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22.06.2026 | 04:30

Nur eine Aktie mit fast 200 % Kurspotenzial! Siltronic, The Platform Group und Aspermont im Analystencheck!

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Bildquelle: KI

The Platform Group kommt einfach nicht aus den Negativschlagzeilen. Nach den jüngsten Vorwürfen des "Manager Magazins" stürzte die Aktie auf ein neues Allzeittief und die Anleihe preist fast eine Insolvenz ein. Ab nächster Woche will man Anleihen zurückkaufen. Doch Analysten bleiben skeptisch. Bullisch sind Analysten bei Aspermont. Die Transformationsstory ist nach den Halbjahreszahlen intakt. Das Kursziel wurde leicht angehoben. Damit sind fast 200 % Rendite möglich. Bei Siltronic hingegen raten Analysten zu Gewinnmitnahmen. Das Unternehmen hat sich frisches Kapital besorgt, obwohl man eigentlich durchfinanziert ist. Die Analysten gehen davon aus, dass Siltronic in den kommenden Jahren nicht in die Gewinnzone kommt. Dabei könnte das Umfeld aufgrund des KI-Booms eigentlich kaum besser sein.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ASPERMONT LTD. | AU000000ASP3 | ASX: ASP , SILTRONIC AG NA O.N. | DE000WAF3001 , PLATFORM GROUP SE & CO KGAA | DE000A40ZW88

Inhaltsverzeichnis:


    Aspermont: Transformation läuft, Kursziel steigt

    GBC Research sieht bei dieser Transformationsstory ein Kurspotenzial von fast 200 %. Die Analysten haben ihre Kaufempfehlung für die Aktie von Aspermont im Anschluss an die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2025/2026 (endet am 30.09.) bestätigt. Das Kursziel wurde leicht von 3,03 EUR auf 3,30 EUR erhöht. Am Freitag schloss die Aspermont-Aktie an der Börse Frankfurt bei 1,22 EUR.

    Der Investment Case gründet laut GBC auf der inzwischen weitgehend abgeschlossenen Transformation zu einem abonnementbasierten B2B-Modell in der Rohstoff- und Minenwelt. Wiederkehrende Erlöse sollen die Planbarkeit erhöhen und die Preissetzung stärken. Die nächste Wachstumsstufe soll aus dem Bereich Data & Intelligence kommen. Mit Mining IQ will Aspermont seine proprietären Daten und das historische Archiv von einem Content-Angebot zu einer datenbasierten Entscheidungsunterstützung weiterentwickeln. Sie ermöglicht Rohstoffunternehmen tiefgehende Analysen von Einzelprojekten bis hin zu geopolitischen Risiken. GBC sieht zusätzliches Potenzial durch steigende Erlöse je Kunde, die Übertragung von Mining IQ auf weitere Kunden sowie Cross-Selling zwischen Abonnements, Datenprodukten, Veranstaltungen und Marketingdienstleistungen. Da die Datenplattform mit vergleichsweise geringem zusätzlichem Kapital skalierbar sein soll, erwartet GBC bei erfolgreicher Kommerzialisierung überproportional steigende Margen.

    GBC Research erwartet bei Aspermont ab dem Geschäftsjahr 2026/27 den Übergang in eine deutlich profitablere Wachstumsphase. Der Umsatz soll von 16,90 Mio. AUD im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 auf 18,90 Mio. AUD im Geschäftsjahr 2026/27 und 21,30 Mio. AUD im Geschäftsjahr 2027/28 steigen. Parallel dazu rechnen die Analysten mit einem kräftigen Ergebnissprung. Das EBITDA soll von 0,15 Mio. AUD auf 1,67 Mio. AUD und anschließend auf 2,93 Mio. AUD zulegen.

    Siltronic: Verluste trotz KI-Boom?

    Während Aspermont zum Kauf empfohlen wird, sind Analysten bei Siltronic weniger optimistisch. Die Analysten von mwb research haben die jüngste Kapitalerhöhung zum Anlass genommen, ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie von Siltronic zu bestätigen. Das deutsche Chip-Unternehmen nimmt brutto 273 Mio. EUR ein und will die Mittel zur Finanzierung des langfristigen Wachstums, zur Stärkung der Bilanz und für allgemeine Unternehmenszwecke einsetzen.

    Die Analysten weisen darauf hin, dass das Management im Zuge der Q1-Kommunikation die Liquidität als ausreichend dargestellt hatte. Nachdem Wacker Chemie zuvor bereits rund 7 % an Siltronic zu 89,35 EUR je Aktie platziert hatte, entsteht aus Sicht von mwb der Eindruck, dass das erhöhte Kursniveau von wichtigen Aktionären und dem Unternehmen zur Kapitalbeschaffung beziehungsweise zum Risikoabbau genutzt wird.

