Menü

27.05.2021 | 06:35

Nevada Copper, Salzgitter, NIO: Die Grünen und der Kupferpreis

  • Nachhaltigkeit
Bildquelle: pixabay.com

Seit Ende März 2020 hat sich der Kupferpreis verdoppelt. Der Trend ist intakt und jede kleinere Zwischenkorrektur wird von Investoren zum Einstieg genutzt. Nach der Pandemie wollen Staaten weltweit ihre Wirtschaft wieder in Gang bringen und fit für die Zukunft machen. Investitionen in die Infrastruktur sind ohnehin seit Jahren überfällig und für viele Staaten die allererste Maßnahme. Auch nachhaltige Lösungen, wie etwa die Lade-Infrastruktur für die Elektromobilität, stehen auf dem Plan. Der Kupferpreis dürfte weiter profitieren. Gerade aus Deutschland könnte die Nachfrage steigen – ein Blick auf Umfragen im Wahljahr deutet darauf hin, dass es für Elektroautos und deren Ladeinfrastruktur schon bald Milliarden regnen dürfte. Manche Aktien profitieren schon heute.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: CA64128F1099 , DE0006202005 , US62914V1061



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor


Nevada Copper: Kupfer-Produzent mit Assen im Ärmel

Das kanadische Unternehmen Nevada Copper verfügt über ein vielversprechendes Minen-Projekt im US-Bundesstaat Nevada. Die Untergrund-Mine ist bereits teilweise in Produktion und wird weiter ausgebaut. Noch in diesem Sommer soll es bei Nevada Copper richtig losgehen. Dann soll die Mine Pumpkin Hollow für 77 Mio. Pfund Kupfer jährlich stehen. Der unweit des Untertage-Projekts befindliche Tagebau könnte gar 200 Mio. Pfund Kupfer zutage fördern. Hinzu kommen vier weitere Liegenschaften, auf denen Nevada Copper die Exploration vorantreibt.

Vor allem der geplante Tagebau, der bereits genehmigt ist, bietet Nevada Copper großes Potenzial, da dort 5 Mrd. Pfund Kupfer erwartet werden und das Gestein hohe Grade von bis zu 0,69% Kupferäquivalent aufweist. Allein die Tagebaumine könnte nach Ansicht des Unternehmens für ein jährliches EBITDA von 239 Mio. USD stehen – und das bei einem Kupferpreis von nur 3,20 USD. Aktuell handelt das Industriemetall nach einer Zwischenkorrektur um 4,50 USD. In der Vergangenheit litt der Aktienkurs von Nevada Copper oftmals unter dem drückenden Schuldenberg des Unternehmens und der Vielzahl an ausgegebenen Aktien. **Mit der nun anlaufenden Produktion sollte sich diese Marktskepsis nach und nach verflüchtigen.

Aufgrund des Explorationspotenzials und der bereits genehmigten Tagebaumine, die zudem nachhaltig konzipiert ist und ESG-Standards genügt, bietet Nevada Copper alles, was es für eine positive Kursentwicklung braucht.** Der Kurs hat sich 2021 freigekämpft und konsolidiert aktuell. Wer an Kupfer glaubt, kann sich den Wert genauer anschauen.

Salzgitter: Tradition mit Potenzial

Wenn es um Industriemetalle geht, denken vor allem deutsche Anleger auch schnell an Salzgitter. Das Unternehmen aus der gleichnamigen Stadt schrieb auch 2020 ein negatives Ergebnis. Vor allem die Pandemie setzte Salzgitter zu. Dank steigender Aufträge im Sommer, kam der Stahlkonzern aber mit einem blauen Auge davon. Salzgitter versteht sich als Stahltechnologie-Konzern und steht für Flachstahl, Träger, Grobbleche und Rohre. Gerade angesichts der wieder anziehenden Konjunktur dürfte der weitere Geschäftsverlauf positiv ausfallen.

Trotzdem entwickelte sich der Kurs in den vergangenen drei Monaten nicht nach dem Geschmack der Aktionäre – um 1,6% gab die Aktie nach. Auf Sicht von einem Jahr ist der Kursgewinn mit 123% aber deutlich. Im langfristigen Chartbild könnte die Aktie jenseits der Marke von 30 EUR auf Widerstände treffen. Danach entstünde aber zusätzliches Kurspotenzial. Salzgitter ist eine solide Aktie mit Comeback-Potenzial. Die Bäume wachsen beim Unternehmen aber nicht in den Himmel.

