmliche Verfahren mehrere energie- und kapitalintensive Prozessschritte erfordern, wandelt HPQ Quarz direkt in das Endprodukt um. Dadurch sollen die Investitionskosten drastisch sinken und eine dezentrale Produktion möglich werden. Das Unternehmen befindet sich nach erfolgreichen Labortests in der Vor-Kommerzialisierungsphase. Als wichtiger Meilenstein gilt eine Absichtserklärung mit Evonik Industries. Der deutsche Chemieriese hat die Technologie bereits bewertet. Laut HPQ hat der Markt ein Potenzial von rund 2,6 Mrd. USD und hohe Eintrittsbarrieren.
Das dritte Standbein bildet die Wasserstoffsparte. Dabei setzt HPQ auf Hydrolyse und will damit insbesondere mobile Systeme zur Wasserstoffproduktion anbieten. Die Lösung soll netzferne Energieversorgung, Wärmebereitstellung und Wasseraufbereitung ermöglichen. Als potenzielle Einsatzgebiete nennt das Unternehmen Bergbaucamps, abgelegene Gemeinden, militärische Anwendungen sowie künftig wasserstoffbetriebene Drohnen. Mehrere Projekte befinden sich laut Management in fortgeschrittenen Gesprächen, zudem werden weitere staatliche Förderungen geprüft.
https://youtu.be/V6FO2uPdQLI?si=krfrV3gpZFo5xt5e
Rheinmetall: Partnerschaft in den USA
Ist die Erholung bei Rheinmetall schon wieder vorbei? In den letzten Wochen sah es nach einem Turnaround bei der Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns aus. Nach der monatelangen Korrektur bis knapp über 1.100 EUR ging es innerhalb von zwei Wochen bis auf 1.300 EUR nach oben. Doch in der laufenden Woche macht sich die Aktie auf den Weg, ihr Jahrestief zu testen. Dabei hatte die Deutsche Bank Ende vergangener Woch noch ihre Kaufempfehlung mit Kursziel 2.100 EUR bekräftigt. Dies bestätigt, dass Rüstungsaktien trotz der weltweiten Konflikte und Spannungen derzeit kein Momentum haben.
Auch eine Kooperation im größten Rüstungsmarkt der Welt bringt keine positiven Impulse. So haben Rheinmetall und Harbinger eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung autonomer und unbemannter Bodenfahrzeuge (UGVs) für die US-Streitkräfte geschlossen. Ziel ist es, kostengünstige und schnell verfügbare Robotiklösungen für Kampf-, Logistik- und Versorgungsaufgaben bereitzustellen. Rheinmetall wird die Erfahrung bei der Integration militärischer Fahrzeugsysteme mit der autonomiefähigen Hybrid-Elektroplattform von Harbinger verbinden. Im Fokus stehen zunächst autonome taktische Radfahrzeuge, Nachschublösungen für umkämpfte Einsatzgebiete sowie Robotikplattformen für das sogenannte Manned-Unmanned-Teaming der US Army.
Die Partner sehen in der Kombination aus Hybridantrieb, Drive-by-Wire-Technologie und fortschrittlicher Autonomie die Möglichkeit, leistungsfähige und zugleich bezahlbare Robotersysteme in großer Stückzahl bereitzustellen. Die Fahrzeuge sollen durch ihre geringe Geräusch- und Wärmesignatur sowie lange Einsatzdauer insbesondere für militärische Operationen geeignet sein und gleichzeitig Soldaten durch ferngesteuerte oder autonome Einsätze besser schützen. Beide Unternehmen setzen auf Entwicklung und Produktion in den USA und wollen bereits in diesem Sommer erste gemeinsame Demonstrationen starten sowie Prototypenprogramme für das US-Verteidigungsministerium verfolgen.
DroneShield: Auftrag aus den USA
Auch DroneShield berichtet aus den USA. So hat der australische Spezialist für Drohnenabwehr einen Rahmenvertrag von bis zu 24,9 Mio. AUD zur Unterstützung der US-amerikanischen Joint Interagency Task Force 401 (JIATF-401) erhalten. Die Joint Interagency Task Force 401 (JIATF-401) ist die zentrale Organisation des US-Verteidigungsministeriums zur Koordinierung von Maßnahmen gegen Drohnenbedrohungen und unterstützt sowohl die US-Streitkräfte als auch verbündete Staaten bei der schnellen Beschaffung und Einführung moderner Drohnenabwehrtechnologien.
Von dem Rahmenvertrag wurden 19,3 Mio. AUD sofort beauftragt. So wird DroneShield mobile und stationäre Abwehrsysteme gegen Drohnen liefern. Von dem festen Auftragsvolumen sollen mindestens 10 Mio. AUD bereits im laufenden Geschäftsjahr umsatzwirksam werden und der Rest in 2027.
DroneShield-CEO Angus Bean sieht den Auftrag als weiteren Beleg für die weltweit steigende Nachfrage nach Drohnenabwehrsystemen. Insbesondere militärische Einrichtungen, Behörden und Betreiber kritischer Infrastruktur würden verstärkt nach Lösungen suchen, die sowohl schnell einsetzbar als auch für die dauerhafte Luftraumüberwachung geeignet sind. Die JIATF-401 koordiniert die Beschaffung moderner Anti-Drohnen-Technologien für die US-Streitkräfte sowie verbündete Nationen. Für DroneShield stärkt der Auftrag die Position auf dem wichtigen US-Markt und unterstreicht das wachsende Vertrauen in die Fähigkeit des Unternehmens, skalierbare und einsatzreife Counter-Drone-Lösungen bereitzustellen.
Die Aktie reagierte gestern zwischenzeitlich mit einem leichten Kursanstieg von rund 2 % auf die Meldung. Mit 1,93 EUR notiert das Wertpapier auf dem Niveau des Jahresanfangs. Im Oktober 2025 stand die Aktie noch über 3,60 EUR.
Fazit
HPQ ist mit seinen drei Geschäftsfeldern außergewöhnlich interessant positioniert. Hält der positive Newsflow an, sollten im laufenden Jahr deutlich höhere Kurse möglich sein. Im Rüstungssektor ist derzeit grundsätzlich die Luft raus. Sowohl bei Rheinmetall als auch bei DroneShield braucht es wohl sehr große Aufträge, um die Aktien in eine nachhaltige Rally zu treiben.
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