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04.01.2024 | 05:05

Kursraketen 2024? Bayer, Siemens Energy und dynaCERT Aktie

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Bildquelle: Orsted

50 % Kursgewinne trauen Analysten der Aktie von Siemens Energy im neuen Jahr zu. Doch sind die Probleme aus 2023 wirklich abgearbeitet? Es gibt Zweifler und ihre Kursziele sind deutlich niedriger. Auch Bayer hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Aktie gehörte zu den schwächsten DAX-Titeln im Jahr 2023. Bringt 2024 neue Impulse? Zumindest konnte 2023 mit einem wichtigen Etappensieg abgeschlossen werden. Aber Analysten bleiben skeptisch. Gründe für eine erfreuliche Kursentwicklung in 2024 gibt es bei dynaCERT. Das Wasserstoff-Unternehmen hat drei heiße Eisen im Feuer und in 2023 zahlreiche Aufträge an Land gezogen. Jetzt sollte der Umsatz anspringen und damit auch die Aktie aus dem Seitwärtstrend ausbrechen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT: Bereit für den Ausbruch in 2024

    Im Vergleich zu anderen Wasserstoff-Aktien hat sich dynaCERT in 2023 relativ gut gehalten. Während die Anteilsscheine von Nel, Plug Power und Co. mehr als 50 % verloren haben, waren es bei den Kanadiern rund 8 %. Dies ist natürlich kein Grund zur Euphorie, aber im laufenden Jahr könnte dynaCERT der Durchbruch bei der Kommerzialisierung gelingen. Dafür hat das Unternehmen drei heiße Eisen im Feuer: Das patentierte HydraGEN™ System ist für die Nachrüstung von konventionellen Dieselmotoren zur Reduzierung von Verbrauch und Schadstoffausstoß. Das Gerät benötigt für die Produktion von Wasserstoff lediglich destilliertes Wasser. Es eignet sich insbesondere für LKW und andere große Nutzfahrzeuge. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2023 gab es zahlreiche Bestellungen.

    Auch bei der Kooperation mit Cipher Neutron geht es vorwärts. Orders für den AEM-Elektrolyseur für die Erzeugung von grünem Wasserstoff sind in 2023 eingegangen. Durch den Einsatz von reversiblen Brennstoffzellen soll der AEM-Elektrolyseur den grünen Wasserstoff besonders günstig und nachhaltig produzieren können.

    Das dritte Eisen im Feuer sind Einnahmen aus dem geplanten Zertifikatehandel. Die Zertifizierung der dynaCERT-Produktpalette durch VERRA hat länger gedauert als erwartet, aber befindet sich inzwischen endlich in der Schlussphase. Im November 2023 erhielt dynaCERT von Earthood Services den positiven endgültigen Bewertungsbericht über die Methodik zur Verbesserung der Effizienz von Flottenfahrzeugen und Verbrennungsmotoren. dynaCERT erwartet, dass die Zertifizierung durch VERRA Anfang 2024 erfolgt. Dann können die Kanadier gemeinsam mit ihren Kunden die Zertifikate verkaufen. Dies würde signifikante und kontinuierliche Einnahmen ermöglichen.

    Bayer: Läutet Erfolg in Kalifornien die Wende ein?

    Während der Dax in 2023 ein neues Rekordhoch erreicht hat, hat die Aktie von Bayer über 20 % verloren. Kann das Wertpapier nach dem Horrorjahr in 2024 wieder durchstarten? Dies wünschen sich mindestens die Aktionäre des Konzerns aus Leverkusen. Immerhin ist das Unternehmen mit einer positiven Nachricht in das neue Jahr gegangen. So wurde kurz vor Silvester in den USA ein Erfolg vor Gericht eingefahren. Denn ein Gericht in Kalifornien hat im Rahmen der zahlreichen Klagen rund um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat zugunsten von Bayer entschieden. Die Geschworenen befanden, dass Glyphosat nicht für die Erkrankung des Klägers verantwortlich sei. Dennoch dürften die Klagen bezüglich Glyphosat und der Chemikalie PCB Bayer auch 2024 belasten. Die Frage ist, was schon im Kurs eingepreist ist.

    Kein Potenzial für die Bayer-Aktie sieht die UBS. Die Analysten hatten die Aktie zuletzt mit "Neutral" eingestuft. Das Kursziel liegt bei 34 EUR und damit auf dem aktuellen Niveau. Insbesondere im Fall von PCB seien bisher kaum Rückstellungen gebildet worden. Entsprechend könnte eine Niederlage im Berufungsverfahren Bayer belasten.

    Siemens Energy: 50 % Kurspotenzial?

    Auch Siemens Energy hat ein katastrophales Jahr hinter sich. Aufgrund der Probleme durch die Schieflage der Tochter Siemens Gamesa mussten der Mutterkonzern Siemens und der deutsche Staat unterstützen. Ob es weitere Probleme gibt, bleibt abzuwarten. Immerhin gibt es bei dem Windturbinenhersteller Siemens Gamesa auch positive Nachrichten. So wird die Erweiterung eines Werkes in Taiwan schneller fertiggestellt als geplant. Daher kann der Abschnitt bereits im zweiten Quartal dieses Jahres in Betrieb genommen werden. In dem Werk werden Windturbinen für Offshore-Anlagen moniert. Es hat eine Produktionskapazität von 2 GW pro Jahr und ist das bisher einzige seiner Art von Siemens Gamesa außerhalb Europas.

    Analysten sind sich uneins, wie sich die Aktie von Siemens Energy im laufenden Jahr entwickeln wird. Goldman Sachs gehört in das Lager der Bullen. Die Analysten empfehlen die Aktie des deutschen Konzerns mit "Buy". Das Kursziel liegt bei 18,60 EUR und damit rund 50 % über dem aktuellen Niveau. Da die Ratingagentur Standard & Poor's die Einstufung "Credit Watch Negative" gestrichen hat, dürfte das Risiko einer Kapitalerhöhung aus der Not heraus abnehmen.

    Dagegen sieht J.P. Morgan kein Kurspotenzial bei Siemens Energy. Die Analysten stufen die Aktie mit "Neutral" ein und reduzieren das Kursziel von 13,80 EUR auf 9,20 EUR. Das Risiko einer notwendigen Kapitalerhöhung zur Stärkung der Bilanz sei weiterhin vorhanden.


    Im Wasserstoff-Sektor könnte 2024 die Aktie dynaCERT zu einer positiven Überraschung werden. Vorausgesetzt, das Sentiment in der Peergroup verschlechtert sich nicht weiter, die Aufträge werden planmäßig abgearbeitet und VERRA zertifiziert endlich. Dagegen gibt es bei Siemens Energy zahlreiche offene Fragen. Gibt es bei Gamesa keine weiteren negativen Überraschungen? Kommt doch noch eine Kapitalerhöhung? Gleiches gilt für Bayer. Neben den Rechtsstreitigkeiten muss der neue Vorstand Wachstumsperspektiven im operativen Geschäft aufzeigen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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