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15.06.2023 | 06:00

Durchbruch für den E-LKW? Daimler Truck, Siemens Healthineers, Almonty Industries

  • Elektromobilität
  • LKW
  • Medizintechnik
Bildquelle: pixabay.com

Lange galt Wasserstoff als der Energieträger für schwere Maschinen. Jetzt verspricht sich Daimler Truck viel von einem Batterie-Modell seines Actros. Wir erklären die Hintergründe, beleuchten, was hinter dem Aktienrückkaufprogramm von Siemens Healthineers steckt und stellen zudem ein Unternehmen vor, das von Fortschritten im Bereich der Medizintechnik und vom Run auf moderne Batterien gleichermaßen profitieren könnte.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013 , SIEMENS HEALTH.AG NA O.N. | DE000SHL1006 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034

Inhaltsverzeichnis:


    Daimler Truck: E-LKW wird zum Hoffnungsträger

    Der LKW-Hersteller Daimler Truck punktet aktuell noch mit den Diesel-Varianten seiner Actros-LKW. Im ersten Quartal wurden rund 15.000 dieser Fahrzeuge neu auf deutschen Straßen zugelassen. Was viele nicht wissen ist, dass Daimler Truck schon seit Jahren auch batteriebetriebene LKW im Angebot hat. Diese verkaufen sich aber eher schlecht. Mit dem eActros 600, der 2024 die Serienreife erlangt, soll sich das nun ändern. Daimler Truck verspricht trotz eines höheren Anschaffungspreises günstige Kosten bei Betrieb und Wartung, sodass das Modell unterm Strich auf Fernstrecken das wirtschaftlichste im Portfolio von Daimler Truck werden soll. Einige Großkunden haben bereits angekündigt, beim eActros 600, der 600 kWh Kapazität haben soll, zugreifen zu wollen.

    Zwar sind mittelständische Betriebe noch skeptisch, doch erwartet man bei Daimler Truck einen Erfolg des eActros 600, der mit seiner Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) gut zehn Jahre oder 1,2 Mio. km seinen Dienst tun soll. Der Akku, den der chinesische Konzern CATL anliefert, soll sich binnen dreißig Minuten von 20 % auf 80 % aufladen lassen – genau die richtige Dauer, um LKW innerhalb der ohnehin vorgeschriebenen Pausen wieder fahrbereit zu machen. Die Aktie von Daimler Truck entwickelte sich in den letzten Monaten positiv, die große Dynamik blieb aber aus. Auf Sicht von drei Jahren steht lediglich ein Gewinn von knapp 15 %. Startet das Unternehmen mit seinen alternativen Antrieben, zu denen mittelfristig auch Brennstoffzellen gehören sollen, allerdings durch, könnte auch die Aktie des LKW-Bauers neuen Rückenwind erhalten.

    Siemens Healthineers: Flaut der Kostendruck ab?

    Rückenwind hat aktuell auch die Aktie von Siemens Healthineers. Ursächlich dafür ist aber in erster Linie das Aktienrückkaufprogramm. Rund 4,47 Mio. eigene Aktien kaufte das Unternehmen in den vergangenen drei Monaten am Markt zu. Operativ ist das Geschäft von Siemens Healthineers auch weiterhin von Personalknappheit und Lieferengpässen geprägt. Trotzdem gelang es der Medizintechnik-Branche im vergangenen Jahr, um 5,4 % zu wachsen. Etwas schwieriger gestaltete sich allerdings die Ertragslage – die Kosten liefen vor allem 2022 aus dem Ruder. Dass die Inflation aktuell wieder auf einem guten Weg ist, zeigten zuletzt die Großhandelspreise, die im Mai rund 2,6 % unter dem Vorjahresniveau lagen. Einen derart deutlichen Rückgang gab es zuletzt im Sommer 2020. Für Unternehmen wie Siemens Healthineers könnte die Zeit des größten Kostendrucks also schon bald vorbei sein. Jenseits der Marke von 56 EUR könnte es für die Aktie langfristig wieder deutlicher nach oben gehen.

    Almonty Industries: Wolfram – vielseitig und rar

    Ein Unternehmen, das sowohl für die Autoindustrie als auch für Anbieter aus dem Gesundheitswesen von großer Bedeutung sein kann, ist Almonty Industries. Die Kanadier fokussieren sich seit Jahren auf den Abbau von Wolfram. Was wir alle von Glühdrähten in klassischen Leuchtmitteln kennen, steckt heute auch in medizinischen Geräten oder in Akkus. Auch die Stahlindustrie ist auf Wolfram angewiesen und macht sich die Hitzebeständigkeit des Elements zu nutze. Wolfram gilt seit jeher als besonders schwer zu fördern. Teams, die in Minen arbeiten, geben ihr Wissen nicht selten von Generation zu Generation weiter. Neben bestehenden Minen in Portugal und Spanien entwickelt Almonty Industries aktuell mit der Sangdong-Mine ein Projekt, das alles in den Schatten stellt und als eine der größten Wolfram-Lagerstätten der Welt gilt. Aktuell laufen Konstruktionsarbeiten, um die Mine in Produktion zu bringen.

    Almonty-CEO Lewis Black sieht das südkoreanische Sangdong-Projekt auf Kurs: „Wir haben beim Wolfram-Projekt Sangdong im Mai 2023 solide Fortschritte gemacht. Die Ankunft des Kieselsteinbrechers und des primären Backenbrechers bedeutet, dass wir nun 100 % der Ausrüstung für die Kugelmühle und die SAG-Mühle vor Ort haben und zeigt, dass der Bau unseres Vorzeigeprojekts weiterhin gut voranschreitet, da wir den Bau bis Ende des Geschäftsjahres 2023 abschließen und das Projekt im ersten Halbjahr 2024 in Betrieb nehmen wollen", so Black und verweist auf das Ziel, das Projekt besonders umweltverträglich zu gestalten. Gepaart mit der Herkunft des Wolframs aus dem stabilen und verlässlichen Südkorea dürften die Rohstoffe auf dem Markt gefragt sein. Die Marktanalysten von Straits Research rechnen damit, dass der Wolfram-Markt zwischen 2022 und 2031 jährlich um 7,8 % wächst. Angesichts der Komplexität des Wolfram-Bergbaus, dürfte die Marktposition von Almonty, das unter anderem von der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert wird, stabil sein.


    In einer Zeit, in der für viele Industrieunternehmen neue Märkte entstehen, können Anleger auch entlang der Wertschöpfungskette Chancen suchen. Sowohl in Batterien für elektrisch betriebene Fahrzeuge als auch Geräten für Medizintechnik kann Wolfram enthalten sein. Teilweise bietet es sogar große Vorteile. Im Bereich der Batterietechnik ist es etwa die Chance, auf Kobalt zu verzichten. Die Aktie von Almonty Industries ist spekulativ, aber ebenso chancenreich. Das Unternehmen befindet sich in einer spannenden Phase.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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