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01.06.2023 | 06:00

Zäsur beim Dollar – alles neu bei Gold? Barrick Gold, PayPal, Tocvan Ventures

  • Dollar
  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

"Dr. Doom", Nouriel Roubini, hat nicht nur die Weltfinanzkrise vorhergesagt - auch den Corona-Schock kündigte der Wirtschaftswissenschaftler, der New York University Stern School of Business, an. Jetzt prophezeit Roubini das Ende der Vormachtstellung des Dollars. Was das bedeuten könnte und bei welchen Unternehmen dadurch womöglich sogar Chancen entstehen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038 , TOCVAN VENTURES C | CA88900N1050

Inhaltsverzeichnis:


    Dollar-Abstieg – müssen sich PayPal-Aktionäre Sorgen machen?

    In einem kürzlich im Handelsblatt veröffentlichten Interview kündigt Roubini das Ende der Dollar-Dominanz in den nächsten Jahrzehnten an. Dabei gehe es jedoch nicht um einen Niedergang des Dollar-Raumes. Vielmehr würde der chinesische Renminbi einen Gegenpol bilden. Nach Ansicht von Roubini muss die chinesische Währung dafür nicht frei konvertierbar sein. Ursache der Entwicklung hin zu zwei Polen im Weltwährungssystem sind die wachsenden Konflikte zwischen beiden Volkswirtschaften. Zwar importieren die USA noch immer viele Güter aus China, doch gibt es in verschiedenen strategischen Bereichen, wie etwa der Versorgung mit kritischen Rohstoffen, eine Abkopplung. Auch schwelen in beiden Regionen Krisen, die einen Fokus auf die eigene Stärke wahrscheinlicher machen – in den USA taumelten in den vergangenen Monaten Banken, in China gilt der Immobilienmarkt seit Jahren als angeschlagen. Roubini glaubt, dass das Riesen-Reich diese Probleme in Zeiten unbändigen Wachstums gut kaschieren konnte, die Lage aber nach und nach herausfordernder wird.

    Zur Stärkung nach innen haben autokratische Systeme, wie das chinesische, seit jeher auf eine Abgrenzung nach außen gesetzt. Gewinnt die chinesische Währung in Asien gegenüber dem Dollar die Oberhand, könnte das auch international agierende Zahlungsdienstleister, wie etwa PayPal, treffen. Die Aktie von Paypal hat seit ihrem Jahreshoch im Februar deutlich verloren. Ursache sind aber wohl eher Sorgen vor der aufkeimenden Rezession und einer Kaufzurückhaltung der Konsumenten. Ein Ende der Vormachtstellung des Dollar verläuft, wie von Roubini angedeutet, eher schleichend und dürfte auf den Kurs von PayPal selbst mittelfristig keinen Effekt haben.

    Wird Gold als Ersatzwährung immer wichtiger?

    Profitieren könnten dagegen Titel aus dem Gold-Sektor. US-Staatsanleihen gelten seit Jahrzehnten als sichere Häfen, wenn es darum geht, Kapital zu parken. Insgesamt umfasst dieser Markt ein Volumen von mehr als 15 Bio. USD. Im Falle eines eingeschränkten Kapitalverkehrs könnte es nicht nur für die USA schwieriger werden, sich von internationalen Gläubigern Kapital zu leihen, auch könnten alternative, sichere Häfen, wie etwa Gold davon profitieren. Zwar dürfte der Kauf von Gold zum kurzfristigen Parken von Kapital auch in Zeiten einer neuen Weltordnung nicht die erste Wahl der Investoren sein, doch selbst wenn nur ein kleiner Teil der Anleger auf Gold statt auf den Dollar setzt, dürfte das einen Effekt haben. Laut World Gold Council beläuft sich der Wert aller weltweiter Goldreserven auf knapp 2 Bio. EUR.

    Barrick Gold oder Tocvan Ventures: Gold-Investments zahlen sich schon heute aus

    Gold dürfte langfristig also weiter an Bedeutung gewinnen. Die Aktie des Branchenprimus Barrick Gold tendiert trotz hoher Goldpreise bestenfalls seitwärts. Für Anleger mit Weitblick kann das eine Chance sein. Wer gestern Aktien von Barrick Gold im Portfolio hatte, bekommt zudem Mitte Juni eine Quartalsdividende in Höhe von 0,10 USD ausgezahlt. Damit liegt die Dividendenrendite um 3 %. Wer auf eine regelmäßige Dividende verzichten kann und stattdessen lieber spekulative Chancen rund um Gold wahrnehmen möchte, kann sich die Aktie von Tocvan Ventures näher ansehen.

    Das kanadische Unternehmen Tocvan Ventures agiert in Mexiko und treibt dort seine zwei Projekte Pilar und El Picacho voran. Beide Projekte zeichnen sich durch geringe Kosten für Exploration und eine mögliche spätere Produktion aus, da in Mexiko das Haufenlaugungs-Verfahren üblich ist, das größere Eingriffe ins Gestein unnötig macht. Ende April hat Tocvan Ventures zudem ein Konzessionsgebiet an Cascade Copper verkauft und dafür Aktien des Unternehmens erhalten. Diese Aktien sollen jetzt als Sachdividende an Aktionäre fließen. Wie auch bei Barrick Gold war der Stichtag dafür der 31. Mai. Die Sonderdividende zeigt, dass nicht nur bei Gold-Multis, wie Barrick Gold, mit Ausschüttungen zu rechnen ist. Auch kleinere Unternehmen geben Mittel manchmal an Aktionäre weiter. Weiterhin ist die Abwicklung der Dividende ein Hinweis darauf, dass Tocvan Ventures solide finanziert ist.

    Tocvan Ventures kann bei Gehalten positiv überraschen

    Auch operativ läuft es beim Unternehmen gut. Mitte Mai meldete man Zwischenergebnisse von der Untersuchung einer geologischen Großprobe auf dem Pilar-Projekt. Dabei werden 1.000 t Gestein nach und nach verarbeitet und analysiert. Die Zwischenergebnisse sprechen dafür, dass die Gehalte auf dem Pilar-Projekt größer sind, als bisher angenommen. Für Tocvan-Ventures-CEO Brodie Sutherland sind die Ergebnisse „exzellent" und richtungsweisend im Hinblick auf eine mögliche Produktionsentscheidung.


    Wie auch Barrick Gold hat auch die Aktie von Tocvan Ventures in den vergangenen Monaten keine Luftsprünge vollzogen. Seit dem Jahreswechsel zeichnet sich aber eine Bodenbildung und der Anfang eines möglichen Aufwärtstrends ab. Tocvan Ventures ist wegen seines frühen Stadiums spekulativ. Für Anleger, die derartige Investment-Storys begleiten, können sich langfristig jedoch überproportionale Chancen ergeben. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen und der schwelenden Krise des Dollars, sind Goldwerte, Titeln aus der Finanzbranche, wie etwa PayPal, vorzuziehen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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