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10.06.2026 | 04:30

ITM Power und Nel ASA im KORREKTURMODUS! dynaCERT vor KURSEXPLOSION?

  • Wasserstoff
  • cleantech
  • Energie
Bildquelle: KI

Mehr als 5 % hat die Nel-Aktie allein gestern verloren. Damit setzt sich die Juni-Korrektur fort. Immerhin konnte der ehemalige Anlegerliebling zuletzt einen Rechtsstreit beilegen. Im Korrekturmodus befindet sich auch ITM Power. Eine neue Partnerschaft in Großbritannien kann den Abverkauf nicht stoppen. Nel ASA und ITM Power hatten zuvor allerdings auch verdoppelt bzw. sich mehr als verdreifacht. Eine solche Kursexplosion trauen Analysten der Aktie von dynaCERT zu. Das neue deutsche Management hat das Cleantech-Unternehmen innerhalb von rund zwei Jahren umgekrempelt. Derzeit profitiert man von den hohen Ölpreisen. Das Interesse an der Technologie zur Optimierung von Verbrennungsmotoren ist groß. Werden größere Aufträge gemeldet, sollte auch die dynaCERT-Aktie weiter durchstarten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ITM POWER PLC LS-_05 | GB00B0130H42 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT: Mit deutschem Management auf Wachstumskurs

    Positiv hat sich im laufenden Jahr die Aktie von dynaCERT entwickelt. Das neue deutsche Management hat das Cleantech-Unternehmen innerhalb von rund zwei Jahren umgekrempelt. Jetzt sollen Umsatz und Ergebnis gesteigert werden. Die Aktie hat im Jahr 2026 rund 20 % zulegen können. CEO Kevin Unrath und Präsident Bernd Krüper haben auf der digitalen Investorenkonferenz IIF den Eindruck hinterlassen, dass bei der Aktie noch einiges mehr drin ist.

    Das Unternehmen entwickelt Technologien zur Effizienzsteigerung von Verbrennungsmotoren. Kernprodukt ist die patentierte HydraGEN™-Technologie, die mittels Elektrolyse bedarfsgerecht Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt und diese direkt dem Ansaugsystem eines Motors zuführt. Dadurch soll die Verbrennung optimiert werden, was laut Unternehmen Kraftstoffeinsparungen von bis zu 10 % sowie deutliche Reduzierungen von CO2-, NOx- und Partikelemissionen ermöglicht.

    Ein wesentlicher Vorteil der Lösung liegt nach Angaben des Managements in der einfachen Nachrüstung bestehender Fahrzeuge und Maschinen. Die Systeme können innerhalb weniger Stunden installiert werden und benötigen weder Wasserstoffspeicher noch eine externe Wasserstoff-Infrastruktur. Mit verschiedenen Produktvarianten adressiert dynaCERT ein breites Anwendungsspektrum – von Transportfahrzeugen über Bau- und Bergbaumaschinen bis hin zu Hafenkränen und stationären Stromerzeugern. Ergänzt wird das Angebot durch die Softwareplattform HydraLytica, die Betriebsdaten erfasst, Kraftstoffverbräuche überwacht und die Grundlage für die Berechnung potenzieller CO2-Einsparungen bildet.

    https://youtu.be/hE7EHsgouoE?si=YLenQimiziT_LBXN

    Darüber hinaus berichtete das Management über Fortschritte bei der internationalen Expansion. So wurde in Mexiko ein Rahmenvertrag über eine dreistellige Stückzahl abgeschlossen, während weitere Projekte in Vietnam und anderen Regionen vorangetrieben werden. Gleichzeitig hat dynaCERT die Führungsstruktur mit CEO Kevin Unrath und CFO John Amodeo neu aufgestellt sowie den Verwaltungsrat um Experten aus den Bereichen Carbon Credits und Kapitalmarkt erweitert. Mit wiederkehrenden Einnahmen aus der HydraLytica-Software und möglichen Erlösen aus zertifizierten CO2-Gutschriften sieht sich das Unternehmen in einer Übergangsphase vom Technologieentwickler hin zu einem international agierenden Anbieter mit Fokus auf Serienproduktion und Wachstum.

    Jetzt braucht es größere Aufträge. Dann sollte die dynaCERT-Aktie in Richtung des Kursziels von GBC Research marschieren. Die Analysten trauen dem Wertpapier eine Rally auf 0,48 EUR zu. Derzeit notiert die Cleantech-Aktie bei 0,072 EUR.

