Menü schließen




11.04.2022 | 05:40

Neue Wasserstoff-Fantasie: NEL, First Hydrogen, Amazon

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch. Bei Neuzulassungen lag der Anteil der reinen Elektroautos in Deutschland im vergangenen Jahr bei 6,7%. Die steigenden Kraftstoffpreise dürften dazu beitragen, dass sich das Wachstum sogar noch beschleunigt. Doch auch Wasserstoff ist noch nicht aus dem Rennen. Vor allem bei größeren Fahrzeugen, wie etwa LKW oder auch bei Lieferwagen, könnten Brennstoffzellen eine Alternative sein – die schnelle Betankung und die Unabhängigkeit von Ladestruktur sind Argumente. Wir stellen drei Aktien vor, die Wasserstoff-Fantasie haben.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067

Inhaltsverzeichnis:


    NEL: Immer mehr mischen rund um das Kerngeschäft mit

    Der norwegische Konzern NEL ist so etwas wie der Wasserstoff-Komplettanbieter: Rund um Produktion, Lagerung und Transport von Wasserstoff hat NEL Angebote. Liest man durch die neuen Aufträge, fällt allerdings auf, dass die Auftragsvolumina für ein derart vielversprechendes Unternehmen eher klein sind. Mit Ausbruch des Ukraine-Kriegs und den damit verbundenen hohen Energiekosten legte auch die Aktie von NEL wieder den Vorwärtsgang ein. Doch die Euphorie ist wieder verflogen. Umso tragischer ist, dass der Aktie auch aus charttechnischer Sicht kein Befreiungsschlag gelungen ist: Das März-Hoch lag unter dem November-Hoch und die Aktie bleibt damit im Abwärtstrend. Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie ernüchternde 34% hinten. Doch wie steht es wirklich um das Unternehmen?

    Zwar hat NEL in vielen Bereichen rund um Wasserstoff eine gute Marktposition, doch wächst auch die Konkurrenz. Zuletzt gab etwa Siemens Energy bekannt, im Berliner Umland eine neue Fabrik für Elektrolyseure bauen zu wollen, die schon 2023 loslegen soll. Die Entscheidung wird in Branchenkreisen auch als Frontalangriff auf das neue vollautomatische Elektrolyseur-Werk im norwegischen Heroya gesehen. Auch wenn ein aufstrebender Wasserstoff-Markt Raum für beide Fabriken lassen dürfte, ist der Schritt von Siemens Energy eine Ansage. Wasserstoff ist kein Projekt mehr für junge Unternehmen, sondern längst in der Großindustrie angekommen. Diese ist zwar manchmal etwas träge, kann aber schnell Fahrt aufnehmen, hat man erst mal das nötige kritische Momentum erreicht. NEL hat Konkurrenz. Das ist für die Norweger keine so gute Nachricht – für die Wasserstoff-Wirtschaft aber umso mehr.

    First Hydrogen mit relativer Stärke: Der Sommer wird heiß

    Wenn mehr und mehr Großunternehmen neues Geschäft rund um Wasserstoff anstreben, zeigt das, dass die Technologie Erfolg verspricht. Diesen Erfolg erhofft man sich auch bei First Hydrogen. Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit Partnern wie Ballard Power Systems und AVL Powertrain einen mit Wasserstoff betriebenen Van. Dieser soll schon ab Juni für erste Tests bereits stehen und könnte dann Kunden überzeugen. First Hydrogen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die besten Komponenten zu nutzen, um ein Fahrzeug auf die Straße zu bringen, das die Vorzüge klassischer Lieferwagen mit denen innovativer Antriebssysteme vereint. Dazu setzt das Unternehmen auf bewährte Karosserien und Brennstoffzellen von renommierten Herstellern. So will das junge Unternehmen Lieferdienste und Logistiker als Kunden gewinnen.

    Diese Unternehmen müssen sich mehr und mehr nach ESG-Kriterien, also Kriterien der Nachhaltigkeit, richten. Dazu gehört zuallererst der CO2-Ausstoß. Wer statt Diesel auf Wasserstoff setzt, hat einen großen Schritt nach vorn gemacht – und punktet nebenbei auch bei Kunden. Als First Mover will First Hydrogen seinem Namen alle Ehre machen und nach der ersten Serie, die ab September auf die Straße kommen soll, noch spezifischer auf Anforderungen verschiedener Branchen reagieren. Den Anforderungen der Aktionäre ist das Unternehmen bereits gerecht geworden – im schwachen Marktumfeld legte die Aktie in drei Monaten satte 30% zu. Diese relative Stärke lässt aufhorchen und ist ein Grund, sich intensiv mit dem Wert auseinanderzusetzen.

