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03.12.2020 | 22:06

Barrick Gold, Newlox Gold, PNE Wind: Dieser Rückenwind ist nachhaltig

  • ESG
Bildquelle: pixabay.com

In den vergangenen Jahren hatten Investoren von Barrick Gold mehr Interesse an hohen Goldgehalten und aussichtsreichen Projekten – und natürlich dem steigenden Goldpreis. Doch dass nachhaltiges Wirtschaften und Rendite in der Minenindustrie durchaus Hand in Hand gehen können, zeigt auch Branchenprimus Barrick Gold. Der größte Goldproduzent der Welt hat sich nachhaltiges Handeln seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben und verfolgt ein ESG-Konzept. Dabei kommt es Barrick in erster Linie darauf an, Mitarbeiter und Anwohner der von Minen-Projekten ins Boot zu holen und zu unterstützen. Dieser Stakeholder-Ansatz soll einerseits direkte Unterstützung für alle an Arbeitsprozessen beteiligten Personen bieten und andererseits dafür sorgen, dass das Unternehmen potenzielle Konflikte früh erkennen kann. In der Vergangenheit waren beispielsweise Streiks und auch unkontrollierte Arbeitsniederlegungen häufige Probleme bei Minengesellschaften. Pflegt ein Unternehmen allerdings einen fairen Umgang mit Arbeitnehmern und hat ein offenes Ohr, kann dieses Risiko reduziert werden –gerade bei produzierenden Unternehmen kann das schnell große Summen sparen und sich schnell auszahlen.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Nico Popp



 

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Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Barrick Gold: Der Gigant wird „grün“

Doch auch beim Blick auf die Umwelt bekennt sich der Goldproduzent zum nachhaltigen Handeln, so werden 73% des benutzten Wassers aufgefangen und erneut benutzt. In Tansania schloss der Konzern gar eine Anlage, die aufgrund ihres großen Wasserverbrauchs nicht mehr zeitgemäß war. Weitere Bereiche, in denen sich Barrick Gold engagiert, sind der Arbeitsschutz und die Unterstützung lokaler Gemeinden im Umfeld der Förderprojekte.

Obwohl das Unternehmen gemäß gängiger ESG-Ratings, wie etwa dem Index von Sustainalytics noch Luft nach oben hat, zeigt die Entwicklung bei Barrick doch, dass sich nachhaltiges Handeln und sprudelnde Gewinne nicht ausschließen. Zuletzt punktete das Unternehmen mit guten Quartalszahlen und einem hohen Anteil an freiem Cashflow. Da Barrick aktuell dabei ist, sein Minenportfolio umzukrempeln und sich von wenig rentablen Projekten zu trennen, könnten diese Mittel perspektivisch auch in nachhaltige Geschäftsideen rund um Rohstoffe fließen.

Newlox Gold produziert mit kleinstmöglichem ökologischen Fußabdruck

Eine dieser Geschäftsideen verfolgt die kanadische Gesellschaft Newlox Gold in Costa Rica. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, den Abraum von in Costa Rica typischen kleineren Goldfördergesellschaften professionell zu verarbeiten. Dazu hat Newlox ein Verfahren entwickeln, das ohne schädliche Chemikalien auskommt und zudem kein Wasser vergeudet. So gewinnt das Unternehmen aus den Abfällen von kleineren Goldförderern das Edelmetall und hinterlässt dabei einen kleinstmöglichen ökologischen Fußabdruck.

Aktuell betreibt Newlox eine Verarbeitungsanlage und will perspektivisch in Costa Rica organisch wachsen und weitere Verarbeitungsanlagen in Betrieb nehmen. Diese Anlagen sind bei Bedarf demontierbar und lassen sich in der Nähe von Minen wieder aufbauen. Newlox Gold fokussiert sich bewusst auf Costa Rica und schätzt dort Rechtssicherheit und Rahmenbedingungen. In seiner Unternehmenspräsentation nennt Newlox das Land die „Schweiz Südamerikas“.

PNE Wind: Der richtige Schritt in die USA

Ein klar nachhaltiges Profil hat auch PNE Wind. Anders als Barrick oder Newlox entstammt PNE nicht einer als „dreckig“ verrufenen Branche. PNE plant und baut Windkraftanlagen. Im Zuge der Pandemie kam es zwar zu einigen Verzögerungen, doch sieht sich PNE mit Blick auf die Zukunft auf dem richtigen Weg. Vor allem das Bekenntnis der EU zur langfristigen Klimaneutralität ist Wasser auf die Mühlen von PNE. Zwar machte das Unternehmen zum Halbjahr Verlust und büßte Umsatz ein, doch sind die Auftragsbücher voll: Bis 2023 soll das eigene Portfolio 500 Megawatt umfassen.

Auch in den USA ist PNE Wind vertreten und eröffnete ein Büro in Boston. Angesichts des jüngsten Wahlausgangs und der grünen Perspektive für die USA könnte PNE Wind diesen Schritt zur richtigen Zeit getätigt haben. Nicht auszuschließen, dass das USA-Geschäft in den nächsten Jahren für die ein oder andere positive Überraschung sorgt. Anleger sind allerdings bereits heute guter Dinge: Die Aktie hat auf Sicht von einem Jahr um 96 Prozent zugelegt.

Chancen durch Transformation

Während PNE Wind unmittelbar von seiner grünen DNA profitiert, sind Anleger bei Titeln wie Newlox, dem nachhaltigen Goldproduzenten, schon skeptischer, was auch der geringen Marktkapitalisierung des Unternehmens und dem Umstand, dass Newlox Neuland betritt, geschuldet sein dürfte. Doch auch die großen Rohstoffkonzerne schärfen ihr ESG-Profil und betonen handfeste Vorteile abseits des guten Gewissens. Auf die grüne Transformation ehemals „dreckiger“ Branchen zu setzen, kann ein Aspekt erfolgreicher ESG-Investments sein.


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