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01.07.2021 | 11:59

Netflix, Wallstreet:Online, Commerzbank: Wo Aktionäre was fürs Geld bekommen

  • Digitalisierung
Bildquelle: pixabay.com

Irgendwas mit Medien. Das war vor Jahren das Berufsziel vieler Absolventen. Doch die Realität in der Medienbranche war damals alles andere als traumhaft: Der Neue Markt ging baden und auch die Medienbranche musste kleinere Brötchen backen. Hinzu kam die Digitalisierung, die viele klassische Geschäftsmodelle umkrempelte. Inzwischen hat sich die Branche aber konsolidiert – und bricht zu neuen Ufern auf.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , NETFLIX INC. DL-_001 | US64110L1061 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001

Inhaltsverzeichnis:


    Netflix: Diese Rechnung ging auf

    Exemplarisch dafür, dass mit Medien wieder gutes Geld zu verdienen ist, steht Netflix. Der Streaming-Dienst ist aus deutschen Wohnzimmern kaum mehr wegzudenken. Auch in den meisten anderen Ländern der Welt ist Netflix beliebt. Viele junge Konsumenten schauen Serien und Filme sowieso auf Englisch und kommen bei Netflix voll auf die Kosten. Der Streaming-Anbieter hat bereits früh auf kostspielige Eigenproduktionen gesetzt. Das Konzept hat sich ausgezahlt. Die aufwendigen Produktionen lockten Abonnenten an. Wenn eine Serie Gesprächsthema auf Schulhof, Campus oder in der Büroküche ist, ist das die beste Werbung.

    2020 hat Netflix seinen Umsatz um 24% auf 25 Mrd. USD gesteigert. Der Gewinn lag bei 2,8 Mrd. USD und damit satte 47,9% höher als noch im Vorjahr. Inzwischen hat Netflix mehr als 200 Mio. zahlende Abonnenten. Mit dieser Unterstützung fällt es leicht, in die Zukunft zu investieren. Während vor Jahren noch das klassische Fernsehen vorherrschte und Menschen sich beeilten, um um 20:15 Uhr vor dem TV zu sitzen, haben Dienste wie Netflix unsere Sehgewohnheiten verändert. Selbst klassische TV-Zuschauer bedienen sich heute öfter den Mediatheken und schauen fern, wann es ihnen passt. Netflix ist eine Erfolgsgeschichte. Die Aktie ist seit rund einem Jahr aber in einer Seitwärtsbewegung gefangen. Das Potenzial ist entsprechend begrenzt.

    Wallstreet:Online: Wie die Berliner aus einem Euro 16 Euro machen

    Alles andere als begrenzt ist das Potenzial bei Wallstreet:Online. Die Analysten von Warburg Research riefen vor zwei Wochen ein Kursziel von 34 EUR aus. Wallstreet:Online ist Betreiber von Finanzforen und Nachrichtenseiten rund um die Börse. Seit anderthalb Jahren ist Wallstreet:Online mit dem Smartbroker auch im Brokerage-Geschäft aktiv. Die Kunden nahmen das Angebot in großer Zahl an und sorgten dafür, dass sich die Aktie seit Anfang 2020 vervierfachte. Seit der Smartbroker am Markt ist, legte die Marktkapitalisierung von Wallstreet:Online um satte 280 Mio. EUR zu. Die Zahl wird umso beeindruckender, desto eher man den Wertzuwachs mit den Anfangsinvestitionen in Kontext setzt. Wie aus den Geschäftsberichten zu entnehmen ist, investierte Wallstreet:Online 2019 und 2020 nur rund 7,3 Mio. EUR in den Smartbroker. Hinzu kam Marketing für rund 10 Mio. EUR. Die damals investierten 17,3 Mio. EUR haben sich also gemessen an der Marktkapitalisierung mehr als versechzehnfacht – ein guter Hinweis darauf, dass die Berliner ihr Geschäft verstehen und selbst kleine Investitionen in große Erfolge ummünzen können.

    Nachdem der Smartbroker Ende 2020 bereits 70.000 Kunden hatte, rief Wallstreet:Online bis Ende 2021 das Ziel 200.000 Kunden aus. Da allein im ersten Quartal 2021 55.000 Kunden hinzugekommen sind, rechnen die Warburg-Analysten damit, dass Wallstreet:Online seine Ziele 2020 erreichen wird. Um noch mehr Synergien zwischen Medienportalen und Broker zu schaffen, hat das Unternehmen zuletzt 5 Mio. EUR. aufgenommen. Das Ziel: In die IT und das Wachstum investieren. Angesichts der bereits intakten Wachstumsstory ist zu erwarten, dass sich auch die jüngsten Investitionen positiv im Aktienkurs niederschlagen werden. Die Geschäftsbereiche Medien und Brokerage ergänzen sich perfekt. Die Aktie hat in den vergangenen Wochen konsolidiert und ist mit einer langfristigen Perspektive entsprechend interessant.

    Spart sich die Commerzbank kaputt?

    Um in die Aktie der Commerzbank zu investieren, sollte die Perspektive ebenfalls lang sein – besser sogar sehr lang. Die Bank steckt inmitten einer Restrukturierungsphase. Wer den Finanzplatz Frankfurt näher beleuchtet, der könnte den Eindruck bekommen, dass in den Bankentürmen eine Restrukturierung auf die nächste folgt. Auch die Maßnahmen der Commerzbank, denen 10.000 Stellen und rund 340 Filialen zum Opfer fallen sollen, werden zunächst einmal Geld kosten. Auch ist nicht klar, ob die Maßnahmen langfristig die richtigen sind – schließlich ist die Nähe zum Kunden für ein erfolgreiches Bankgeschäft entscheidend. Zwar brachte zuletzt in erster Linie das Investmentbanking Geld ein, doch könnte die Aussicht auf zumindest moderat steigende Zinsen die Hoffnung auf ein Comeback des Brot-und-Butter-Geschäfts mit Krediten wieder nähren. Inwiefern das mit wenigen Mitarbeitern allerdings wiederbelebt werden kann, bleibt offen. Die Aktie der Commerzbank darbt und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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