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12.07.2021 | 05:00

Barrick Gold, Carnavale Resources, Yamana Gold: Wo Gold noch glänzt

  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Die öffentlichen Schulden in Deutschland liegen erstmals über der Marke von 2,2 Bio. EUR, das gab das Statistische Bundesamt vor einigen Wochen bekannt. Pro Einwohner liegt die Verschuldung damit bei 26.532 EUR. Solche Zahlen verunsichern natürlich auch Anleger. Wenn die öffentliche Hand dermaßen verschuldet ist, könnte das auch einen Einfluss auf die künftige Geldpolitik haben – schließlich würden steigende Zinsen die Kosten der Refinanzierung deutlich erhöhen. Das ist ein Argument dafür, dass die ultralockere Geldpolitik anhalten dürfte. Inklusive aller negativer Konsequenzen, wie steigende Preise für Sachwerte und auch Produkte des täglichen Bedarfs.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: CARNAVALE RESOURCES LTD | AU000000CAV5 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , YAMANA GOLD INC. | CA98462Y1007



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Barrick Gold: Wo soll das noch hinführen?

Um sich gegen steigende Preise abzusichern, gibt es seit jeher verschiedene Wege. Deutsche setzen gerne auf Immobilien. Doch diese sind bereits teuer und zudem rar. Hinzu kommt, dass Selbstnutzer oftmals bereit sind, überzogene Preise zu bezahlen. Das macht es Investoren zusätzlich schwer. Die bessere Alternative sind Aktien. Diese Wertpapiere verbriefen Anteile an Unternehmen und damit auch das Recht, an künftigen Gewinnen zu partizipieren. In Zeiten der schleichenden Geldentwertung sind derartige Beteiligungen sinnvoll. Bei Unternehmen aus dem Goldsektor kommt darüber hinaus dazu, dass Gold als Ersatzwährung und Krisenmetall gilt – und gerade während herausfordernder Marktphasen einen wachsenden Zulauf seitens Investoren erhält. Eines der bekanntesten Gold-Unternehmen ist Barrick Gold.

Das Unternehmen ist auf nahezu jedem Kontinent der Welt aktiv und fördert primär Gold. Als Nebenprodukte fallen auch ein wenig Silber und ein bisschen Kupfer an. Diese Anteile sind aber verschwindend gering. Da Barrick mit seinen zahlreichen Minen ein großes Rad dreht und Quartal für Quartal große Mengen Gold aus dem Boden holt, müssen diese Reserven auch ersetzt werden. Hier traut der Markt der Aktie von Barrick Gold aktuell wenig zu. Im vergangenen Jahr wurden Meldungen über hohe freie Cashflows sogar mit Sorge aufgenommen – viele Anleger hätten es wohl lieber gesehen, wenn der zweitgrößte Goldförderer der Welt investiert hätte, statt letztlich etwas verzweifelt eine Sonderdividende auszuschütten. Die Aktie von Barrick Gold hat auf Sicht von einem Jahr rund 27% eingebüßt. Aktuell stabilisiert sich der Wert zwar etwas, doch erscheint das Potenzial begrenzt.

Carnavale Resources: Schritt für Schritt zum Erfolg

Größer stehen die Chancen bei den Aktien von Carnavale Resources. Das Unternehmen sucht in Westaustralien nach Gold, Platin und Nickel. Flaggschiff ist das Goldprojekt Kookynie, doch auch auf den anderen Liegenschaften, wie Ora Banda, Barracuda oder Grey Dam geht es 2021 voran. Carnavale hat es sich zum Ziel gesetzt, stets auf der Suche nach aussichtsreichen Projekten zu sein. Ähnlich eines Kartenspiels, strebt das Management-Team rund um CEO Humphrey Hale an, die aktuelle Hand nach und nach zu verbessern. Wie das Unternehmen dabei vorgeht und was 2021 noch geplant ist, hat Humphrey Hale von Carnavale Resources kürzlich im Interview verraten.

Das Unternehmen hat aktuell rund 4 Mio. AUD in der Kasse und kann das für 2021 geplante Explorationsprogramm auf allen Projekten damit stemmen. Während viele kleinere Unternehmen lediglich nach einem Rohstoff suchen, kann es sich Carnavale zu Nutze machen, dass im Umfeld von Platinmetallen oftmals auch Gold oder auch Nickel und Kupfer vorkommen. Das macht die jeweiligen Projekte ökonomisch robuster, da sie nicht so stark von der Entwicklung eines einzelnen Rohstoffs abhängen. Bis September rechnet das Unternehmen mit Explorationsergebnissen des Gold-Projekts Kookynie, des Gold-Projekts Ora Banda und des Platin-Nickel-Kupfer-Projekts Barracuda. Da die Aktie aktuell lediglich mit rund 12 Mio EUR bewertet ist, sollten sich vor allem spekulativ orientierte Investoren den Wert vormerken.

Yamana Gold: Es kommt doch auf die Größe an

Anleger, die in mehr investieren möchten, als nur in Gold, könnten auch auf die Idee kommen, Aktien von Yamana Gold zu kaufen. Immerhin liegt der Anteil von Silber und Kupfer hier bei über 10%. Ab 2024 soll der Anteil sogar noch deutlich steigen. Angesichts der Mobilitätswende, der damit verbundenen Elektrifizierung des Verkehrs und des hohen Kupferbedarfs der Elektromobilität, könnte die Aktie von Yamana eine gute Wahl sein. Doch es gibt einen Haken: Yamana ist ein mittelgroßer Produzent und daher noch stärker unter Zugzwang, wenn es bei einzelnen Projekten zu Problemen kommt. Das Unternehmen ist schlichtweg nicht diversifiziert genug aufgestellt , um die hohen Erwartungen des Marktes an konstante Produktionszahlen immer erfüllen zu können. Auch bei Yamana steht auf Sicht von einem Jahr ein Verlust von mehr als 28% auf den Kurszetteln – die Aktie ist keine gute Alternative.


Während Barrick Gold das Problem hat, Reserven ersetzen zu müssen , aber aktuell keine geeigneten Projekte findet, kann bei Yamana immer etwas dazwischen kommen. Erdrutsche oder Streiks haben bei kleineren Unternehmen schon manchmal die Quartalszahlen verhagelt. Anders ist es bei Carnavale Resources. Das Unternehmen exploriert mit einem kleinen und schlagkräftigen Team und agiert in der Frühphase der Exploration. Hier geht es darum, mit wenig Mitteln möglichst viele Informationen, die in Zukunft wichtig werden könnten, zu sammeln. Das Unternehmen hat mehrere vielversprechende Projekte im Portfolio und verfolgt eine kostensparende und flexible Strategie. Zwar muss die Aktie als spekulativer gelten, doch verspricht das im besten Fall auch mehr Potenzial für den Kurs.


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