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15.11.2022 | 06:00

500% Rendite? So geht’s! Cantourage Group, Aspermont, Deutsche Bank

  • Rendite
  • Wachstum
  • Digitalisierung
Bildquelle: pixabay.com

Dass die Börse immer wieder spektakuläre Geschichten schreibt, zeigt die Aktie von Cantourage Group. Das Cannabis-Startup hat innerhalb der ersten beiden Handelstage um rund 500% zugelegt – von 6,48 EUR am vergangenen Freitag ging es in der Spitze auf über 33 EUR. Doch was ist das Erfolgsgeheimnis des neuen Gras-Giganten? Wir analysieren und ziehen Parallelen – lauert die nächste Cantourage etwa schon um die Ecke?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CANTOURAGE GROUP SE | DE000A3DSV01 , ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008

Inhaltsverzeichnis:


    Cantourage: Wo das Potenzial liegt, was Risiken sind

    Der Cannabis-Hype ist an der Börse eigentlich längst verdampft. Wir erinnern uns: Im Jahr 2019 waren Cannabis-Titel beliebt wie nie und sorgten am Markt für Hochstimmung. Vor allem die Liberalisierung in Nordamerika schürte damals Fantasie. Jetzt warten auch Deutschlands Konsumenten auf die Liberalisierung des Cannabis-Marktes. Zwischen den Ampel-Parteien scheint klar zu sein, dass die Freigabe an Erwachsene schon bald kommen soll. Der Gesetzgeber will parallel dafür sorgen, dass die Konzentration psychoaktiver Stoffe im Rahmen bleibt und Verunreinigungen, wie sie auf dem illegalen Schwarzmarkt Usus sind, verhindert werden.

    Derart kontrolliertes Cannabis könnte auch nach Ansicht von Medizinern für Erwachsene als Genussmittel freigegeben werden. Verschiedene Studien besagen, dass die persönlichen, sozialen und allgemeinen Kosten beim Konsum anderer Drogen, wie etwa Alkohol, deutlich größer ausfallen. Leberschäden, Herz- Kreislauferkrankungen, Krebs oder eine geschädigte Bauchspeicheldrüse sind bei regelmäßigem Alkoholkonsum nicht unüblich, drohen Cannabis-Konsumenten hingegen nicht. Auch deswegen könnten Unternehmen wie Cantourage, das heute in erster Linie medizinisches Cannabis vertreibt, das in Deutschland seit 2017 freigegeben ist, Hoffnung auf neue Kundschaft haben. Aktuell ist Cantourage bereits mit rund 190 Mio. EUR bewertet. Wird das Unternehmen der neue Platzhirsch auf dem erst entstehenden deutschen Cannabis-Markt, könnten derartige Bewertungen gerechtfertigt sein – laut dem epidemiologischen Suchtsurvey von 2021 konsumierten innerhalb von 12 Monaten vor Erhebung der Daten 4,5 Mio. Erwachsene in Deutschland mindestens einmal Cannabis. Zumindest kurzfristig hat Cantourage aber bereits eine gewisse Fallhöhe erreicht – nach dem 'High' ist ein Kater nicht ausgeschlossen!

    Aspermont: Neue Produkte mit Skalier-Potenzial

    Weit weg vom bisherigen Hoch notiert die Aktie von Aspermont. Der digitale Spezialist für Fachmedien rund um Bergbau und Rohstoffe hat im laufenden Jahr mit Blu Horseshoe ein Investmentportal gestartet, auf dem sich Anleger an Kapitalerhöhungen von Wachstumsunternehmen beteiligen können. Ständig bieten sich auf der Plattform neue Chancen, trotz des widrigen Marktumfeldes nehmen Anleger und Unternehmen das Angebot an. Das bisherige Hoch der Aktie liegt bei 0,027 EUR im Februar des vergangenen Jahres. Aktuell rangiert der Wert fast 50% tiefer bei 0,014 EUR. Was ist geschehen?

    Wohl auch wegen seines Daseins als Pennystock und wegen der Anfang 2021 noch euphorischen Marktstimmung preisten Anleger bei Aspermont eine rosige Entwicklung ein. Tatsächlich hat das Unternehmen seine Profitabilität gesteigert und neue Produkte lanciert. Dass Wachstum bei Aspermont Tradition hat, zeigt auch der Umstand, dass das australische Unternehmen seine Abonnentenzahlen im September 2022 zum 24. Quartal in Folge steigern konnte. Auch wegen einer um 65% gesteigerten Bruttomarge im ersten Halbjahr sprachen die Analysten von GBC im September ein Kursziel von 0,11 AUD aus und sehen das Unternehmen inzwischen auf einem breit diversifizierten Wachstums-Fundament. Vor allem der hohe Digitalisierungsgrad spricht dafür, dass künftiges Wachstum zu anteilig geringen Kosten möglich sein könnte. Die Aktie hat auf dem aktuellen Niveau einen Boden gefunden und deckt die Themen Rohstoffe, Medien, Digitalisierung und Fintech ab. Das könnte gepaart mit der Bewertung von etwas mehr als 33 Mio. EUR ein gutes Argument für die Aktie sein.

    Deutsche Bank: Der Kuchen wird kleiner

    Ein gutes Argument für die Aktie der Deutschen Bank ist nach Ansicht vieler Privatanleger die Zinswende. Tatsächlich entsteht dank steigender Zinsen wieder Raum für Wettbewerb unter den Geldhäusern. Doch was, wenn es zwar Wettbewerb, aber keine Nachfrage gibt? Exemplarisch für dieses Szenario könnte die Flaute am Immobilienmarkt stehen. Zwar geben die Preise teils bereits nach, doch können sich die meisten Käufer aktuelle Raten wegen der hohen Zinsen nicht leisten. Wer etwa im Süden Deutschlands ein Haus im Speckgürtel von Großstädten sucht, sieht sich zu aktuellen Marktkonditionen schnell Raten jenseits der Marke von 3.000 oder gar 4.000 EUR monatlich entgegen. Selbst wenn Banken wie die Deutsche Bank konkurrenzfähig sind, bleibt festzuhalten, dass der Kuchen bei Immobilienfinanzierungen aktuell wahrscheinlich so klein ist, wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr.


    Wie kann es also gelingen, Renditen von 500% und mehr am Markt einzufahren? Geschäftsmodell wie das der Deutschen Bank sind dafür eher nicht geeignet. Vielmehr könnten sich Bank-Aktien aufgrund ihrer Komplexität und der jüngsten Kursgewinne sogar als riskant erweisen. Riskant ist es auf dem aktuellen Niveau zweifelsohne auch, auf Titel wie Cantourage zu setzen. Zwar entsteht rund um Cannabis in Deutschland ein neuer Markt, doch dürfte der Börsen-Neuling nicht konkurrenzlos sein. Nahezu konkurrenzlos ist dagegen Aspermont: Starke Marken wie das Mining Magazine sowie Millionen Geschäftskontakte haben einen Wert an sich. Hinzu kommt das Engagement rund um digitale Wachstumsfelder, die sich optional auch in weitere Regionen ausrollen lassen. Da der Markt bei Aspermont aktuell keine Vorschusslorbeeren verteilt hat, sollten spekulativ orientierte Anleger bei der Aktie genau hinsehen!


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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