20.04.2026 | 04:30
Insiderverkäufe, Kaufempfehlungen und KI-Fantasie: BioNTech, Evotec, Vidac Pharma Aktie.
Insiderverkäufe bei Vidac Pharma. Dies ist jedoch kein Alarmsignal, sondern bietet eher eine Einstiegschance. Das Unternehmen arbeitet an einer revolutionären Krebstherapie. In 2026 sollen wichtige Meilensteine erreicht werden. Analysten sehen Vervielfachungspotenzial. Außerdem gibt es Übernahmefantasie. KI-Fantasie bringt der Evotec-Aktie neue Impulse. Analysten raten zum Kauf. Aber es gibt auch Gründe, vorsichtig zu bleiben. Bei BioNTech scheint die Börse den Schock des Rückzugs der Gründer verdaut zu haben. Analysten sehen nach positiven Studiendaten Kurspotenzial.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Vidac Pharma: Insiderverkäufe sind Kaufchance
In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Insiderverkäufe bei Vidac Pharma. Was grundsätzlich ein negatives Zeichen ist, ist in diesem Fall eine Kaufchance für Anleger. Denn das Biotechunternehmen wird von den Verkäufen direkt profitieren. So hatte das Management zuvor angekündigt, Aktien verkaufen zu wollen, um den Nettoerlös dem Unternehmen direkt zur Finanzierung zur Verfügung zu stellen. Damit soll die Entwicklung im laufenden Jahr beschleunigt werden. Dies scheint der Markt langsam zu realisieren.
Nachdem die Aktie zu Beginn der Insiderverkäufe rund 17 % an Wert verloren hat, hat sie sich inzwischen zwischen 0,55 EUR und 0,60 EUR stabilisiert. Damit scheint sich eine spannende Kaufchance zu ergeben. Beim Kampf gegen Krebs will das Biotechunternehmen im laufenden Jahr wichtige Meilensteine erreichen. Die Analysten von Sphene Capital sehen den fairen Wert der Vidac-Aktie bei 4,20 EUR. Mit Blick auf die Marktkapitalisierung von lediglich 30 Mio. EUR ist der Onkologie-Spezialist zudem ein Übernahmekandidat.
In diesem Jahr hat Vidac bereits über positive Ergebnisse seines aussichtsreichsten Wirkstoffkandidaten VDA-1102 berichtet. Im Rahmen eines "Compassionate Use" (Härtefallregelung) wurde ein junges Mädchen mit einem Tumor im zentralen Nervensystem (rezidivierendes Ependymom) mit VDA-1102 behandelt. Die Verabreichung des Wirkstoffs erfolgte vor der dritten Gehirnoperation und im Anschluss daran. Ziel war es, die Stoffwechselaktivität des Tumors zu regulieren, damit die Operation und die anschließende Strahlentherapie besser wirken. Tatsächlich waren Operation und Strahlentherapie erfolgreich. So teilte Vidac mit, dass die metabolische Stabilisierung durch VDA-1102 den gesamten therapeutischen Verlauf unterstützt haben könnte. VDA-1102 wird eigentlich zur Behandlung von Hautkrebs entwickelt.
Der beschriebene Fall zeigt jedoch, dass Vidac mit seinem Ansatz die Krebsbehandlung insgesamt revolutionieren könnte. Vidac will den entgleisten Stoffwechsel der gesamten Krebszelle reparieren. Durch die Umkehrung des sogenannten "Warburg-Effekts" wird Tumorzellen der Energienachschub entzogen, was sie zur Normalisierung oder zum programmierten Zelltod führen soll. Gelingt dies, hat die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau Vervielfachungspotenzial.
BioNTech: Analysten loben
Ist BioNTech zurück auf der Erfolgsspur? Knapp über 15 % hat die Aktie des größten deutschen Biotech-Unternehmens in den vergangenen zwei Wochen zulegen können. Das Wertpapier notiert wieder bei rund 88 EUR und damit auf dem Niveau vor der überraschenden Meldung des bevorstehenden Rückzugs des Gründerehepaars.
