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16.11.2021 | 05:00

Deutsche Telekom, MAS Gold, K+S: Ein Geheimtipp gegen Inflation

  • Inflation
Bildquelle: pixabay.com

Die neuesten Trends gibt es meist zuerst im Ausland und dann schwappen sie nach und nach zu uns in den deutschsprachigen Raum. Beispiele sind Lieferdienste, Co-Working-Spaces oder Uber. Ein Trend, auf den gerade deutsche Sparer gut verzichten können, ist die Inflation. Doch auch hier sieht alles danach aus, als würde Europa den USA nacheifern. Während die USA mit einer Teuerung von um die 6% in den vergangenen Monaten bereits hart von der Inflation getroffen sind, sind die Zahlen in Europa noch niedriger. Doch in einer globalisierten Welt ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande die Teuerung steigt. Wir stellen drei Aktien vor, an die Anleger beim Thema Inflationsschutz denken.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: MAS Gold Corp. | CA57457A1057 , DEUTSCHE TELEKOM ADR 1 | US2515661054 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Deutsche Telekom: Solider Langeweiler

Die Deutsche Telekom ist eine wahre Volksaktie. Ende der 1990er Jahre lockte das Börsendebüt des rosa Riesen viele Privatanleger erstmals aufs Parkett – und ließ sie sogleich ausrutschen. Nach einem kurzen Hype ging es für die Aktie steil nach unten. Doch der Wert hat sich berappelt - zumindest ein bisschen. Heute steht die Aktie fast so hoch, wie in den vergangenen zehn Jahren nicht. Zugleich bietet der Wert eine Dividendenrendite von mehr als 3%. Da Telekommunikationsdienstleistungen aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken sind und Internet inzwischen genauso zur Basisversorgung gehört, wie etwa Strom oder Wärme, kann die Aktie der Deutschen Telekom durchaus als attraktives Inflations-Investment gelten. Warum? Die Beiträge für Internet und Mobilfunk fließen Monat für Monat. Auch hat die Telekom gegenüber den Kunden eine gewisse Preissetzungsmacht. Steigerungen von einigen Prozent lassen sich notfalls im Rahmen neuer Leistungspakete gut verstecken oder anderweitig kaschieren. Da die Telekom mit guter Leistung punktet, werden die Kunden dem Unternehmen auch treu bleiben, wenn es ein wenig teurer wird.

Doch damit eine Aktie als langfristiges Investment taugt, muss das Unternehmen auch operativ überzeugen können. Bei der Deutschen Telekom fällt die Einschätzung gemischt aus. Zwar punktet das Unternehmen vor allem mit einem starken US-Geschäft und auch sonst mit guten Entwicklungen in nahezu allen Bereichen, wie etwa T-Systems, doch bietet sich vorsichtigen Investoren nur eine geringe Eigenkapitalquote. Charttechnisch ist die Aktie nach einem positiven Signal im Sommer wieder zurückgefallen. Jenseits von 17,50 EUR entscheidet sich, ob die Aktie auch langfristig durchstarten kann. Aktuell stehen die Zeichen eher auf Seitwärts-Trend.

MAS Gold: Viele gute Gründe und 10 Mio. EUR Marktkapitalisierung

Ein ganz anderes Kaliber als die Deutsche Telekom ist die Aktie von MAS Gold. Der Projektentwickler im kanadischen Distrikt Saskatchewan ist aktuell nur mit rund 10 Mio. EUR bewertet. Das Unternehmen hat das Ziel ausgerufen, eine Gold-Ressource von 1 Mio. Unzen ausweisen zu können und findet dazu in einem der beliebtesten Bergbau-Standorte der Welt beste Bedingungen vor. Ziel ist der La-Ronge-Goldgürtel, in dem MAS Gold mehrere Projekte besitzt und zwischen diesen Projekten Synergien schaffen will. Beispielsweise könnten zentrale Verarbeitungsanlagen dafür sorgen, dass der Kapitalaufwand gemessen am einzelnen Projekt sinkt. Bei MAS Gold nennt man diese Strategie ein Naben-Speichen-Modell und arbeitet parallel zur Exploration der bestehenden Vorkommen auch an Zukäufen von Liegenschaften in der Region.

Der Ansatz von MAS Gold ist deswegen interessant, weil das Unternehmen auf diese Weise mehrere Faktoren für steigende Bewertungen aktiv beeinflussen kann : Erstens sorgen mehrere Projekte für einen steten Newsflow nach Explorationsarbeiten, was neue Investoren auf das Unternehmen aufmerksam machen dürfte. Zweitens könnten Synergien zu einem späteren Zeitpunkt der Entwicklung Kursaufschläge rechtfertigen und drittens hat MAS Gold aufgrund der vielen Projekte innerhalb einer Region einen Informationsvorsprung bei möglichen Zukäufen. Zwar bietet das Nabe-Speiche-Modell auch das Risiko der regionalen Konzentration, doch sollten regionale Risiken im bergbau-freundlichen Saskatchewan nicht so stark ins Gewicht fallen. Die Aktie ist äußerst spekulativ, eignet sich deswegen aber umso besser als kleine Depotbeimischung mit Vervielfachungs-Potenzial. Zwar ist der Goldmarkt aktuell alles andere als „heiß", doch sind das perfekte Voraussetzungen für antizyklische Investoren, die nach und nach und in Tranchen Positionen aufbauen.

K+S: Schöner Trend, aber…

Wie auch MAS Gold gilt auch die Aktie von K+S als geeignete Wahl zum Inflationsschutz. Der Düngemittel- und Salzproduzent profitiert von steigenden Preisen bei Agrarrohstoffen und hat sich zudem im vergangenen Jahr operativ freigestrampelt. Zuletzt meldete K+S ein Umsatzplus von 32% auf 746 Mio. EUR. Auch beim Ergebnis ging es voran – nach Steuern steht ein Gewinn von 1,279 Mrd. EUR zu Buche. Also alles rosig bei K+S? Nach den Zahlen sprachen gleich mehrere Analysten „Halten"-Empfehlungen aus. Obwohl der Wert zuletzt einen klaren Aufwärtstrend ausgeprägt hat, stehen mehrere Widerstände bevor. Spätestens bei 18 EUR dürfte die Luft dünn werden, wahrscheinlich schon vorher.


Während K+S eine der naheliegenden Entscheidungen für Anleger beim Thema Inflationsschutz ist, könnte dieser gewollte Effekt im Falle von Gewinnmitnahmen nach Ende des kurzfristigen Aufwärtstrends schnell zunichte gemacht werden. Etwas weniger heiß ist in dem Zusammenhang die Aktie der Telekom. Noch weniger Vorschusslorbeeren hat der Markt bei MAS Gold verteilt – der Wert handelt seit Monaten seitwärts, bietet aber zugleich einige mögliche Katalysatoren für steigende Kurse. Ein steigender Goldpreis könnte diese Potenziale heben.


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