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23.06.2021 | 05:00

Deutsche Bank, Telekom, Aspermont: Hier kommen die Digitalisierungs-Gewinner

  • Digitalisierung
Bildquelle: pixabay.com

Dass digitale Lösungen große Vorteile versprechen, sehen wir inzwischen in unserem Alltag: Die Suche nach einem Carsharing-Fahrzeug oder einem Elektro-Scooter macht erst mit dem Smartphone so richtig Spaß. Auch viele Unannehmlichkeiten der Corona-Pandemie sind dank digitaler Lösungen erträglich. So etwa die Übermittlung von Testergebnissen oder Impfnachweisen. Auch viele klassische Branchen stehen dank der Digitalisierung vor einer Veränderung. Während große Unternehmen unter dem Wandel manchmal leiden, können kleine Unternehmen Marktanteile gewinnen. Wir skizzieren drei Werte.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: AU000000ASP3 , DE0005140008 , US2515661054

Inhaltsverzeichnis:


    Deutsche Bank: Hin- und hergerissen

    Die Deutsche Bank scheint sich von ihrem Tief erholt zu haben. Immerhin wirft das Investment-Banking etwas ab und auch die Restrukturierungsmaßnahmen werden vom Markt positiv bewertet. Zwischen 2016 und 2023 will die Deutsche Bank ein Viertel der Mitarbeiter nach Hause schicken. Der Grund dafür dürfte auch in der Digitalisierung liegen: Wegen einer Überweisung gehen heute selbst viele ältere Menschen nicht mehr an den Schalter und erledigen ihre Bankgeschäfte von zu Hause aus. Auch gibt es immer weniger Bankfilialen. Folglich sind auch Bankmitarbeiter nicht mehr so gefragt, wie früher.

    Doch der Wandel hin zum digitalen Bankhaus gestaltet sich für Unternehmen wie die Deutsche Bank auch schwer : Innovative Startups setzen neue Standards, beispielsweise rund um Girokonto, aber auch bei der Geldanlage oder Krediten. Während diese Startups in erster Linie wachsen wollen, muss die Deutsche Bank profitabel sein. Folglich kann die Bank nicht jedes neue Produkt direkt kopieren oder macht es auf ihre Weise. Die Folge: Die Produkte sind in der Regel teurer und nicht ganz so angesagt, wie die Lösungen aus den Startup-Schmieden. Die Deutsche Bank befindet sich zwar auf einem guten Weg, steckt aber auch in der Zwickmühle zwischen Innovation für die Kunden und dem Wunsch, margenstarke Produkte anzubieten. Letzteres ist gerade vor dem Hintergrund der Niedrigzinsphase schwer. Die Aktie ist daher wenig aussichtsreich.

    Deutsche Telekom: Solider Wert, aber…

    Besser sieht es für die Deutsche Telekom aus. Das Unternehmen ist als Telekommunikationsanbieter auf vielen spannenden Märkten aktiv und hat dank der Übernahme des US-Konkurrenten Sprint erstmals in ihrer Geschichte einen Umsatz von mehr als 100 Mrd. EUR eingefahren. Drei Viertel davon erwirtschaftete die Telekom im Ausland – ein Argument mehr, die Aktie als solides Investment zu sehen. Telekommunikationsanbieter sind die Versorger des 21. Jahrhunderts. Kommt eine regionale Streuung hinzu, wird das Geschäft sehr sicher.

    Hinzu kommt bei der Telekom das Systemgeschäft, das zwar nur etwas mehr als 3% der Umsätze ausmacht, aber für das Unternehmen an sich von großem Wert ist. So bündelt die Telekom Knowhow und ist nah dran an technologischen Neuerungen. 2020 fielen wegen der Pandemie zwar einige Roaming-Gebühren weg, doch zeigt die Entwicklung, dass die Aktie sehr solide ist. Seit der Hochphase der Pandemie hat sich der Wert erholt und bietet darüber hinaus 4% Dividende. Die Aktie ist ein solides Investment, aber die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Wer seinem Depot einen Rendite-Kick geben will, sollte sich ergänzend andere Werte ansehen.

    Aspermont: Medienhaus und Lösungsanbieter

    Einer dieser Werte ist Aspermont. Das australische Unternehmen gibt mit dem Mining Magazine und dem Mining Journal Fachpublikationen mit einer mehr als hundertjährigen Geschichte heraus. Ähnlich wie viele andere Medienhäuser geriert Aspermont vor einigen Jahren in Probleme und krempelte sein Geschäft deutlich um. Inzwischen ist Aspermont digital und bietet neben Publikationen für Industrieunternehmen, Landwirte oder Bergbau-Unternehmen auch Webinare, digitale Messen und Zusammenkünfte sowie Produkte rund um den Klimawandel.

    Wie die jüngsten Zahlen gezeigt haben, nehmen Kunden diese neuen Produkte an und sind auch bereit Geld dafür zu bezahlen. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres kletterte das EBITDA um 193% auf 0,6 Mio. AUD. Die Bruttomarge verbesserte sich um 63%. Angesichts der Pandemie wurden diese Zahlen vom Markt sehr positiv aufgenommen. Dass diese Entwicklung so weiter geht und sogar ausbaufähig ist, dafür spricht das starke Nutzerwachstum, das auf Sicht von fünf Jahren bei 32% p.a. liegt. Gerade die vielen neuen Produkte zu universellen Themen, wie etwa Klimawandel und ESG, sollten auf reges Interesse stoßen. Mit seiner bestehenden Nutzerbasis ist Aspermont auch prädestiniert, weitere Produkte auf den Markt zu bringen. Die Aktie hat sich in Deutschland um 0,02 EUR stabilisiert. Aspermont ist ein traditionsreiches Unternehmen mit einem rundum digitalen Profil, das den Turnaround geschafft hat. Das zu erwartende Wachstum könnte auch Aktionären zu Gute kommen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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