    Amazon vor neuer Zeitrechnung?

    Einer der potenziellen Kunden von First Hydrogen könnte Amazon werden – oder jeder andere Logistiker. Amazon hat längst seinen eigenen Logistik-Dienstleister aufgebaut. Wasserstoff-Fahrzeuge könnten für das innovative Unternehmen einer der nächsten Schritte sein. Amazon gilt als guter Mix zwischen eCommerce und Technologie und war lange eine Aktie des Zeitgeists. Dass sich dieser Zeitgeist aber verändert, erkennt man an der Aktienperformance auf Sicht von einem Jahr – 5,1% Rendite sind für Amazon doch ein wenig mager. Auch auf Sicht von drei Jahren sieht der Chart zuletzt ziemlich flach aus. Ein Selbstläufer ist die Aktie von Amazon nicht mehr.


    Zwischen Amazon, NEL und First Hydrogen liegen Welten. Während der eine Wert unangefochtener Marktführer in vielen Regionen der Welt ist, gelten die Norweger von NEL als erste Wahl rund um Wasserstoff – noch. Die Konkurrenz scharrt bereits mit den Hufen. Als First Mover positioniert sich dagegen First Hydrogen. Lieferwagen mit Brennstoffzellen könnten ihre Nische finden – vielfältige Einsatzzwecke sind denkbar. Schon im Sommer will First Hydrogen das erste Exemplar auf die Straße bringen. Dem Aktienmarkt gefällt die Entwicklung des aufstrebenden Unternehmens.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.esg-aktien.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 25.04.2022 | 06:00

    Wasserstoff wird marktfähig: Plug Power, dynaCERT, NEL

    • Wasserstoff

    Die Energiewende ist ein Langzeit-Projekt. Dabei darf es keine Denkverbote geben. Noch vor rund einem Jahr haben Vertreter der Autoindustrie Wasserstoff eine Absage erteilt. Inzwischen ist aber viel passiert: Die Sanktionen gegen Russland haben Energie teurer gemacht und Wasserstoff gilt nun zunehmend auch als Ersatz für Gas. Hinzu kommt, dass immer mehr Wasserstoff-Projekte rund um Logistik-Projekte und LKW Fahrt aufnehmen. Grund genug, die Branche genau unter die Lupe zu nehmen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 07.03.2022 | 06:00

    Linde, dynaCERT, NEL: Zeit für Wasserstoff-Technologie

    • Wasserstoff

    Noch fließt das Gas aus Russland gen Westen. Doch je länger der Krieg in der Ukraine anhält, desto wahrscheinlicher werden noch schärfere Sanktionen. Dass der Trend langfristig weg vom russischen Gas geht, ist ohnehin klar. Anbieter von Wasserstoff profitieren seit Tagen von der Eskalation der Gewalt in der Ukraine. Auch Übergangstechnologie könnte gefragt sein, um Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß gleichermaßen zu reduzieren – schließlich gilt es auch trotz steigender Energiepreise, den Klimaschutz nicht zu vernachlässigen. Wir beleuchten drei Wasserstoff-Werte.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 16.12.2021 | 05:00

    Daimler Truck, dynaCERT, BASF: Wasserstoff treibt Depots an

    • Wasserstoff

    Wie nachhaltig ist die deutsche Wirtschaft? Wie das Handelsblatt zuletzt berichtete, werden Kennzahlen zur Klimaschädlichkeit immer wichtiger für Investoren. Die Zeitung listet alle vierzig DAX-Unternehmen anhand ihres Klima-Erhitzungspotenzials auf. Ganz vorn mit dabei sind Linde, Volkswagen, Daimler inkl. Daimler Truck und auch BASF. Am anderen Ende der Rangliste stehen SAP, Infineon und – etwas überraschend – E.ON. Wir nehmen zwei Klimasünder unter die Lupe und erklären, ob neue Technologie diese Unternehmen voranbringen kann.

    Zum Kommentar