24.06.2026 | 05:30
Paukenschlag bei Siemens Energy! Chevron und Microsoft geben Gas im KI-Boom! Zefiro Methane Aktie profitiert indirekt!
Paukenschlag bei Siemens Energy. Das "Manager Magazin" berichtet, dass sich der DAX-Konzern von einer Sparte trennen will. Analysten würden dies begrüßen. Denn dann könnte man sich unter anderem stärker auf das Geschäft mit Gasturbinen konzentrieren. Diese sind im KI-Boom in den USA heiß begehrt. Dies zeigt auch der aktuelle Deal zwischen Chevron und Microsoft. Der Energiekonzern soll im US-Bundesstaat Texas ein Gaskraftwerk direkt neben einem neuen KI-Rechenzentrum errichten. Dies ist ein Beispiel dafür, dass in den USA weiter nach Öl und Gas gebohrt wird. Dabei gibt es heute bereits riesige Probleme mit alten Bohrlöchern. Von den schätzungsweise rund 2,2 Mio. stillgelegten Bohrlöchern geht oft eine große Gefahr für die Umwelt und für Menschenleben aus. Die Überwachung und das Verschließen dieser Bohrlöcher ist eine Milliardennische. In dieser ist Zefiro Methane aktiv. Das Unternehmen will in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Die Aktie erscheint alles andere als teuer zu sein.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , CHEVRON CORP. DL-_75 | US1667641005 , MICROSOFT DL-_00000625 | US5949181045 , ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Chevron und Microsoft: Gas für den KI-Boom
Wohl nichts treibt derzeit Wirtschaft und Börse so sehr an wie der KI-Boom. Daran will auch Chevron möglichst stark teilhaben. Chevron ist vor allem als Öl- und Gaskonzern bekannt. Das Unternehmen fördert Rohöl und Erdgas, verarbeitet beides in Raffinerien und verkauft Kraftstoffe, Schmierstoffe sowie petrochemische Produkte. Man will zwar kein klassischer Versorger werden, aber dennoch sein Gasgeschäft mit dem wachsenden Energiebedarf der KI-Infrastruktur verbinden. Dafür arbeitet man mit Microsoft an einem Megadeal.
Der US-Energiekonzern soll Microsoft über 20 Jahre mit Strom für ein geplantes Rechenzentrum in West Texas versorgen. Dafür soll direkt neben dem Rechenzentrum ein Kraftwerk mit einer Leistung von 2,67 GW errichtet werden. Damit ließen sich rund 1 Mio. Haushalte versorgen. Der Strom soll zunächst nicht über das öffentliche Netz laufen, sondern unmittelbar für die Cloud- und KI-Infrastruktur von Microsoft bereitgestellt werden. Beim Wasser will das Projekt laut Chevron vorrangig auf Brackwasser und aufbereitetes Lagerstättenwasser setzen. Eine endgültige Investitionsentscheidung wird bis Ende 2026 erwartet.
Für Chevron bedeutet die Vereinbarung einen weiteren Schritt in das Geschäft mit eigener Stromerzeugung. Das Kraftwerk soll überwiegend mit Erdgas aus dem Perm-Becken betrieben werden, wo erhebliche Mengen Gas günstig verfügbar sind. Zum Einsatz kommen vor allem Gasturbinen von GE Vernova, ergänzt durch Anlagen von Solar Turbines, einer Caterpillar-Tochter. Die erste Stromlieferung könnte 2028 erfolgen.
Zefiro Methane profitiert indirekt vom KI-Boom
In den USA wird also weiter nach Öl und Gas gebohrt. Dabei gibt es bereits riesige Probleme mit alten Bohrlöchern. Landesweit existieren Millionen stillgelegter oder herrenloser Öl- und Gasquellen, die teilweise nie fachgerecht verschlossen wurden. Aus ihnen kann Methan austreten – ein Treibhausgas, das kurzfristig deutlich stärker auf das Klima wirkt als CO2. Besonders problematisch wird es, wenn Gas in Böden, Grundwasser oder Gebäude gelangt. Die Folgen reichen von Umweltbelastungen bis zu Sicherheitsrisiken für Anwohner. Allein im Bundesstaat Pennsylvania werden mehr als 350.000 alte Bohrlöcher vermutet. Der Staat beschleunigt daher die Sanierung und hat nach eigenen Angaben seit dem Amtsantritt von Gouverneur Josh Shapiro rund 300 verlassene Quellen stillgelegt. Das Verhältnis von 300 zu 350.000 zeigt allerdings, wie groß die Herausforderung ist.
Genau deshalb ist die Aktie von Zefiro Methane so interessant. Das Unternehmen hat sich auf die Überwachung, Sanierung und dauerhafte Versiegelung alter Öl- und Gasbohrlöcher konzentriert. Mit der Tochtergesellschaft Plants & Goodwin wurden nach Unternehmensangaben seit 2023 rund 200 Bohrlöcher verschlossen. In den vergangenen zwölf Monaten kamen mehr als 400 überprüfte Quellen hinzu.