    Die grundsätzliche Einschätzung von mwb bleibt negativ. Zwar verbessere sich die Nachfrage nach Wafern, getrieben durch strukturelle Themen wie KI, Digitalisierung und Elektromobilität, insbesondere bei 300-mm-Wafern. Entscheidend für eine nachhaltige Ergebniswende seien aber eine spürbare Erholung bei Preisen und Auslastung. Diese sieht mwb bislang nicht in dem Maße, wie sie nach dem Kursanstieg bereits in der Bewertung eingepreist sein könnte. Daher bestätigen die Analysten ihre Verkaufsempfehlung und erhöhen das Kursziel lediglich modellbedingt von 65 EUR auf 70 EUR. Derzeit notiert die Siltronic-Aktie bei knapp über 91 EUR.

    Für die kommenden Jahre erwartet mwb zunächst weiteren Druck auf Umsatz und Ergebnis. Der Umsatz soll von 1,35 Mrd. EUR im Jahr 2025 auf 1,29 Mrd. EUR im Jahr 2026 sinken, bevor für 2027 und 2028 eine Erholung auf 1,44 Mrd. EUR beziehungsweise 1,61 Mrd. EUR prognostiziert wird. Beim EBITDA rechnen die Analysten mit einem Rückgang von 316,9 Mio. EUR auf 278,4 Mio. EUR im laufenden Jahr. Bis 2028 soll das EBITDA dann bis auf 486,8 Mio. EUR klettern. Trotz der operativen Verbesserung soll Siltronic bis 2028 unter dem Strich defizitär bleiben. Zwar soll der Verlust je Aktie von 4,90 EUR im laufenden Jahr bis 2028 auf 0,49 EUR reduziert werden, aber es bleibt eben ein Verlust. Dabei könnte das Umfeld aufgrund des KI-Booms eigentlich kaum besser sein.

    The Platform Group: Hohe Risiken

    Ihre Empfehlung komplett ausgesetzt haben Analysten bei The Platform Group. mwb research sieht das Risiko bei The Platform Group nach den jüngsten Medienvorwürfen deutlich erhöht. Im Raum stehen unter anderem mögliche Steuerverbindlichkeiten, gestrichene Bankkredite, Kreditbeziehungen und Themen auf Ebene einzelner Tochtergesellschaften. Die Vorwürfe seien bislang weder bestätigt noch durch belastbare externe Unterlagen widerlegt. Die heftige Marktreaktion mit einem weiteren Kursrückgang der Aktie auf ein Allzeittief und dem Einbruch der Anleihe auf unter 40 % signalisiere, dass Investoren inzwischen deutlich höhere Finanzierungs-, Liquiditäts- und Reputationsrisiken einpreisen.

    Das Management weist die Anschuldigungen zurück, hat rechtliche Schritte eingeleitet und ein Rückkaufprogramm für die Anleihe angekündigt. Ab dem 2. Juli sollen Anleihen mit einem Nominalvolumen von bis zu 5 Mio. EUR zurückgekauft werden. Ein Erwerb deutlich unter pari könnte wirtschaftlich sinnvoll sein, da sich Verbindlichkeiten günstig tilgen und künftige Zinsaufwendungen reduzieren ließen. mwb betont jedoch, dass das genehmigte Volumen im Verhältnis zur gesamten Anleihe klein ist. Entscheidend sei daher, ob tatsächlich Rückkäufe erfolgen und ob diese ausreichen, um das Vertrauen in die Finanzierung wiederherzustellen. Vergangene Woche hatte die Anleihe auf die Ankündigung des Rückkaufs mit einem Kurssprung auf 49 % reagiert.

    Operativ hatte mwb zuvor auf solides Wachstum und steigende Profitabilität im Geschäftsjahr 2025 sowie weiteres Umsatz- und EBITDA-Momentum im ersten Quartal 2026 verwiesen. Angesichts der Vorwürfe und der fehlenden zusätzlichen, extern überprüfbaren Informationen reichten operative Kennzahlen allein aber nicht mehr aus, um das Risiko angemessen zu bewerten. Nach Ansicht der Analysten liegt die Beweislast nun bei The Platform Group. Das Unternehmen müsse die Vorwürfe glaubhaft adressieren und mehr Transparenz zu Liquidität, Banken und Kreditbeziehungen schaffen. Bis dahin setzt mwb Rating und Kursziel aus. Der nächste wichtige Termin sei die Veröffentlichung des Halbjahresberichts am 20. August.


    Fazit

    Die Transformationsstory bei Aspermont ist intakt. Gemäß den GBC-Analysten sind noch deutlich höhere Kurse möglich. Wenn Siltronic im aktuellen Umfeld tatsächlich nicht profitabel arbeiten kann, wäre dies sehr bedenklich. Mindestens bedenklich ist die Situation bei The Platform Group. Die negativen Schlagzeilen hören nicht auf und das Unternehmen konnte die Anschuldigungen bisher nicht entkräften.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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