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19.07.2022 | 06:00

Wasserstoff als Milliarden-Markt: Amazon, First Hydrogen, BYD

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Wie wird die Zukunft aussehen? Nicht erst seit der Gas-Krise ist klar, dass die Zukunft grün sein muss. Nachhaltige Technologie und ESG-Kriterien für die gesamte Wirtschaft gewinnen an Bedeutung. Immer mehr klassische Unternehmen erkennen das und investieren in grüne Technologie, wie etwa Wasserstoff. Dieser kommt zunehmend auf die Straße. Wir stellen drei Aktien rund um das Wasserstoff-Thema vor.

Lesezeit: ca. 2 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Amazon: Investitionen in Nachhaltigkeit

    Beim Wasserstoff-Startup Sunfire aus Dresden wird man nicht schlecht gestaunt haben, als sich das erste Mal Vertreter von Amazon meldeten. Inzwischen ist der Handels-Riese über seinen zwei Milliarden USD schweren Risikokapitalfonds bei den Spezialisten für Elektrolyse-Technologien eingestiegen. Ziel sei es, die Technologie zu industrialisieren, also die Fertigung im großen Stil, um auch marktfähige Preise möglich zu machen. Amazon experimentiert immer wieder mit Zukunftstechnologie, wie etwa Drohnen. Die riesigen Lagerhallen eignen sich für Photovoltaik-Anlagen. Elektrolyseure könnten die überschüssige Sonnenenergie in grünen Wasserstoff verwandeln. Dieser könnte als Treibstoff in Wasserstoff-LKW oder Lieferwagen eingesetzt werden.

    Als Handelsriese ist Nachhaltigkeit für Amazon ein großes Thema. Erstens muss das Unternehmen kritische Kunden überzeugen, zweitens orientieren sich Finanzierungsbedingungen längst bereits an ESG-Kriterien. Wer klimaneutral ist, zahlt weniger Zinsen. Die Aktie von Amazon hat auf Sicht von einem Jahr rund 26% verloren. Aktuell stabilisiert sich der Wert allerdings. Die Aktie bleibt ein Dauerbrenner. Das Engagement rund um Nachhaltigkeit wird sich für Amazon auszahlen.

    First Hydrogen baut weitere Geschäftsfelder aus

    Ein Unternehmen, das für Amazon von Interesse sein könnte, ist First Hydrogen. Die Wasserstoff-Hoffnung fokussiert sich darauf, Lieferwagen mit Brennstoffzellen auszustatten und so für Lieferdienste und Logistiker Lösungen zu bieten. Partner von First Hydrogen sind unter anderem Ballard Power und AVL Powertrain. Neben den Plänen für einen Wasserstoff-Van, der in einem weiteren Schritt für bestimmte Kunden angepasst werden kann, arbeitet First Hydrogen auch an einer Tankanlage für Wasserstoff und lanciert die Produktion von grünem Wasserstoff.

    Zur Finanzierung hat First Hydrogen Mittel aus dem britischen N et Zero Hydrogen Fund beantragt. Werden diese genehmigt, würde das Kapital in die Kassen spülen und wäre zugleich auch ein Signal des Vertrauens an den Markt. First Hydrogen entwickelt sich mehr und mehr zu einem vielseitigen Wasserstoff-Unternehmen. Nachdem das Unternehmen eine Finanzierung erfolgreich abschloss, sank der Kurs. Inzwischen hat sich die Aktie aber wieder stabilisiert. Operativ geht es beim Unternehmen weiter: Nachdem man im Juni einen Experten für Wasserstoff-Fahrzeuge von BMW abwerben konnte, folgte zuletzt eine Expertin zur Produktion von grünem Wasserstoff vom multinationalen Versorger ENGIE.

    BYD: Viele Standbeine zahlen sich aus

    Dass es sich durchaus lohnen kann, breit aufgestellt zu sein, zeigt BYD. Das Unternehmen gilt als Hersteller von E-Autos, hat aber vor Jahren als Akku-Schmiede angefangen. Damals steckten BYD-Akkus noch in Elektrorollern und andere Gefährten, die viele Europäer nur aus dem Asien-Urlaub kannten. Doch das einst belächelte chinesische Unternehmen gilt heute als technologisch führend. Gegenüber Daimler soll BYD etwa einen Technologievorsprung von fünf Jahren haben , munkeln Branchenkenner. Auch wenn sich derartige Vorzüge nur schwer quantifizieren lassen, ist BYD inzwischen sehr breit aufgestellt und liefert auch Akkus für Photovoltaik-Anlagen. Jetzt soll die eigene Chip-Fertigung deutlich ausgebaut werden: Statt einfacher Industriechips wollen die Chinesen auch Chips rund um Themen wie autonomes Fahren herstellen. Derart breit aufgestellt zu sein, lohnt sich: Die Aktie stieg in den vergangenen drei Krisen-Monaten um satte 35%.


    Der Erfolg von BYD dürfte auch aufstrebenden Technologie-Unternehmen, wie First Hydrogen eine Orientierung sein: Wer viele Eisen im Feuer hat, bietet sich als Partner an und macht so womöglich schneller große Schritte in die richtige Richtung. Für Anleger sind Aktien rund um Wasserstoff und Nachhaltigkeit spannend – schließlich ist der Trend gekommen, um zu bleiben und zugleich ein probates Mittel in Zeiten der Gaskrise.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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