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14.01.2021 | 05:49

Enapter, BASF, Bayer: Von Platzhirschen und jungen Wilden

  • Wasserstoff
  • Chemie
Bildquelle: pixabay.com

Wenn es um Chemieprodukte oder andere Ingenieursleistungen geht, macht den Deutschen so schnell niemand etwas vor. Obwohl es weltweit aufstrebende Unternehmen gibt, die an der Börse mitunter stark gehyped werden, heißt es in der Praxis oft immer noch: Germany first! Doch es sind nicht immer langweilige Konzerne wie BASF oder Bayer, die für Furore sorgen – inzwischen gibt es auch aus Deutschland innovative Player. Wie etwa Enapter im Wasserstoff-Bereich.

Lesezeit: ca. 2 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DE000A255G02 , DE000BASF111 , DE000BAY0017

Inhaltsverzeichnis:


    Wasserstoff-Aktie Enapter: Die deutschen Ingenieure drehen auf

    Die Aktie von Enapter sorgte in den vergangenen Monaten für Furore: Noch unter dem Namen S&O Beteiligungen fuhr die Aktie Achterbahn und bescherte vielen Anlegern schnelle Gewinne. Enapter hat sich zur Aufgabe gemacht, mit deutscher Technologie grünen Wasserstoff herzustellen. Mit dem eigenen Elektrolyseur, der modular aufgebaut ist, will Enapter Wasserstoff klimaneutral herstellen und so die Wasserstoff-Industrie umkrempeln. Das Ziel: Noch kostengünstiger und einfacher Wasserstoff produzieren können als alle anderen. Dazu ist die nächste Generation des Elektrolyseurs bereits in der Entwicklung. Das fertige Produkt könnte nach Angaben aus Unternehmenskreisen noch im ersten Halbjahr 2021 vorgestellt werden.

    Die Technologie von Enapter ist durch verschiedene Patente geschützt. Fragt man das Unternehmen nach Konkurrenz, so verweisen Vertreter neben den Patenten auch auf den Technologievorsprung, der gegenüber der Konkurrenz zwischen drei und fünf Jahren liegen soll. Ab 2022 will das Unternehmen seine PS komplett auf die Straße bringen und seinen Elektrolyseur in Massenproduktion fertigen. Dazu soll in Nordrhein-Westfalen eine Fabrik eröffnen, die jährlich bis zu 100.000 Elektrolyseure herstellen soll. Auch wenn die Aktie noch immer als heißes Eisen gelten muss, ist die deutsche Wasserstoff-Aktie mit dem Technologie-Vorsprung ein klarer Fall für den Merkzettel.

    BASF will nach Corona-Jahr schlanker werden

    Extra merken müssen sich Anleger den Namen von BASF nicht. Das Papier ist ein Evergreen auf dem Parkett und hat Generationen von Privatanlegern solide Dividenden und auch den ein oder anderen Kursgewinn beschert. Doch 2020 war für BASF ein schweres Jahr. Die Pandemie hat das Unternehmen aus Ludwigshafen getroffen. Die Margen sanken und die hohen Fixkosten belasteten. Von einem satten Gewinn im Vorjahr stürzte BASF nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2020 auf einen herben Verlust von 2,30 EUR je Aktie ab.

    Doch schlechte Zahlen sind für den Weltkonzern kein Grund zu resignieren. Das Unternehmen hat seine Prozesse überprüft und einige Bereiche zur Disposition gestellt. So will der Konzern schlanker und agiler werden. Dass sich diese Maßnahmen langfristig auszahlen werden, liegt nahe. Zwar ist aktuell wenig Fantasie in der Aktie, doch können Anleger den Wert auch dank der Dividendenrendite von 5% im Hinterkopf behalten – eine Watchlist ist bei BASF nicht nötig.

    Bayer: Dieses Dickschiff kann wenig erschüttern

    Ebenso bekannt wie BASF ist Bayer. Nur zwei Stunden weiter nördlich und ebenfalls am Rhein hat der Chemiekonzern seinen Sitz. 2020 stand zwar auch für Bayer unter dem Eindruck der Pandemie, doch blieb es bei einigen Wertberichtigungen. Rund um die Dauerbaustelle „Monsanto-Übernahme“ gab es immerhin einige juristische Fortschritte. Wie BASF strukturiert sich auch Bayer um, ist dabei aber ein paar Schritte weiter.

    Die Aktie des Marktführers konnte sich innerhalb der vergangenen drei Monate berappeln und erreichte in diesem Zeitraum eine Rendite von rund 10%. Weitere Kursdynamik dürfte der Wert aber erst jenseits der Marke von 58 EUR wieder entfalten. Da Bayer ebenfalls rund 6% Dividende bietet, eignet sich der Wert ebenfalls für langfristig orientierte Anleger. Mit deutschen Qualitätsunternehmen, wie BASF oder Bayer, machen Investoren auch bei einem DAX um 14.000 Punkte keine Fehler. Wenn es im Depot allerdings etwas dynamischer zugehen soll, können Privatanleger den etablierten Platzhirschen auch einige der forschen Herausforderer beimischen. Enapter schickt sich gerade an, dank deutscher Technologie zu einem festen Begriff rund um grünen Wasserstoff zu werden.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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