Geht es nach Berenberg, ist bei der Aktie auch noch mehr drin. Die Analysten empfehlen BioNTech mit einem Kursziel von 155 USD zum Kauf. Nach den positiven Phase-II-Daten in der Zweitlinientherapie von Gebärmutterkrebs richtet sich der Blick wieder auf die Pipeline des Biotechunternehmens. Und diese ist bekanntlich prall gefüllt.
Die Analysten beziehen sich auf die Meldung von BioNTech über vielversprechende Ergebnisse für ein neues Medikament zur Behandlung von Gebärmutterkrebs. In einer Untersuchung mit Patientinnen, deren Erkrankung nach einer ersten Behandlung zurückgekehrt war, zeigte sich das Mittel als sehr wirksam. Fast die Hälfte der Teilnehmerinnen sprach positiv auf die Therapie an, wobei das Medikament über alle verschiedenen Gruppen hinweg funktionierte. Diese Ergebnisse sind ein bedeutender Fortschritt, da es für diese Form der Krebserkrankung bisher nur wenige wirksame Möglichkeiten gibt und der Bedarf an neuen Lösungen für betroffene Frauen sehr groß ist.
Neben der hohen Wirksamkeit erwies sich das Medikament als gut verträglich, wobei die auftretenden Nebenwirkungen meist mild waren und sich medizinisch gut in den Griff bekommen ließen. Da die Daten den bisherigen Standard deutlich übertreffen, befindet sich das Mittel bereits in einer größeren, abschließenden Testphase. BioNTech plant, auf Basis dieser Erfolge noch in diesem Jahr die offizielle Zulassung für das Medikament zu beantragen, um Patienten möglichst bald eine neue und effektive Behandlungsoption zur Verfügung zu stellen.
Evotec: KI-Fantasie?
Auch bei Evotec ging es zuletzt spürbar bergauf. In den vergangenen vier Wochen ist die Aktie um rund 30 % gestiegen und notiert immerhin wieder bei rund 5,60 EUR. Im März hatte sie noch ein Mehrjahrestief bei 4 EUR markiert.
Auch bei dieser deutschen Biotechaktie ist Berenberg weiter bullish. So sehen die Analysten den fairen Wert der Aktie bei 9,70 EUR und empfehlen sie daher zum Kauf. Die Experten sind der Meinung, dass Evotec vom Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Wirkstoffforschung profitieren könnte.
Damit spielen die Analysten auf die Bedeutung der Evotec-Plattform für datengetriebene Wirkstoffforschung an. Evotec hat über Jahrzehnte hinweg Millionen von Datenpunkten aus der Wirkstoffforschung generiert – von genomischen Daten über Bildgebungsdaten bis hin zu chemischen Bibliotheken. Da Evotec diese Daten in standardisierten, industriellen Prozessen im eigenen „Wet-Lab“ erzeugt, sind sie hochgradig verlässlich. Genau das suchen KI-Unternehmen händeringend, um ihre Modelle zu trainieren und Ergebnisse zu validieren.
Dennoch darf nicht vergessen werden, dass sich Evotec mitten in der Restrukturierung befindet. Im laufenden Jahr sollen im Konzern zwischen 700 Mio. EUR und 780 Mio. EUR umgesetzt werden (2025: 788,4 Mio. EUR). Das bereinigte EBITDA soll zwischen 0 EUR und 40 Mio. EUR liegen. Im schwachen Jahr 2025 waren es 41,1 Mio. EUR.
Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms Horizon sollen in den kommenden Jahren 75 Mio. EUR eingespart werden. Dies soll sich mittelfristig positiv auf das Ergebnis auswirken. So will Evotec den Umsatz bis 2030 auf über 1 Mrd. EUR pro Jahr steigern. Dann will man eine EBITDA-Marge von über 20 % erzielen.
Fazit
Die Aktie von Vidac Pharma hat Vervielfachungspotenzial, wenn die Krebstherapie tatsächlich revolutioniert werden kann. Die aktuellen Insiderverkäufe verunsichern den einen oder anderen, sind aber eigentlich eine Kaufchance. Bei BioNTech scheinen Anleger den Schock des bevorstehenden Rückzugs der Gründer verdaut zu haben. Die KI-Fantasie kann die Evotec-Aktie weiter treiben, aber es darf nicht vergessen werden, dass sich das Unternehmen in der Restrukturierung befindet. Das neue Management hat die Börse bisher noch nicht überzeugen können.
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