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09.03.2022 | 08:50

Würde so Kostolany investieren? BASF, Globex Mining, Gazprom

  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Krieg kennt nur Verlierer. An der Börse sieht das aber ein wenig anders aus. Die Börse spiegelt die Veränderungen von morgen schon heute wider und sorgt für die Allokation von Kapital. Wenn Gelder von der einen in die andere Branche fließen, entstehen für Anleger auch Chancen. Wer rechtzeitig aufs richtige Pferd setzt, gewinnt. Wer den Fehler macht, auf die Überflieger der Vergangenheit zu setzen, erlebt womöglich ein finanzielles Waterloo.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078

Inhaltsverzeichnis:


    BASF: So sieht es mittelfristig aus

    Die Aktie von BASF galt bis zum Ausbruch des Ukraine-Kriegs als äußerst solider Geheimtipp. Die Quartalszahlen fielen herausragend aus – vielen Anlegern dürfte noch der Gewinnsprung von 164,9% in den ersten neun Monaten des gerade abgelaufenen Geschäftsjahres in Erinnerung sein. Auch ist BASF ein Platzhirsch: Das Unternehmen aus Ludwigshafen ist weltweit präsent und verdient in vielen Bereichen rund um Chemie gutes Geld. Diese Marktstellung hat gepaart mit den guten Zahlen viele Anleger überzeugt. Doch dann kam der Krieg und die Aktie stürzte ab.

    Viele Analysten verwiesen in den vergangenen Tagen darauf, dass gestiegene Rohstoffpreise BASF das Geschäft verhageln könnten. Zwar gilt das auch für die Konkurrenz, doch drückten dennoch viele Anleger bei BASF den Verkaufen-Knopf. Eigentlich gilt BASF im Branchenvergleich als nicht überbewertet. Nach dem Kursrutsch von fast 70 auf unter 50 EUR können sich Anleger den Chemie-Riesen vormerken. Zwar macht es keinen Sinn, ins fallende Messer zu greifen, doch war BASF vor dem Krieg auf einem guten Weg und bot auch eine hohe Dividende. Selbst ein äußerst schwaches 2022 sollte inzwischen eingepreist sein. BASF bringt aber alles für ein Comeback mit. Voraussetzung dafür ist, dass der Krieg in der Ukraine ein Ende findet und sich auch die Rohstoffpreise wieder beruhigen.

    Globex Mining: 200 Rohstoff-Projekte, eine Aktie, 52 Mio. EUR Bewertung

    Die aktuell sehr diffusen Entwicklungen am Rohstoffmarkt spielen dem kleinen kanadischen Unternehmen Globex Mining in die Karten. Globex ist eine Art Beteiligungs-Gesellschaft für Rohstoff-Projekte im Anfangs- und fortgeschrittenen Stadium. Die Liste der Metalle, die Globex Mining im Portfolio hat, ist lang: Kupfer, Nickel, Blei, Gold, Silber, Platin, Palladium, Mangan, Titan, Eisen, Molybdän, Lithium, Kobalt und Seltene Erden. Sage und schreibe 204 Projekte hat Globex Mining aktuell im Portfolio, hinzukommen 82 Lizenzvereinbarungen (Royalties). Die Liste der Projekte wurde in den vergangenen Jahren immer länger und verdoppelte sich zwischen 2010 und heute. Trotzdem denkt man bei Globex Mining auch an Verkäufe – 2020 trennte man sich gegen Cash von sieben Projekten, 2021 verkaufte man eines.

    Der Fokus von Globex Mining liegt auf Projekten in Kanada, den USA und Deutschland. Neben vielen Liegenschaften im Frühstadium verfügt Globex auch über fortgeschrittene Projekte mit Ressourcenschätzungen und gar Machbarkeitsstudien. Beispiele sind Authier Lithium Royalty (Ressource und Machbarkeit) oder die Rocmec1 Gold Mine ( Ressourcenschätzung 570.000t Gold @ 6,32 g/t ) und weitere. Da Globex viele Projekte gemeinsam mit Partnern betreibt und sich Lizenzzahlungen im Erfolgsfall sichert, kann das Unternehmen viele Projekte gleichzeitig vorantreiben. In Zeiten steigender Rohstoffpreise dürfte das Geschäftsmodell von Globex Mining Aufwind bekommen. Zwar haben Konglomerate mit vielen Projekten manchmal das Problem, ihre Story auch nach außen zu tragen, doch könnte schon ein vielversprechender Deal ein ganz anderes Licht auf das riesige Portfolio von Globex Mining werfen. Mit einer Marktkapitalisierung von nur 52 Mio. EUR, könnte angesichts der schieren Größe des Projekt-Portfolios Potenzial entstehen – ein guter Deal oder ein Durchbruch auf einem der Flaggschiff-Projekte genügt.

    Gazprom: Ist das eine Kostolany-Spekulation?

    Was passiert, wenn sich einstige Flaggschiff-Projekte in Luft auflösen, zeigt gerade die Aktie des russischen Energie-Riesen Gazprom. Nicht erst das Aus der Pipeline Nord Stream 2 hat die Aktie in Deutschland nahezu wertlos gemacht. Aktuell ist der Wert auch weiterhin nicht handelbar, selbst in Moskau nicht. Erst ab Mittwoch (9.3.) will die russische Zentralbank Details bekannt geben, wie es mit dem Markt weitergehen soll. Auch eine längere Handelsaussetzung ist nicht ausgeschlossen. Die Offiziellen wollen auf diese Weise Panik am Aktienmarkt verhindern. Sollte es nach einem Comeback der russischen Aktien am Markt zu weiteren Ausverkäufen kommen, könnte bei Titeln wie Gazprom Goldgräber-Stimmung aufkommen. Der Wert erinnert in seiner aktuellen Situation an einige Spekulationen von Börsen-Altstar André Kostolany während vergangener Kriegswirren. Anleger müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass derartige Spekulationen unter Umständen eine Jahre währende Hängepartie bedeuten.


    Während die Aktie von BASF unter dem aktuellen Umfeld leidet, mittelfristig aber alles für ein Comeback mitbringt, sollten Anleger von Gazprom die Finger lassen – gerade im Krieg ist alles möglich. Deutlich berechenbarer ist dagegen Globex Mining : Mehr als 200 Rohstoff-Projekte in sicheren Regionen bei einer Bewertung von rund 52 Mio. EUR sind angesichts galoppierender Rohstoffpreise keine schlechte Perspektive für Anleger.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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