Menü schließen




06.03.2024 | 05:05

Wasserstoff-News: Nel Aktie "verkaufen", thyssenkrupp nucera "kaufen" und First Hydrogen überzeugt Kunden

  • Wasserstoff
  • Elektromobilität
  • Energiewende
  • Technologie
Bildquelle: Thyssenkrupp Nucera

Droht bei der Nel-Aktie ein erneuter Kursrutsch? Jedenfalls konnten die Norweger mit den Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2023 nicht überzeugen. Besonders der Auftragseingang bereitet Sorgen. Analysten sehen weiteres Abwärtspotenzial bei der Aktie, aber es gibt auch Optimisten. Dagegen überzeugt der auf Nutzfahrzeuge spezialisierte Wasserstoff-Newcomer First Hydrogen. In Großbritannien gab es auch beim Einsatz in der kalten Jahreszeit keine Reichweitenverluste. Davon können Besitzer von Tesla, Volkswagen und Co. nur träumen. Folgen konkrete Aufträge, sollte die Aktie durchstarten können. Analysten sehen bei der Aktie von thyssekrupp nucera Potenzial. Die Entwicklung im ersten Quartal hat überzeugt. Aber auch bei der deutschen Wasserstoff-Hoffnung sollten Anleger genau hinsehen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001

Inhaltsverzeichnis:


    First Hydrogen: Fahrzeug überzeugt auch im Winter

    Spannend wird es in diesem Jahr bei First Hydrogen. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen spezialisiert. Die Fahrzeuge werden bereits in Großbritannien von potenziellen Kunden in der Praxis getestet. Dabei überzeugen die Fahrzeuge, insbesondere im Vergleich zum Elektroantrieb. In Kanada soll ein großes Fahrzeugmontagewerk entstehen und die Märkte in Europa und Nordamerika beliefern. Zu den Kunden könnte schon bald Wales & West Utilities (WWU) gehören. Der britische Gasnetzbetreiber hat das wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeug (FCEV) von First Hydrogen im Alltag getestet und ist begeistert. Bemerkenswert: Während des Praxistests sanken die Temperaturen auf bis zu 2 Grad und dennoch gab es keine Reichweitenverluste. Dies ist für Flottenbetreiber ganz wichtig und für Wasserstoff ein entscheidender Vorteil im Wettbewerb mit dem Elektroantrieb. Beim Einsatz von Heizung und Klimaanlagen kommt es bei elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugen zu deutlichen Reichweitenverlusten. Bei früheren Testläufen hat das FCEV von First Hydrogen eine Spitzenreichweite von 630 km erzielt.

    Insgesamt scheint der Test bei Wales & West Utilities wirklich überzeugt zu haben. So sagte WWU-Manager Stephen Offley: "Wir sind beeindruckt von der Leistung des FCEV von First Hydrogen und die Tests geben uns einen echten Einblick in die Vorteile und den potenziellen Einsatz von Wasserstofffahrzeugen in unserer Flotte. Eine zuverlässige und wiederholbare Reichweite ist für Flottenmanager wichtig, damit wir den täglichen Betrieb planen können, ohne uns aufgrund von kälterem Wetter einzuschränken und mehr Zeit für das Aufladen einzuplanen. Februar ist einer der kältesten Monate in Südwales und einer der Monate mit den meisten Notfalleinsätzen für WWU, doch die kühleren Temperaturen haben sich nicht auf die Fähigkeit des Fahrzeugs ausgewirkt und unsere Techniker konnten auf alle erforderlichen Einsätze reagieren."

    Die First Hydrogen Aktie notiert seit mehreren Monaten – trotz des schwachen Branchenumfelds – in der Spanne zwischen 1 EUR und 1,20 EUR. Nach den erfolgreichen Tests sollten konkrete Aufträge folgen, dann sollte auch die Aktie durchstarten. Denn mit einer Marktkapitalisierung von unter 100 Mio. CAD erscheint das Unternehmen nicht teuer.

    Nel: Kursrutsch noch nicht beendet?

    Dagegen bringt Nel immer noch rund 9 Mrd. NOK auf die Börsenwaage. Zwar machen die Norweger deutlich mehr Umsatz als First Hydrogen, aber man konnte bisher nicht ein profitables Geschäftsmodell nachweisen.

    Immerhin hat Nel im vierten Quartal 2023 den EBITDA-Verlust von -216 Mio. NOK auf -106 Mio. NOK reduziert. Sorgen macht allerdings der Auftragseingang. Zum Jahresende verfügte Nel über einen Auftragsbestand von 2,5 Mrd. NOK. Ende 2022 waren es 2,6 Mrd. NOK. Deutlicher wird das Problem beim Blick auf das vierte Quartal. Dort konnte man Orders mit einem Volumen von 183 Mio. NOK verbuchen. Im letzten Quartal 2022 waren es noch 982 Mio. NOK. Eine positive Tendenz sieht anders aus.

    Dieses Problem sehen auch Analysten. Aus Sicht der UBS muss Nel zwingend neue Aufträge an Land ziehen, um die Umsatzziele in 2025 zu erreichen. Die Analysten stufen Nel mit "Sell" ein. Das Kursziel liegt bei 3,70 NOK. Derzeit notiert die Aktie bei 4,68 NOK.

