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25.03.2021 | 05:00

Bitcoin Group, Upco International, Deutsche Telekom

  • Inflation
Bildquelle: pixabay.com

Während Deutschland weiter im Lockdown bleibt, dreht sich die Welt weiter. Vor allem in China und den USA läuft die Wirtschaft bereits wieder gut an. Das hat in den vergangenen Wochen Inflationsängste geschürt. Inzwischen gehen die Reaktionen der Notenbanken soweit, dass diese wieder verstärkt Anleihen kaufen, um die Renditen zu drücken. Auch könnte die Inflation künftig auch in Europa weniger als Zielwert sondern mehr als Zielkorridor verstanden werden. Ein Überschießen der Teuerung ist damit umso wahrscheinlicher. Wir stellen drei Aktien vor und erklären, ob diese vom aktuellen Umfeld profitieren können oder nicht.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: CA9152971052 , DE000A1TNV91 , US2515661054



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Bitcoin Group: Der Markt honoriert Wachstum nicht mehr

Die Bitcoin Group ist der deutsche Pionier, wenn es um Blockchain und Kryptowährungen geht. Das Unternehmen aus Herford betreibt mit Bitcoin.de eine eigene Kryptobörse, hat eine Bank im Angebot und entwickelt Produkte rund um die Blockchain weiter. Diese Technologie ist geeignet, das Finanzwesen umzukrempeln, da sie Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen verspricht. Ein Beispiel ist etwa der Verbriefung. War der Prozess früher komplex und deswegen teuer, gibt es heute sogar Angebote, die Anteile an teuren Weinflaschen verbriefen. Ob ein wohlhabender Weinkenner die Flasche im Keller hat oder ob sich einhundert Privatanleger mit kleinen Beträgen die Flasche teilen, ist dank der Blockchain so gut wie egal – nur auf den Genuss müssen Blockchain-Investoren letztlich verzichten.

Die Aktie der Bitcoin Group hat zuletzt ein wenig nachgegeben – auf Sicht von drei Monaten verlor der Wert rund 25%. Doch parallel setzten Kryptowährungen, wie etwa Bitcoin ihren Höhenflug fort. Auf Sicht von drei Jahren ist die Aktie gerade einmal 21% im Plus. Das aktuelle Kursniveau liegt kurz oberhalb der Bewertung, die die Aktie Mitte 2019 erreicht hat. Doch sowohl der Bitcoin-Kurs als auch das Geschäft der Bitcoin Group haben sich seitdem weiterentwickelt. Als Inflations-Play taugt der Wert aufgrund der vielen Vorschusslorbeeren trotzdem nicht. Gewinne in der Zukunft werden vom Markt in einem inflationären Umfeld geringer bewertet. Die Aktie könnte trotz ihrer eigentlich guten Perspektive noch ein wenig vor sich hindümpeln.

Upco International: Bei dieser Marktkapitalisierung kann alles passieren

Eine Blockchain-Aktie ist im weiteren Sinne auch Upco International. Das Unternehmen kauft eigentlich kleine Mobilfunkanbieter auf, um diesen günstigere Einkaufsbedingungen für Minuten- und SMS-Kontingente zu verschaffen. Gleichzeitig gewinnt man so potenzielle Nutzer für die eigene App, die eine Art Whatsapp-Konkurrent ist. Der Upco Messenger soll bald auch Bezahldienstleistungen bieten und dabei günstiger sein als etablierte Anbieter. So könnte das Unternehmen bald in vielen Bereichen verdienen: Die neu gewonnenen Mobilfunkkunden kommen oftmals aus Ländern, aus denen in der Vergangenheit viele Menschen ausgewandert sind. Über die App und die Bezahlfunktion können Verwandte, etwa aus Europa oder den USA, ihren Liebsten in der Heimat Geld schicken und zugleich auf modernem Wege Kontakt halten – neben Messaging bietet die App auch Datenanrufe und Video-Telefonie. Upco war es dabei wichtig, auch bei schlechten Datenverbindungen eine bestmögliche Qualität zu bieten. Das sind gute Voraussetzungen, um am Markt zu punkten.

Die Aktie von Upco erwies sich in den letzten Monaten als ganz heißes Eisen. Zeitweise verging kaum eine Woche, in der sich der Wert nicht verdoppelt hat – auf Sicht von drei Monaten steht eine Rendite von 350%. Seit Ende Februar hat sich der Kurs allerdings beruhigt und oberhalb von 15 Cent stabilisiert. Da das Unternehmen noch immer nur mit rund 16 Mio. EUR bewertet ist, besteht für spekulative Investoren auch weiter Potenzial. Auch wenn Upco ein Wachstumswert ist und diese Art Aktien in einem inflationären Umfeld weniger gefragt sind: Das Unternehmen ist so klein und die Perspektive auf Neubewertung so groß, dass der Wert immer für ein spekulatives Investment gut ist. Statt den Kursen später nachzulaufen, kann es Sinn machen, bei niedrigen Kursen schon einmal einen Fuß in die Tür zu stellen. Doch Vorsicht: Die Aktie ist nur für hartgesottene Spekulanten etwas.

Deutsche Telekom: Langweilig, aber einen Blick wert

Alles andere als spekulativ ist die Aktie der Deutschen Telekom. Immerhin hat der Wert im letzten Jahr 50% zugelegt. Die Telekom beweist, dass Größe am Mobilfunkmarkt alles ist. Zuletzt wurde der US-Anbieter Sprint erfolgreich in den Konzern integriert. Kleine Mobilfunker kämpfen etwa damit, dass Kunden immer weniger klassisch telefonieren und SMS verschicken. Das sorgt dafür, dass die Stückkosten bei Minuten- oder SMS-Kontingenten, insbesondere beim Roaming, sinken. Viele kleine Gesellschaften treibt das an den Rand des Ruins. Auch aus diesem Grund fokussiert sich Upco International darauf, kleinere Gesellschaften aufzukaufen, um diesen eine Art Einkaufsgemeinschaft zu bieten. Die Telekom hat solche Sorgen aber nicht: 2020 stieg der Umsatz um mehr als 25% auf über 100 Mrd. EUR!

Zwar litt die Telekom 2020 auch unter der Pandemie und verdiente etwa weniger mit Roaming, doch zeigen die Zahlen, dass Telekommunikation ein Grundbedürfnis ist. Das macht die Aktie auch zu einem effektiven Inflations-Play. Die Telekom generiert Monat für Monat Cashflows. Anders als Unternehmen, die erst in einigen Jahren Geld verdienen, leidet die Aktie daher weniger unter dem inflationären Umfeld. Große Sprünge dürfte der Wert aber trotzdem nicht machen. Für konservativ orientierte Anleger bleibt der Wert aber eine Alternative. Alle, die es spekulativer mögen, schauen sich Upco näher an. Hier kann ein Bruchteil des Kapitaleinsatzes ausreichen, um dem Depot den Rendite-Kick zu geben.


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