    ITM Power: Heftige Korrektur nach 200 %-Rally

    Während Anleger bei dynaCERT auf den Durchbruch spekulieren können, hat ITM Power diesen bereits vollzogen. Die Aktie des britischen Wasserstoffunternehmens gehört zu den positiven Überraschungen der vergangenen Monate. Anfang April notierte die Aktie noch bei rund 0,70 EUR. Dann folgte innerhalb von zwei Monaten eine Kursexplosion bis auf 2,50 EUR. Dass die staatliche Förderung und die Anhebung der Umsatzprognose auf 40 Mio. bis 43 Mio. GBP diesen Kurs nicht rechtfertigen, haben inzwischen mehr und mehr Anleger realisiert. Entsprechend hat die Aktie zuletzt scharf korrigiert und notiert derzeit bei 1,59 EUR. Doch auch auf diesem Niveau wird das Unternehmen mit 934 Mio. GBP bewertet.

    An der sportlichen Bewertung ändert auch die jüngste Meldung nichts. So hat ITM Power eine Partnerschaft mit Protium Green Solutions vereinbart. Gemeinsam sollen industrielle Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff in Großbritannien entwickelt, finanziert und betrieben werden. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht zunächst das Cromarty Hydrogen Projekt in Schottland, das Protium kürzlich übernommen hat und das bereits Fördermittel der britischen Regierung erhalten hat. Darüber hinaus prüfen die Unternehmen verschiedene Modelle für künftige Projekte, darunter den Einsatz der ITM-Tochter Hydropulse sowie den möglichen Erwerb von Elektrolyseuren von ITM Power durch Protium.

    Das Cromarty-Projekt soll mit einer Elektrolysekapazität von 15 MW täglich bis zu sieben Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Der Wasserstoff soll insbesondere industrielle Wärme- und Energieanwendungen in der Region versorgen und zur Dekarbonisierung von Unternehmen beitragen, die nicht an das nationale Gasnetz angeschlossen sind. Protium übernimmt dabei die Projektentwicklung, die Strombeschaffung, Genehmigungen sowie die Wasserstoffverteilung. Die endgültige Investitionsentscheidung (FID) für das Vorhaben wird derzeit für Dezember 2026 angestrebt. Zudem werden im Rahmen der ersten Projektphase rund 30 qualifizierte Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in der Region erwartet.

    Nel: Rechtsstreit beigelegt

    Bei Nel zeigt sich ein ähnlicher Kursverlauf wie bei ITM Power. Im April und Mai hat sich die Aktie fast verdoppelt. In den vergangenen 10 Tagen ging es dann von 0,37 EUR bis auf 0,27 EUR in den Keller. Allein gestern hat die Aktie des einstigen Wasserstoffhighflyers mehr als 5 % an Wert verloren.

    In den Tagen zuvor hatte die Aktie auf die Beilegung eines Rechtsstreits leicht positiv reagiert. Hintergrund ist eine Klage aus dem Jahr 2024. Damals hatte die Iwatani Corporation of America im Zusammenhang mit Verträgen über die Lieferung von Betankungsanlagen und -dienstleistungen Klage gegen Nel und Unternehmen der Nel-Gruppe wie beispielsweise Cavendish Hydrogen eingereicht. Cavendish gehört inzwischen nicht mehr zum Nel-Konzern. Es wurden technische und betriebliche Mängel beklagt. Um den Streit beizulegen, hat Nel einer Zahlung von 7,5 Mio. USD zugestimmt. Damit werden weitere Rechtskosten und Prozessrisiken vermieden.

    Nach Angaben von Nel wurden die Probleme zur Zufriedenheit aller Parteien gelöst. Daher seien Iwatani, Nel und Cavendish offen für zukünftige Projekte zur Weiterentwicklung der Wasserstofftankstellenbranche.


    Fazit

    Die dynaCERT-Aktie wird von Analysten weiterhin positiv gesehen. Das neue deutsche Management scheint den Turnaround zu schaffen. Wenn jetzt größere Aufträge an Land gezogen werden, sollten deutlich höhere Kurse möglich sein. Wie schnell ein Kurs explodieren kann, hat die Aktie von ITM Power gezeigt. Allerdings war die Euphorie wohl ein gutes Stück zu groß. Dies gilt auch für Nel ASA. Beide Unternehmen sind alles andere als günstig.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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