NIO: Innovator mit Sand im Getriebe

Ein anderer potenzieller Abnehmer von Kupfer ist der chinesische Elektroautobauer NIO. In jedem Elektroauto steckt rund dreimal mehr Kupfer als in klassischen Verbrennern. Hinzu kommt Kupfer in der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. NIO hat sich mit schicken Modellen und langen Laufzeiten einen Namen gemacht. Zeitweise war die Aktie so beliebt, wie die von Tesla oder BYD. Doch zwischendrin war aus dem Wert die Luft raus. Auf Sicht von drei Monaten verlor die Aktie 17%. Zuletzt ist NIO aber wieder im Kommen und gewann an nur fünf Handelstagen mehr als 10%. Sollte der Wert wieder in die Spur zurückfinden, könnte für spekulativ orientierte Investoren Potenzial entstehen. Anleger müssen aber bedenken, dass NIO bereits sehr gut gelaufen ist – allein in den letzten 12 Monaten legte die Aktie um sagenhafte 247% zu. Diese Entwicklung ist auch der China-Fantasie und den innovativen Modellen geschuldet.

Doch die Konkurrenz holt auf! Volkswagen hat eine E-Auto-Offensive gestartet. Auch Daimler und andere bekennen sich zur Elektromobilität. Da gerade die deutschen Hersteller weltweit mit starken Marken punkten, könnte es für Newcomer, wie etwa NIO, langfristig schwerer werden, zu wachsen. Volkswagen ist in China sehr beliebt. NIO ist ein Wert, den Zocker im Blick haben können. Jenseits von 20 EUR könnte die Aktie neuen Schwung bekommen. Wer sich statt auf Elektroautos auf wichtige Rohstoffe der Elektromobilität fokussieren möchte, sollte sich Nevada Copper genauer ansehen. Rohstoffe aus westlichen Industrieländern sind gefragt, weil immer mehr E-Auto-Käufer die Frage nach der Herkunft der Metalle und ESG-Kriterien stellen. Auch politisch gibt es einen Trend, sich von ausländischen Rohstoffen unabhängiger zu machen.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von Mario Hose vom 04.08.2021 | 12:46

SYZYGY, UniDevice, USU Software - Berichtssaison und ESG im Fokus

  • ESG
  • Nachhaltigkeit

Das zweite Quartal 2021 liegt zurück und die Unternehmen öffnen ihre Bücher. Mit Spannung werden die Kennzahlen des abgelaufenen Zeitraums und der Ausblick erwartet. In einem Marktumfeld, bei dem Investoren immer häufiger auch ESG-Aktivitäten vor einem Engagement bewerten, gewinnen diese gesellschaftlich relevanten Themen an Bedeutung. Kleine Unternehmen sehen neben steigenden Kosten aber auch Chancen, um nachhaltig vom ESG-Trend zu profitieren.

Zum Kommentar

Kommentar von Nico Popp vom 07.06.2021 | 05:00

Royal Dutch Shell, BP, Saturn Oil + Gas: Startschuss für Megatrend „grünes” Öl

  • Nachhaltigkeit

„Das wird die Klima-Rechtsprechung weltweit beeinflussen", titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit Blick auf das Urteil des Bezirksgerichts in Den Haag gegen den Öl-Konzern Royal Dutch Shell. Das Gericht hat den Konzern dazu verurteilt, seinen CO2-Ausstoß bis 2030 im Vergleich zu 2019 um 45% zu senken. Noch nie hat ein Gericht ein Unternehmen zu derart drastischen Klimaschutz-Maßnahmen gezwungen. Was bedeutet das jetzt für den Sektor? Unbeirrt von dieser Entwicklung gab Saturn Oil & Gas am Freitag nach Börsenschluss die erfolgreiche Platzierung der bereits zuvor mehrfach nach oben angepassten Kapitalerhöhung samt Greenshoe von nun insgesamt 32,2 Mio. CAD bekannt. Die Verwendung des Platzierungserlöses hat es in sich.

Zum Kommentar

Kommentar von Nico Popp vom 22.03.2021 | 05:00

BYD, Blackrock Silver, First Majestic Silver: Je grüner die Welt, desto besser für Silber

  • Nachhaltigkeit

Dass die Autoindustrie auf Elektromobilität setzt, war lange nicht eindeutig. Zu lange brachten vor allem deutsche Hersteller auch weiterhin große, schwere und leistungsstarke Verbrenner auf den Markt. Doch inzwischen haben Volkswagen, Daimler und Co. umgedacht und setzen voll auf Elektromobilität. Die Folgen davon sind vielfältig: Neben steigenden Kursen bei Aktien, wie etwa VW, klettern auch die Kurse potenzieller Zulieferer. Soviel ist klar: Für die Mobilitätswende braucht es vor allem eines: mehr Rohstoffe.

Zum Kommentar