Das Marktpotenzial ist riesig. In den USA gibt es nach Schätzungen rund 2,2 Mio. stillgelegte Bohrlöcher, davon soll mehr als eine Million überwacht werden müssen. Für Kontrolle und Sanierung werden Kosten von insgesamt 400 bis 600 Mrd. USD genannt. Das Problem wurde vor wenigen Wochen sogar in der Sendung Galileo auf ProSieben thematisiert (Link).
Operativ gewinnt Zefiro an Dynamik. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 % auf rund 11 Mio. USD. Zusätzlich erweiterte das Unternehmen mit der Übernahme von Viking Well Service seine Präsenz um fünf weitere Bundesstaaten, darunter Michigan, Illinois und Indiana. Die Akquisition brachte zusätzliche Rigs und Spezialausrüstung ein und soll mindestens 10 Mio. USD jährlichen Mehrumsatz ermöglichen. Damit kann Zefiro neue Regionen bedienen und seine Position insbesondere im Appalachen-Becken und im Mittleren Westen ausbauen.
Auch der jüngste Newsflow unterstreicht die wachsende Auftragsbasis. Zefiro gewann vier neue Unternehmenskunden aus dem Energiesektor, darunter drei börsennotierte Gesellschaften. Die Arbeiten umfassen die Schließung von Produktions-, Speicher-, Injektions- und Salzbohrlöchern, zunächst vor allem in Ohio und teilweise in Indiana. Parallel startete das Unternehmen erste Arbeiten im Rahmen eines dreijährigen Construction-Manager-at-Risk-Vertrags in Ohio, der bis Mai 2029 einen Umsatz von rund 19,6 Mio. USD ermöglichen soll. Hinzu kamen drei weitere Projekte des Ohio Department of Natural Resources zur Stilllegung von zwölf verwaisten Bohrlöchern und einem Wasserbohrloch. Diese Aufträge haben nach Unternehmensangaben ein Volumen von rund 2,4 Mio. USD und werden aus Mitteln des US-Infrastrukturprogramms finanziert.
Mit Blick auf das Wachstum und die Perspektiven erscheint Zefiro mit rund 70 Mio. CAD alles andere als hoch bewertet zu sein. Gibt das Unternehmen weiter operativ Gas, kann es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, wann die Aktie durchstartet.
https://youtu.be/nNodjcqNJMM?si=OHX05QBFlwErdiW3
Siemens Energy: Abspaltung für mehr Fokus auf KI-Boom?
Während Zefiro indirekt vom KI-Boom profitiert und noch ein Geheimtipp ist, gehört Siemens Energy zu den Stars. Um sich noch stärker auf das Kerngeschäft zu fokussieren, prüft der Konzern laut einem Bericht des "Manager Magazins" eine Abspaltung des Geschäftsbereichs „Transformation of Industry“ (TI). Die Sparte entwickelt und produziert unter anderem industrielle Kompressoren, Dampfturbinen, Energiespeicher und Wasserstoff-Elektrolyseure. Im ersten Halbjahr 2025/26 erwirtschaftete TI rund 2,7 Mrd. EUR Umsatz. Bezogen auf den Konzernumsatz von etwa 20 Mrd. EUR entspricht dies einem Anteil von rund 13,5 %. Weltweit beschäftigt der Bereich rund 17.000 Mitarbeiter. Siemens Energy bestätigte lediglich, dass das Portfolio regelmäßig auf die beste strategische und finanzielle Aufstellung geprüft werde. Eine Entscheidung sei bislang ausdrücklich nicht gefallen.
Als mögliche Struktur wird offenbar erwogen, zunächst rund 60 % der Anteile über einen Spin-off oder Börsengang abzugeben und 40 % im Konzern zu behalten. Hintergrund ist die Annahme, dass TI außerhalb des Konzerns leichter investieren, wachsen und eine höhere Profitabilität erreichen könnte. Interne Szenarien sollen für 2031 einen Umsatz von 10 bis 11 Mrd. EUR sowie ein Ergebnis von 1,6 bis 1,8 Mrd. EUR vorsehen. Dies ist allerdings ein optimistisches Szenario und man würde frisches Wachstumskapital benötigen.
Die Analysten von Jefferies würden die Abspaltung begrüßen. Siemens Energy könnte sich stärker auf Gasturbinen und Energienetztechnologie fokussieren. Dort seien die Potenziale größer. Zudem könnte die Dividende stärker steigen. Die Analysten bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die Aktie von Siemens Energy. Den fairen Wert sehen sie bei 215 EUR. Gestern notierte das Wertpapier bei rund 160 EUR.
Fazit
Der KI-Boom dürfte die Börse weiterhin elektrisieren. Doch nach den starken Kursanstiegen sollten Anleger die Bewertungen genau beobachten. Siemens Energy gehört zu den großen Profiteuren. Die Aktie ist allerdings schon gut gelaufen und verzeiht keine Fehler. Zefiro Methane ist ein Geheimtipp. Das Problem der alten Bohrlöcher ist riesig und bietet dem Unternehmen ebenso riesige Chancen. Auch durch den KI-Boom wird weiter gebohrt. Chevron profitiert über sein Gasgeschäft, bleibt aber stark vom Ölpreis abhängig.
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