    Optimistischer ist Berenberg. Dort wird Nel mit "Buy" und einem Kursziel von 11 NOK geführt. Doch auch die Berenberg-Analysten weisen auf den Auftragsbestand hin. Um Vertrauen bei Investoren zurückzugewinnen, brauche es einige wirklich große Orders. Berenberg favorisiert derzeit thyssenkrupp nucera.

    thyssenkrupp nucera: Q1 Zahlen überzeugen Analysten

    Die deutsche Wasserstoff-Hoffnung entwickelt sich derzeit spürbar besser als die Pioniere Nel und Plug Power. Allerdings machen sich auch bei thyssenkrupp nucera die Anlaufkosten im Wasserstoff-Segment bemerkbar. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 stieg der Umsatz um 35 % auf 208,3 Mio. EUR. Wachstumstreiber war erneut der Bereich Alkalische Wasserelektrolyse (AWE) für die Herstellung von grünem Wasserstoff mit einem Anstieg um 73 % auf 120,6 Mio. EUR. Der Auftragseingang bei AWE legte um 34 % auf 109,1 Mio. EUR zu. Dass das AWE Segment noch nicht profitabel ist, zeigt die Ertragsentwicklung. Das EBITDA im Konzern sank von 11,9 Mio. EUR auf nur noch 0,4 Mio. EUR. Immerhin ist der Free Cashflow mit 0,5 Mio. EUR noch positiv. Anleger sollten in den kommenden Quartalen den Auftragseingang genau beobachten.

    Bei Analysten kamen die Quartalszahlen gut an. Berenberg hat die Kaufempfehlung für thyssenkrupp nucera bestätigt. Das Kursziel liegt bei 22 EUR. Derzeit notiert die Aktie unter 15 EUR. Auch die Deutsche Bank zeigte sich mit dem Start von thyssenkrupp nucera in das Geschäftsjahr zufrieden. Das Kursziel der Analysten liegt sogar bei 29 EUR.


    Wasserstoff-Aktien sind nichts für schwache Nerven. Die Technologie wird in der Zukunft gebraucht, aber in welchem Bereich genau und welches Unternehmen setzt sich durch? Bei den Platzhirschen Plug Power und Nel ist viel Vertrauen verloren gegangen. Newcomer wie First Hydrogen und thyssenkrupp nucera scheinen aussichtsreich zu sein, überzeugen mit positivem Newsflow und können frischen Wind ins Depot bringen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.esg-aktien.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 08.04.2026 | 04:30

    EINSTIEGSCHANCE bei Drohnen-Geheimtipp! NEO Battery Materials testet im militärischen Grenzgebiet!

    • Drohnen
    • Robotik
    • batterien
    • Technologie
    • Elektromobilität
    • Rüstung

    Derzeit bietet sich eine spannende Einstiegschance bei diesem Drohnen-Geheimtipp: NEO Battery Materials. Im aktuellen Börsenbeben hat die Aktie des Spezialisten für Batterien für Drohnen, Roboter und Elektromobilität über 20 % an Wert verloren. Dabei zeigt der Krieg im Nahen Osten erneut, dass Drohnen die Zukunft gehört. Die in Südkorea hergestellten Batterien haben in Praxistests gezeigt, dass sie die Flugzeit verdoppeln. Zudem punkten sie bei der Ladegeschwindigkeit. Im jüngsten Interview erläutert das Unternehmen, woran das liegt. Außerdem gibt es eine neue Erfolgsmeldung. Gemeinsam mit dem südkoreanischen Militär werden die NEO-Produkte weiterentwickelt. Und dies an einer der wohl kritischsten Grenzen der Welt. Da kann es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die Aktie wieder durchstartet.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 07.04.2026 | 04:30

    Irankrieg: GEFAHR für Siemens Energy? CHANCE für Pure One und Plug Power?

    • Energie
    • cleantech
    • Gas
    • Wasserstoff
    • Batterietechnologie

    Der Krieg im Nahen Osten treibt die Energiepreise weltweit in die Höhe. Selbst in den energieautarken USA spüren Verbraucher steigende Kosten an der Tankstelle, was den Trend zu erneuerbaren Energien beschleunigt. Überdenken KI-Unternehmen eventuell ihre Strategie, auf Gaskraftwerke zu setzen? Dies sollten Aktionäre von Siemens Energy im Blick behalten. Ein Profiteur könnte Pure One sein. Der Nebenwert kombiniert ein diversifiziertes Clean-Tech-Portfolio mit einer Mehrheitsbeteiligung an Eastern Gas, einem vielversprechenden Gasexplorer in Australien. Zu den Kunden zählt die deutsche Heidelberg Materials. Und was macht Plug Power? Die Aktie arbeitet sich an einen wichtigen Widerstand heran. Reicht der jüngste Großauftrag, um diesen zu überwinden? Zudem scheint das Unternehmen Privatanleger für sich entdeckt zu haben.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 02.04.2026 | 04:30

    "Extreme Unterbewertung", INSIDERKÄUFE, Shortsqueeze: CTS Eventim, TeamViewer Aktie und Dividenden-Perle RE Royalties!

    • Technologie
    • erneuerbareenergie
    • Energie

    Mit einer sehr bullishen Studie für TeamViewer hat die DZ Bank für Aufsehen gesorgt. Die Analysten sprechen beim Blick auf die Aktie des deutschen Technologieunternehmens von einer "extremen Unterbewertung" und stufen sie auf "Kaufen" hoch. Auch ein Shortsqueeze sei möglich. RE Royalties lockt mit einer außergewöhnlich hohen Dividendenrendite von rund 10 %. Umso überraschender ist, dass der Aktienkurs bislang kaum auf diese starke Kombination aus Wachstum und Ausschüttung reagiert. Jetzt prüft das Management strategische Optionen. Davon sollte die Aktie profitieren. Und was ist bei CTS Eventim los? Seit dem vergangenen Jahr hat sich die Aktie mehr als halbiert. Nach dem jüngsten Kursrutsch raten Analysten zum Kauf und Insider kaufen.

    Zum Kommentar